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Delfinzucht in der Kritik

Nürnberg
erstellt am 26.06.2015 um 19:26 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 19:21 Uhr | x gelesen
Nürnberg (HK) Seit Jahren überprüft das Hagener Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) die Akten des Tiergarten Nürnberg und der zuständigen Aufsichtsbehörden, um die Haltungsbedingungen der Delfine zu kontrollieren. Nach einer aktuellen Akteneinsicht spricht das WDSF von einem Skandal.
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Nachdem das WDSF mehrfach festgestellt hatte, dass die Delfine im Tiergarten Nürnberg immer wieder mit dem Psychopharmaka Diazepam (Valium) und dem Antidepressiva Serenin behandelt wurden, wandte sich die Tierschutzorganisation im Frühjahr an die Regierung von Mittelfranken. Bei einer Akteneinsicht stieß man auf eine Stellungnahme des Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), wo es heißt: „Wir sind der Meinung, dass die Tiere nicht wie angegeben Diazepam ausschließlich zur Appetitanregung verabreicht bekamen.“ Es wurde festgestellt, dass die betreffenden Medikamente bei den Delfinen Arnie und Joker über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr fast durchgängig verabreicht wurden, ohne dass sich Erkrankungen aus den Behandlungsblättern ergeben hätten. Auch bei den Delfinen Sunny und Jenny sei Diazepam zur Beeinflussung von Verhaltensproblemen eingesetzt worden.

WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller: „Vom Tiergarten wurde stetig behauptet, dass Psychopharmaka nur als Appetitanreger bei den Delfinen eingesetzt würden.“ Damit seien Tiergartendirektor Dag Encke und die Tierärztin Katrin Baumgartner der Lüge überführt. „Das Ganze ist ein Skandal und die Aufsichtsbehörden lassen den Tiergarten gewähren.“

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