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Bienenschöpfungsweg im Rahmen der Aktion "Eichstätt summt!" feierlich eröffnet 30 Paten

"Sorge für unser gemeinsames Haus"

Eichstätt
erstellt am 11.07.2016 um 19:34 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 17:39 Uhr | x gelesen
Eichstätt (EK) Die Stadt summt und hat eine neue Attraktion: den Bienenschöpfungsweg entlang der Altmühl. Am Sonntagnachmittag wurde der neue Lehrpfad im Hofgarten eröffnet.
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Eichstätt: "Sorge für unser gemeinsames Haus"
Bei der Eröffnung wurde die erste Tafel des Schöpfungsweges dem Publikum vom Balkon der Sommerresidenz präsentiert. Sie zeigt den heiligen Ambrosius, den Schutzpatron der Imker und Bienen. - Fotos: Mayer
Eichstätt

"Denk an die Biene, ihr geht's nicht gut. Sie braucht unsere Hilfe und unseren Mut!" Mit diesem Lied eröffnete Dr. Helga Rolletschek, Leiterin der Didaktik der Biologie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) den Festakt im Eichstätter Hofgarten, zu dem das Aktionsbündnis "Eichstätt summt!" alle Kooperationspartner aus Politik und Wirtschaft geladen hatte.

Anlass war die Einweihung des Bienenschöpfungsweges, der auf 30 Schautafeln zwischen Herzogsteg und Franz Göpfert-Steg unter anderem über die Gestaltung bienenfreundlicher Gärten, die Welt durch Bienenaugen oder den Einfluss des Klimawandels auf diese Insekten informiert. Den Initiatoren war es wichtig, eine Brücke zum heiligen Willibald herzustellen. Der wurde von der Nonne Hugeburc in der von ihr verfassten Lebensbeschreibung des Heiligen mit einer Biene verglichen (siehe eigenen Bericht). So segnete Bischof Gregor Maria Hanke bei der Pontifikalvesper zum Abschluss der Willibaldswoche die erste Tafel, für die sich der Oberhirte auch als Pate zur Verfügung stellte.

Zuvor hatten die Vertreter des öffentlichen Lebens auf der großen Bühne im Eichstätter Hofgarten die Bedeutung des Aktionsbündnisses betont. Schirmherr ist der Regens des Eichstätter Priesterseminars, Christoph Wölfle. Als Vertreter der Kirche sei es ihm ein besonderes Anliegen, "Sorge für unser gemeinsames Haus" zu tragen, wie es in der Enzyklika "Laudato Si'" von Papst Franziskus heißt. Deshalb habe er auch gerne die Schirmherrschaft des Aktionsbündnisses "Eichstätt summt!" übernommen, welches sich zum Ziel gesetzt hat, die Biene und deren Lebensraum zu fördern. "Wenn wir sensibler werden für die Schöpfung, werden wir auch sensibler für den Schöpfer", fügte Wölfle am Ende an.

Oberbürgermeister Andreas Steppberger betonte die Kooperation im Rahmen des Projektes und hob hervor, dass alles in relativ kurzer Zeit von der Hand gegangen sei und bürokratische Hindernisse durch die ansteckende Art von Dr. Helga Rolletschek, die als Initiatorin und Motor fungierte, überwunden worden seien. Überhaupt wurde das Engagement von Helga Rolletschek in sämtlichen Grußworten als herausragend dargestellt.

MdL Eva Gottstein war begeistert, was die Biologin durch permanentes Nachbohren und effizientes Arbeiten geschaffen habe. Landrat Anton Knapp sah den Schöpfungsweg als perfekte Ergänzung, der bestens ins Profil des Naturparks passe. Welche Leidenschaft die Beschäftigung mit Bienen auslösen könne, habe er am eigenen Vater erleben dürfen, der sich im hohen Alter der Imkerei gewidmet habe.

Die bienenpolitische Sprecherin der CSU, Landtagsabgeordnete Tanja Schorer-Dremel, stellte neben der großen Schöpfungsverantwortung vor allem die Weitergabe des Bewusstseins an die Kinder in den Schulen in den Mittelpunkt. Vom Aktionsbündnis "Deutschland summt" waren Dr. Corinna Hölzer und Cornelis Hemmer aus Berlin gekommen. Als "Mama" und "Papa" des deutschlandweiten Aktionsbündnisses hätten sie sich nicht träumen lassen, dass sie an einem Ort, der nicht hätte schöner sein können, einen Schöpfungsweg mit einweihen dürfen. Weiterhin lobten sie das Bundesland Bayern als Vorreiter. Die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf hat erst kürzlich die Kampagne "Natur in der Stadt" eröffnet, eines von drei geförderten Projekten ist die Stiftungs-Initiative "Bayern summt".

Aus der Ideenwerkstatt des Sparkassenfonds kam große finanzielle Unterstützung für "Eichstätt summt!". Der Vertreter der Sparkasse, Klaus Reichenberger, meinte, dass es der Bank sehr leicht gemacht worden sei, diese "charmante Idee" mit den vielen vernetzten Institutionen zu unterstützen.

Im Anschluss durften alle Paten der einzelnen Tafeln in einem kurzen Statement erklären, warum sie das Projekt unterstützen und sich zur Verfügung stellen. Insgesamt 30 Vereine, Verbände und Institutionen aus Eichstätt haben sich dafür bereit erklärt, angefangen vom Gartenbauverein Eichstätt über den Tanzsportclub, Bauernverband, die Klinik bis hin zum THW. Stellvertretend meinte Jakob Weidenhiller: "Die Biene und wir machen uns Techniken zunutze, die für die Menschen sehr hilfreich sein können."

Zahlreiche Führungen schlossen sich zu bienenspezifischen Themen mit Pfarrer Anton Schatz, Dominik Amersdorffer, Katharina Nenning, Professor Susanne Jochner, Monika Klement, Johann Bauch, Markus Markert, Dr. Michael Miedaner, Elena Schwarzer und Jürgen Naumann an.

Nach einem ökumenischen Gottesdienst im Kapuzinergarten, der von Regens Christoph Wölfle, dem evangelischen Pfarrer Sieghart Schneider und dem Spiritual des Collegium Orientale Ivan Kachala, der die Ambrosiusikone segnete, gemeinsam zelebriert wurde, spielte noch die Band "Paranotes" aus München im Hofgarten.

Von Edgar Mayer
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