Mittwoch, 18. Juli 2018
Lade Login-Box.

Finanzierung der Burgsanierung in trockenen Tüchern

erstellt am 21.02.2008 um 19:33 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 16:37 Uhr | x gelesen
Dollnstein (EK) Wie eng Licht und Schatten bei der Sanierung des Dollnsteiner Burgareals verwoben sind, zeigte sich am Donnerstag bei der Gemeinderatssitzung, bei der Planer Hans-Heinrich Häffner gleich für mehrere Überraschungen sorgte.
Textgröße
Drucken
Betreten verboten! Wegen akuter Einstürzgefahr dieses Teils der Ringmauer ist dieser Garten gesperrt worden. Hier muss eine schnelle Lösung gefunden werden. Die Sanierung der Burg ist dadurch jedoch nicht beeinträchtigt. - Foto: baj
Die unangenehmste Neuigkeit nahm Häffner gleich vorweg: Ein Teil der historischen Ringmauer ist akut einsturzgefährdet, nämlich das unmittelbar südlich am Torturm anschließende Stück. Hier war bereits in den 60er Jahren ein Gebäude in sich zusammen gefallen. Der Schutt liegt nach wie vor auf den darunter liegenden Gewölbekellern, die aus romanischer Zeit stammen könnten, und dieses Gewicht drückt nach außen. Die archäologischen Ausgrabungen hätten keine Auswirkungen auf die Stabilität gehabt. Kompliziert wird die Sache, weil nun nicht einfach der Schutt weggeräumt werden kann. Gerade diese vermeintliche Entlastung könnte den Einsturz herbeiführen. Er habe die Eigentümer dringend vor irgendwelchen Eigeninitiativen gewarnt, so Häffner. An erster Stelle stehen nun statische Berechnungen.

Der Garten vor der Ringmauer ist gesperrt, und Bürgermeister Hans Harrer hat die Eigentümer der Keller, drei an der Zahl, informiert, dass sie die Gewölbe auf eigene Gefahr betreten. Völlig unklar scheint, wer die Kosten für die Sanierung zu tragen hat. Das werde wohl juristisch geklärt werden müssen, teilte Harrer auf Anfrage von Alwin Weiß mit.

Marode ist auch der Burgberg. In diesem Winter fielen wieder Steinchen auf die Dächer der angrenzenden Häuser, die aber keinen Schaden anrichteten. Zwar ist das Problem hier nicht so drängend wie bei der Ringmauer. Aber "die Gemeinde kann dem nicht ausweichen", machte der Planer deutlich. Jetzt sei ein geordnetes, von der Gemeinde steuerbares Vorgehen möglich, das eine detailgenaue Planung und die Einholung von Zuschüssen einschließt. "Wenn jedoch einmal ein größeres Stück Felsen herabfällt, besteht sofortiger Handlungsbedarf." Dann könne auf Zuschüsse und andere Hilfen von außen nicht mehr gewartet werden.

Das Felsmassiv sollte bereits in den 90er Jahren gesichert werden, erinnerte Bürgermeister Harrer. Doch damals habe das Landratsamt erklärt, die Gemeinde sei nicht sanierungspflichtig, sondern diejenigen, die an den Felsen herangebaut hätten. "Die Aussage von damals ist heute nicht mehr haltbar", so der Rathauschef weiter. Um die genauen Besitzverhältnisse zu klären, sind topografische Vermessungen notwendig. Ein Beschluss wurde nicht gefasst. Jetzt gibt es erst einmal einen Ortstermin am Freitag, 7. März, ab 17 Uhr.

Häffner war freilich nicht nur als "Unglücksbote" unterwegs. Er hatte auch jede Menge Geld im Gepäck. Nach zähen Verhandlungen liegt nun ein Bewilligungsbescheid über 323 000 Euro von der Städtebauförderung vor. "Die Finanzierung ist in trockenen Tüchern", freute sich der Planer. Nur ein kleiner Zuschuss vom Landkreis fehle noch. Die Gelder der Städtebauförderung seien ab sofort abrufbar. Die veranschlagten Kosten für die Sanierung der Burg und die Einrichtung des Altmühlzentrums darin belaufen sich auf 2 395 000 Euro. Der Eigenanteil der Gemeinde liegt lediglich bei 215 000 Euro zuzüglich 67 770 Euro Eigenanteil an der Jurahausförderung. "Ein schönes Ergebnis der jahrelangen Bemühungen", bilanzierte Häffner, der mit Lob gegenüber dem Rathauschef nicht geizte: "Bürgermeister Harrer hatte den Hauptteil bei den Finanzierungsgesprächen."

Eine höchst erfreuliche Wendung scheint auch die Untersuchung des Münzschatzes genommen zu haben. Außer den Händleins-Pfennigen seien weitere interessante Münzen zum Vorschein gekommen sowie andere fantastische Fundstücke, blieb Häffner etwas geheimniskrämerisch. Der Öffentlichkeit werden die Fundstücke im Rahmen des Symposiums gezeigt, das am 29. Februar in Dollnstein abgehalten wird.

Von Josef Bartenschlager
Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!