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Der Stadtbus als Zauberbühne

Ingolstadt
erstellt am 19.11.2010 um 20:34 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 19:52 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Zugegeben, die Umgebung ist ungewohnt: Welchen unmagischeren Ort könnte man sich vorstellen, als in einem Stadtbus? Doch die Zauberer Jens Keidel, Gaston und Sven Catello beweisen am Freitag das Gegenteil – und geben am Rathausplatz kostenlose Shows auf engstem Raum.
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Ingolstadt: Der Stadtbus als Zauberbühne
Wird er ihn wirklich verschlucken? Das Publikum im Stadtbus schaut gespannt zu, wie Zauberer Jens Keidel einen rund ein Meter langen Luftballon in seinem Mund verschwinden lässt. - Foto: Rössle
Ingolstadt
Zwischen gelben Haltestangen und grauen Sitzen haben die Zauberer ihre Bühne aufgebaut. Zwei Scheinwerfer, eine Kiste mit Utensilien: Mehr ist nicht nötig. Draußen nieselt es leicht. Drinnen herrscht eine gespannte, durch die Enge auch familiäre Stimmung. Niemand macht einen Mucks. Alle Augen sind auf den Magier gerichtet – nicht nur die der Kinder, auch die der Eltern und der anderen Schaulustigen, die sich spontan und umsonst in den Bus gesetzt haben, um dabei zu sein.

Die Zauberer wissen: Das Besondere ist bei diesen Auftritten das Publikum. Jens Keidel nennt es eine Fallstudie: Es sei immer wieder interessant zu sehen, welche Leute sich in den Bus verirren. Natürlich kommen Kinder – das beste und schwierigste Publikum das es gibt. Doch auch Passanten schauen zufällig vorbei, werden neugierig und trauen sich rein. "Normalerweise wollen die Leute im Bus einfach fahren und ihre Ruhe haben – oder sie bekommen Teppiche verkauft", scherzt der Ingolstädter Künstler. Doch heute bekommen sie keine faulen Zauber vorgesetzt.

Fotostrecke: Zaubertage 2010 - Zaubern im Bus

Keidel und seine Kollegen verstehen ihr Handwerk. Auf kleinstem Raum, das Publikum rund herum, ohne Vorhang, ohne Tiger, ohne doppelten Boden: Weniger ist mehr. Jeder Trick muss sitzen.

"Ich bin der beste Jongleur der Welt", tönt Keidel. Er könne über 30 Holzklötze gleichzeitig durch die Luft wirbeln lassen. Unmöglich? Er zieht schnell eine Streichholzschachtel aus der Hosentasche, wirft sie nach oben, fängt sie wieder, es raschelt. Tataa! Aufgabe bestanden.

Da protestieren die Kinder aber: So klein haben sie sich die Holzklötze nicht vorgestellt. Also zeigt der Zauberer, was wirklich in ihm steckt. Die neue Aufgabe: Ein Streichholz entzünden, an einer Schachtel, die ihm eine kleine Besucherin zuwirft. Emily macht mit. Das Mädchen nimmt die Schachtel in die Hand und stellt sich ihm gegenüber. "Nervös", fragt der Zauberer. "Ja", antwortet seine junge Assistentin. "Ich auch", flüstert Keidel und nimmt ein Streichholz zwischen die Finger. Seine Glatze glänzt im Scheinwerferlicht. Die beiden Zaubernden werfen sich ein bisschen ein. Dann konzentrieren sie sich – eins, zwei, drei. Emily wirft. Keidel zuckt. Ein grelles Licht. Das Streichholz brennt.

"Wooooooaaaaaaaahhhhh!", wundern sich die Kinder. Die Eltern applaudieren. Der Magier schaut in die Runde und schüttelt das Feuer wieder aus.

Eine knappe halbe Stunde dauert die Vorstellung. Danach treten auch Gaston und Sven Catello im Bus auf. Auch am Wochenende finden Shows statt.

Am Samstag um 19 Uhr zaubern Köche ein Magisches Dinner im Hotel Rappensberger. Kinder ab vier Jahren sind am Sonntag um 15 Uhr in die Fronte 79 eingeladen – ins "Zauberland". Am Sonntag um 20 Uhr beginnt in der Fronte 79 der Gala-Abend der Illusion.

Von Sebastian Schanz
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