Dienstag, 22. Januar 2019
Lade Login-Box.

Studierende haben im Rahmen eines Lehrprojekts zum ersten Mal Honig geschleudert

Süße Grüße von der Universität

Eikchstätt
erstellt am 01.07.2015 um 19:50 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 17:29 Uhr | x gelesen
Eikchstätt (upd) Rund 60 000 Bienen, die seit einem Jahr in zwei Holzkästen auf dem Campus im Garten des ehemaligen Kapuzinerklosters zuhause sind, haben in den vergangenen Monaten im Dienste von Forschung und Lehre Nektar gesammelt. Sie waren Mittelpunkt einer Lehrveranstaltung.
Textgröße
Drucken
Eikchstätt: Süße Grüße von der Universität
Foto: - kx
Eikchstätt

Beobachtet und betreut wurden die Bienen von 17 Studierenden, die im Rahmen der Lehrveranstaltung „Praktische Beispiele für nachhaltige Entwicklung mit dem Schwerpunkt Imkerei“ Kenntnisse und Fähigkeiten rund um Bienen, Blütenhonig und Biodiversität erworben haben. Während Seminare oft mit Referaten und der Lektüre wissenschaftlicher Texte bestritten werden, stand in diesem Kurs neben theoretischen Grundlagen auch die praktische Arbeit unter Anleitung des Eichstätter Umweltpädagogen und Imkers Johann Bauch auf dem Programm – etwa das Schleudern der Honigwaben sowie das Rühren und Abfüllen des Honigs.

30 Kilogramm beziehungsweise rund 100 große und kleine Gläser sind die Ausbeute des ersten Produktionsjahres. Etliche Gläser Lindenblütenhonig sollen in den kommenden Tag noch dazukommen. Weil das aber für einen Verkauf noch zu wenig ist, wird die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) den Honig aus eigener Produktion zunächst verschenken, etwa an Ehrengäste oder ausgewählte Freunde und Förderer der Universität. Helga Rolletschek, die Verantwortliche für das Bienenprojekt an der KU, hofft, dass im kommenden Jahr die Honigausbeute noch größer ausfällt. Es sei geplant, den Bestand an Bienen um ein oder zwei weitere Völker aufzustocken.

Das Lehrprojekt soll bei den Studierenden Rolletschek zufolge das Bewusstsein für eine nachhaltige Entwicklung schärfen und die umweltpädagogische Kompetenz fördern. „Es geht dabei um das Erkennen und Verstehen von biologischen Zusammenhängen in Ökosystemen und die Reflexion über die Möglichkeiten und Grenzen anthropogener Eingriffe in Ökosysteme“, so die Leiterin des Faches Didaktik der Biologie an der KU.

An dem Seminar haben Studierende verschiedener Fachrichtungen teilgenommen, etwa die Politikwissenschaft-Studentin Magdalena Wahl. Gewinnbringend sei gewesen, was im Seminar über das Konzept der Nachhaltigkeit, den Umgang mit der Natur und alternativen Landwirtschaftsmethoden vermittelt wurde. „Außerdem macht Spaß, zwischen den Vorlesungen mal draußen im Garten zu werkeln und ein bisschen in das Fach Biologie reinzuschnuppern“, so Wahl.

Die KU ist mit diesem Projekt zugleich eingebunden in die Kooperation „Eichstätt summt!“. Mehrere Vereine, Institutionen, Gruppierungen aus Eichstätt wollen sich am kommenden Freitag, 3. Juli, im Rahmen eines Workshops der bundesweiten Initiative „Deutschland summt“ anschließen. Aus den Reihen der Politik unterstützen die Kooperationspartner die Landtagsabgeordneten Tanja Schorer-Dremel und Eva Gottstein sowie Eichstätts Oberbürgermeister Andreas Steppberger. Der Initiative „Deutschland summt“ gehören bisher sieben Städte an. Ziel des Projektes ist es, insbesondere die städtische Bevölkerung für die Bedeutung der Honig- und Wildbienen für das Ökosystem zu sensibilisieren, auf die Gefährdungen der Lebensräume etwa durch Monokulturen oder den Einsatz von Pestiziden hinzuweisen und dafür zu werben, neue Futterquellen für Bienen in der Stadt bereitzustellen.

An der KU waren in diesem Zusammenhang bereits Schulklassen mit Studierenden bei Blühaktionen unterwegs. Zuletzt haben Eichstätter Alumnen auf dem Gelände ihres Priesterseminars gemeinsam mit dem Fachbereich Biologie-Didaktik auf mehr als 600 Quadratmetern Wildblumen angesät.

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!