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Inner-Wheel-Club stiftete Preis für Schülerinnen zur Erinnerung an die verstorbene Museumsdirektorin

Christa Habrich – unvergessen

Ingolstadt
erstellt am 26.11.2014 um 20:03 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 20:37 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Der Inner-Wheel-Club hat einen Christa-Habrich-Preis gestiftet, der am Montag im Medizinhistorischen Museum erstmals vergeben wurde. Die Auszeichnung soll an die 2013 verstorbene Direktorin des Hauses erinnern. Prämiert werden Schülerinnen mit Begeisterung für die Naturwissenschaften.
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Ingolstadt: Christa Habrich – unvergessen
Ermutigung für die nächste Generation von Naturwissenschaftlerinnen: Uta Gauthier-Habrich (l.) überreichte der Neuntklässlerin Samira Gerich in der Alten Anatomie den Christa-Habrich-Preis des Ingolstädter Inner-Wheel-Clubs. Dessen Präsidentin Petra Forster (M.) erinnerte an die langjährige Direktorin des Deutschen Medizinhistorischen Museums, ganz links ein Porträt der Verstorbenen. - Foto: Rössle
Ingolstadt

Christa Habrich starb unerwartet am 6. September 2013. Am 24. November fand eine bewegende Trauerfeier für die Apothekerin, Professorin und verdiente Direktorin des Deutschen Medizinhistorischen Museums statt; an jenem Tag wäre sie 73 Jahre alt geworden.

Damals reifte im Ingolstädter Inner-Wheel-Club die Idee, in Christa Habrichs Namen einen Preis für naturwissenschaftlich begabte Schülerinnen auszuloben, denn die Verstorbene war Ehrenmitglied der internationalen Serviceorganisation für Frauen. Sie hat viele gemeinsame Abende mit beeindruckenden Vorträgen bereichert. Kirsten Bosselmann-Vorwerk, die Clubpräsidentin, ergriff die Initiative. Ihre Nachfolgerin Petra Forster, seit Juli im Amt, setzte das Vorhaben in die Tat um.

Am vergangenen Montag, als sich Christa Habrichs Geburtstag zum 74. Mal jährte, übergab der Club in der Alten Anatomie – Sitz des Medizinhistorischen Museums – die Preise an Schülerinnen, „die in naturwissenschaftlichen Fächern Begeisterung gezeigt haben“, wie es Habrichs Nachfolgerin, Prof. Marion Ruisinger, formulierte. Dies geschah im Geiste der Gründungsdirektorin des Hauses und ganz sicher auch in deren Sinne, wie alle bestätigten, die Habrich gekannt haben.

„Es ist eine große Freude, dass wir mit dem Preis nun jedes Jahr an Christa Habrich erinnern können“, sagte Marion Ruisinger. Die Verstorbene sei nicht nur eine Museumgestalterin mit viel Gespür gewesen – ihr verdankt sich unter anderem der reizvolle Arzneipflanzengarten –, sondern sie habe sich auch als Apothekerin und Naturwissenschaftlerin verstanden, „für die eine Pflanze eine chemisch-exakte Herausforderung ist“.

Uta Gauthier-Habrich, die Schwester der Verstorbenen, war aus Gießen angereist. Angesichts der vielen Schülerinnen – prämiert werden Gymnasiastinnen und Berufsoberschülerinnen der Klassen acht bis elf – freute sie sich umso mehr. „Christa hat ihr ganzes Leben lang junge Leute unterstützt, und natürlich auch ältere. Ich finde es wunderbar, dass der Geist meiner Schwester hier so schön aufgefangen wird.“

Die Trägerinnen des Habrich-Preises gehören zu den Besten. Platz drei erreichten die Schülerinnen der ehemaligen Klassen 10 b und d des Eichstätter Gabrieli-Gymnasiums mit ihrer Arbeit zum Thema „Begeisterung für die Natur“. Auf Platz zwei kamen ebenfalls Gabrieli-Schülerinnen. Sie verfassten einen Beitrag zum Thema „Energiemetamorphosen“ über regenerative Energien im Alltag.

Der erste Preis ging an eine einzige Schülerin: Samira Gerich, Neuntklässlerin vom Descartes-Gymnasium Neuburg. Sie hat mit einer selbst konzipierten Experimentieranordnung den Einfluss unterschiedlicher künstlicher Lichtquellen auf das Wachstum von Zwiebeln untersucht. Ihre Erkenntnisse präsentierte die Jugendliche sehr eloquent und fachkundig. Die Gäste der Feierstunde applaudierten beeindruckt. Peter Seyberth, der Leiter des Descartes-Gymnasiums, war besonders stolz auf seine Schülerin.

Inspiriert wurde Samira Gerich übrigens von der EU. Die hat die klassischen Glühbirnen verboten, deshalb fragte sich die Gymnasiastin, wie sich Pflanzen entwickeln, wenn sie EU-genehmen, künstlichen Lichtquellen ausgesetzt sind. In fünf Behältern beleuchtete sie Gewächse mit einer Halogen- und einer LED-Lampe, zwei Energiesparlampen verschiedenen Typs und einer herkömmlichen Glühbirne. Dann verfolgte sie die Wachstumskurven. Ein Bewässerungssystem stellte sicher, dass kein Tageslicht beim Gießen die Analyse trübt. Ergebnis: „Mit LED-Lampen wachsen Pflanzen am gleichmäßigsten.“ Fast wie unter freiem Himmel. Energiesparleuchten könne man dagegen vergessen.

Das Preisgeld von 500 Euro will Samira Gerich zur Finanzierung eines Herzenswunsches verwenden: ein Kontrabass. Auch das, versicherte die Inner-Wheel-Präsidentin, sei ganz im Sinne der verstorbenen Christa Habrich.

Von Christian Silvester
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