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Catherine Hiley eröffnet ihre Ausstellung "Marginalia" in der Lithographie-Werkstatt

Dicht am Geburtsort der Lithographie

Eichstätt
erstellt am 16.07.2015 um 17:56 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 17:30 Uhr | x gelesen
Eichstätt (EK) Es sind unvorhergesehene, oft zufällige Bildmotive, manchmal nebensächliche Kritzeleien oder als unwichtig oder unseriös erachtete Marginalien, die die Druckgrafikerin und Künstlerin Catherine Hiley faszinieren und inspirieren. Am Samstag zeigt sie ihre Werke in der Litho-Werkstatt.
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Eichstätt: Dicht am Geburtsort der Lithographie
Die in Schottland lebende Künstlerin und Druckgrafikerin Catherine Hiley gewann einen zweiwöchigen Künstleraufenthalt in der Lithographiewerkstatt von Li Portenlänger. Ab Sonntag sind ihre Arbeiten in ihrer Ausstellung „Marginalia“ zu sehen. - Foto: ddk
Eichstätt

Auf der Jahresausstellung der schottischen Künstlergesellschaft (SSA) gewann sie mit dem Werk „Boat“ 2014 einen zweiwöchigen Künstleraufenthalt in der Eichstätter Lithographiewerkstatt von Li Portenlänger. Die Ergebnisse ihres Arbeitsaufenthaltes sind dort ab kommendem Sonntag in einer Ausstellung mit dem Titel „Marginalia“ zu sehen. Die Vernissage findet am Samstagabend um 20 Uhr statt.

„Es ist etwas ganz Besonderes für mich, so dicht am Geburtsort der Lithographie zu sein“, schwärmt Catherine Hiley, die am 1. Juli für ihren Künstleraufenthalt vom schottischen Edinburgh nach Eichstätt reiste. Die 1979 in England geborene Gastkünstlerin wuchs in Regensburg auf, studierte Freie Kunst in London und Vancouver und schloss ihr Studium 2007 an der Kunsthochschule Berlin Weißensee ab. Seitdem lebt sie in Edinburgh, Schottland, als freie Künstlerin und Illustratorin und ist dort Mitglied der Edinburgh Printmakers Druckgrafikwerkstatt, wo sie auch als technische Hilfskraft und Kursleiterin arbeitet. Bei einem Arbeitsaufenthalt von Li Portenlänger in Edinburgh entstand die Idee, als Preis für den Ausstellungssieger in Edinburgh einen Gastaufenthalt für einen schottischen Künstler in Eichstätt anzubieten – Hiley ist die glückliche Gewinnerin.

Zwar hat sie als Kunstinteressierte während ihres Studiums und in ihrer Kindheit schon Ausflüge in die Steinbrüche des Altmühltals unternommen, doch Zeit und Muße, die Steinbrüche des Maxbergs oder des Horstbergs zu erforschen, den Steinbrechern zuzuschauen, die typischen Steinfarben oder die Apollofalter zu bewundern – dazu hatte Hiley erst jetzt während ihres zweiwöchigen Aufenthaltes in Eichstätt Gelegenheit.

Begeistert arbeitete sie dann in der Lithographiewerkstatt von Li Portenlänger mit den hiesigen Lithographiesteinen. „Es sind schon immer die Steine, die mich bei der Lithographie angezogen haben, und weniger die Ergebnisse“, betont Hiley und zeigt ihre jüngsten Arbeiten nach dem Besuch des Maxbergs in Mörnsheim. Es sind markante Zeichnungen von Apollofaltern oder einer Frauenbergwanderung, bei deren Druck Hiley die Umrisse der Steinplatte oder Steinscherbe deutlich erkennbar lässt. „Ich finde es so schade, dass man die Steine nach dem Druck nicht mehr sieht“, bedauert sie. Daher sei es ihr so wichtig, während ihres Eichstätt-Aufenthaltes den Stein „sichtbar“ zu machen und auf ihren Bildern die Steinumrisse mitzudrucken.

In der Lithographie-Werkstatt von Li Portenlänger arbeitet die Druckkünstlerin, die neben ihren Grafiken gerne auch kleine Künstlerbücher anfertigt, mit großer Begeisterung. „Es ist fantastisch, mit einer Koryphäe wie Li zu arbeiten und die traditionellen chemischen Drucktechniken kennenzulernen, mit denen sie arbeitet“, schwärmt Hiley, die aus Edinburgh ganz andere, weniger aufwendige Drucktechniken kennt.

In ihrer Ausstellung ab kommendem Sonntag wird Hiley einen Einblick in ihre Arbeiten geben, die allesamt aus der freien, ungezwungenen Zeichnung entstanden sind. Sie haben in Intention und Ursprung oft viel gemeinsam mit Motiven in illuminierten Handschriften des Mittelalters, die Hileys Vater als Regensburger Musikhistoriker früher gezeigt und bewundert habe, erinnert sich Hiley, aber natürlich auch mit selbst Erlebtem, mit Nachrichten, Träumen und Beobachtungen des Alltags.

Die Ausstellung „Marginalia“ ist vom 18. Juli bis 2. August, jeweils mittwochs, donnerstags und freitags von 16 bis 18 Uhr sowie an Samstagen und Sonntagen von 11 bis 13 Uhr in der Lithographiewerkstatt, Pfahlstraße 25, zu sehen.

Von Dagmar Kusche
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