Bayernliga Nord
Die Luft ist raus: FC Ingolstadt II peilt nach erneutem Rückschlag ab sofort Platz vier an

05.05.2024 | Stand 05.05.2024, 17:02 Uhr |
Julian Meier

Er war wieder zur Stelle: Nach seinem Doppelpack in Neumarkt kommt Michael Udebuluzor bereits auf 13 Saisontore. Foto: Meyer

Es ist wie verhext: Seitdem bekannt ist, dass Thomas Karg ab Sommer nicht mehr Trainer des FC Ingolstadt II ist, können die Jungschanzer in der Bayernliga Nord nicht mehr gewinnen. Das 2:2 (0:0) beim ASV Neumarkt war bereits das vierte Remis in Folge. Und die Ingolstädter erlebten auch noch ein bitteres Déjà-vu: Wie bereits unter der Woche gegen den TSV Abtswind (1:1) verspielten sie erneut kurz vor Schluss noch einen Vorsprung. Dieses Mal war es die 89. Minute, in der die Gastgeber noch den Ausgleich schafften.

„Es ist natürlich ärgerlich, weil es das zweite Mal hintereinander war, dass wir spät noch den Ausgleich kassiert haben. Man muss aber trotzdem sagen, dass wir heute insgesamt kein gutes Spiel gemacht haben“, räumte Karg ein. Im Gegensatz zu den vorangegangen Partien zeigte sich sein Team deutlich effizienter, doch dieses Mal mangelte es an herausgespielten Torchancen. Woran das lag? Dass am Ende der Englischen Wochen die Kräfte nachließen, wollte Karg nicht verneinen. Er sah aber auch noch andere Gründe: „Am Ende einer U21-Saison, wo viele Abgänge bevorstehen, wo nach oben nichts mehr geht, ist es natürlich so, dass der ein oder andere Prozentpunkt fehlt. Aber wir haben trotzdem in der zweiten Halbzeit eine Reaktion gezeigt.“

Denn nach einer schwachen ersten Hälfte, in der sich beide Seiten keine einzige richtige Tormöglichkeit herausspielen konnten, waren seine Jungs zunächst sogar in Rückstand geraten: Nach einem nicht geahndeten Foulspiel konterte Neumarkt, Raphael Heimisch blieb im Eins-gegen-Eins mit FCI-Keeper Markus Ponath eiskalt und verwandelte zum 1:0 für die Gastgeber (54.). Im Anschluss daran fehlte nicht viel, und der ASV hätte gleich nachgelegt; unter anderem rettete einmal der Pfosten für Ingolstadt.

Für die besagte Reaktion zeigte sich dann Michael Udebuluzor zuständig: Zunächst musste er nach einem Querpass von Mario Götzendörfer nur noch einschieben (63.), dann stocherte er nach einer Ecke den Ball zum 2:1 (67.) ins Netz des ASV-Tores. Innerhalb von vier Minuten hatte der Top-Torjäger des FCI das Spiel auf den Kopf gestellt – es waren bereits seine Saisontreffer zwölf und 13.

Nun wiederum hätte der FCI für die Vorentscheidung sorgen können, die vielversprechenden Kontersituationen wurden aber nicht ausgespielt. Gegen Ende warf Neumarkt noch einmal alles in die Waagschale und wurde spät belohnt: Die Ingolstädter legten Leon Schön den Ball mehr oder weniger vor die Füße, der wiederum traf zum späten 2:2 (89.) in die lange Ecke.

Was das Ergebnis dieses Mal etwas weniger schmerzhaft machte, ist die Tatsache, dass selbst Karg von einem „leistungsgerechten Unentschieden“ sprach. Was die Entwicklung in letzter Zeit betrifft, ist es nun auch ein wenig eine Frage der Auslegung: Einerseits haben die Ingolstädter seit fünf Partien nicht mehr verloren, andererseits in den vergangenen vier Spielen aber auch nicht mehr gewonnen. Beim letzten Heimspiel am kommenden Freitag (19 Uhr) gegen den SV Donaustauf soll nun unbedingt ein versöhnlicher Abschluss her. „Es ist wichtig, wie man aus einer Saison rauskommt. Wenn wir jetzt mit einem Heimsieg weitermachen, sind die Unentschieden trotzdem einen Tick mehr wert. Es ist unser Ziel, unsere Platzierung zu bestätigen und den vierten Platz zu halten“, erklärt Karg. Das dürfte schwierig genug werden, schließlich liegen die Plätze vier bis zehn gerade einmal drei Zähler auseinander.

FC Ingolstadt II: Ponath – Riedl (46. Kuqanaj), Cavadias, Nuhanovic (84. Perconti), Schwarzensteiner, Rausch – Hoti, Götzendörfer – Sekulovic (76. Souleymane), Konjuhi (46. Wiezorrek), Udebuluzor (75. Madougou).
Tore: 1:0 Heimisch (54.), 1:1 Udebuluzor (63.), 1:2 Udebuluzor (67.), 2:2 Schön (89.). – Schiedsrichter: Hofmann (Langenfeld). – Zuschauer: 250.

DK