Montag, 25. Juni 2018
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Stadtkapelle Hilpoltstein bringt Kindern mit "Peter und der Wolf" den Zauber schöner Klänge näher

Mit dicken Backen in die Welt der Musik

Hilpoltstein
erstellt am 11.06.2018 um 18:11 Uhr
aktualisiert am 15.06.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Hilpoltstein (lkm) Einmal selbst ordentlich auf die Pauke hauen oder ins gleiche Horn blasen wie ein Musiker, der das schon richtig gut kann.
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Große Töne spuckt Jakob beim Tag der offenen Tür der Stadtkapelle auf der Trompete (oben), Lukas lässt es krachen.
Große Töne spuckt Jakob beim Tag der offenen Tür der Stadtkapelle auf der Trompete (oben), Lukas lässt es krachen.
Fotos: Leykamm
Hilpoltstein
Diese Wünsche haben sich nun für die Kinder erfüllt, die beim Tag der offenen Tür der Stadtkapelle Hilpoltstein in der Grundschulturnhalle dabei gewesen sind. Appetit darauf, sich selbst mal an einem Instrument zu versuchen, machte dabei das musikalische Märchen "Peter und der Wolf".

Diesen Klassiker hat das Ensemble als älteste Blaskapelle Bayerns natürlich im Repertoire, das von böhmischer bis symphonischer Blasmusik reicht. So erläutert es die Vorsitzende Carolin Brandl gleich zu Beginn: "Wir spielen alles und nichts ist sicher vor uns. " Das besagte Werk des russischen Komponisten Sergei Prokofjew werde beim Kinderkonzert aber nicht nur mit Bläsern und Schlagwerk erzählt, sondern auch mit Worten. Eine Aufgabe, die Ehrendirigent Siegfried Czieharz liebend gerne übernimmt und erst einmal ein kleines Quiz veranstaltet. Dabei dürfen die Musiker ihre Instrumente hochhalten und die rund 30 Buben und Mädchen (die etwa ebenso viel Erwachsene mitgebracht haben) eifrig die Bezeichnungen raten und welches Instrument welche Figur des Musikmärchens verkörpert.

"Das ist eine Querflöte", weiß Jakob, als Brandl sie zeigt. Und Magdalena tippt, dass damit der Vogel in der Geschichte musikalisch dargestellt wird. "Das ist natürlich richtig", sagt Czieharz, der die Kinder in das Geschehen geschickt miteinbezieht. Die Oboe ist schon etwas schwerer zu erraten. Große Augen gibt es, als Michaela Lickleder das imposante Fagott emporhebt. Wer wohl für die schaurigen Töne des Wolfs sorgt? Er beansprucht gleich drei Instrumente für sich: ein Waldhorn und zwei Tenorhörner. Große Trommel und Pauke werden zu Flinten, die dem Raubtier auf den Pelz rücken.
 
Fotos: Leykamm
Hilpoltstein



Beim Kinderkonzert schlüpft Czieharz selbst als szenischer Erzähler und Stimmenimitator in die verschiedenen Rollen. Er gibt die griesgrämige Ente, die zumindest vorübergehend im Magen von Isegrim landet, aber dafür auch eine "stille Gedenkminute für unsere Freundin" erhält. Oder die Katze, die von "Vogeldöner mit Knoblauchsoße" träumt. Denn der Piepmatz ist einfach zu flink für sie. Zum Glück aber auch für den Wolf, der einen deutlichen fränkischen Akzent hat. Der Förster klingt dagegen eher oberbayerisch. Er ist es, der mit seinen Jägern heranrückt, als Peter den Wolf schon mit dem Seil gefangen hat. Zwischen den dramatischen Szenen lädt Czieharz die Kinder ein, genau hinzuhören. Wie viele Schritte braucht Peters Großvater von der Haustür zum Teich? Und von dort zurück zum Gartenzaun? Die Musik verrät beides. Wie viele Schritte es von dort dann noch zur Tür sind, sollen die Kinder selbst ausrechnen. Am Ende wird alles gut: Der Wolf wird nicht erschossen, sondern er bekommt ein eigenes Gehege. Zuvor aber wird noch die Ente aus seinem Magen herausoperiert, die zum Dank ihren Griesgram sein lässt.

Nach Schlussakkord und stürmischem Beifall steuern die Kinder und auch so mancher Erwachsener dank dieser wunderbaren Einstimmung gezielt auf die Instrumente zu. Lukas schnappt sich die große Trommel und lässt es ordentlich krachen, Musiker Matthias Steigleder zeigt ihm, wie es richtig geht. Tief Luft holt Luca und bläst mit voller Kraft und dicken Backen in die Tuba, der er einen mächtigen Klang zu entlocken vermag. Annica haut auf die Pauke und Eva wagt sich an die Klarinette. Sie wird in der Kapelle von Carina Blab gespielt, die die junge Dame behutsam an das Instrument heranführt.

Eher stürmisch erobert Jakob die Trompete für sich. Er erweist sich als ein echtes Naturtalent und entlockt ihr gar eine kleine, rhythmische Melodie. Klingt schon ein bisschen nach LaBrassBanda. Auch Trompeterin Franziska Betz ist voll des Lobes für ihn und die anderen Kinder, die sich ausprobieren. Ella zum Beispiel, die sich mit Hilfe von Musiker Andreas Gerner an die Posaune traut, die länger ist als das Mädchen groß. Währenddessen tröten drei Jungs aus Leibeskräften in die Mundstücke des Fagotts, in das Emilio bläst. Und auch die Oboe kommt zu ihren Ehren. Stadtkapellenmitglied Miriam Simon führt Noah und viele weitere Kinder behutsam an dieses Instrument heran.

Am Ende haben sich alle ein Stück Kuchen verdient. Dabei darf etwas länger am Buffet verweilt werden - denn mittlerweile hat der Regen eingesetzt. Da lässt sich lieber noch etwas in der Welt der Musikmärchen bleiben als in der nassen Wirklichkeit.
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