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Nach Kündigung von Kaplan Johannes Weise: Gespräch mit Pfarrgemeinderatsvertretern im Ordinariat

Bistum will in Egweil offene Fragen klären

Egweil
erstellt am 02.02.2018 um 19:09 Uhr
aktualisiert am 07.02.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Egweil (EK) Das von der Diözese angekündigte Gespräch zur Kündigung von Kaplan Johannes Weise und dem daraus entstandenen Unmut in Teilen der Pfarrei hat Mittwochabend stattgefunden. Das Bistum hat nun eine öffentliche Klärung offener Fragen angekündigt.
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Egweil: Bistum will in Egweil offene Fragen klären
Unter dem Egweiler Kirchturm herrscht derzeit nicht eitel Sonnenschein: Ein Teil der Gläubigen kämpft um den Verbleib ihres bisherigen Kaplans Johannes Weise und seiner Gemeinschaft der Kreuzbrüder. - Foto: Gabler
Egweil

Die Fenster des Generalvikar-Büros im Eichstätter Ordinariat waren am Mittwochabend lange hell erleuchtet: Dort saßen Generalvikar Isidor Vollnhals, Vertreter des Pfarrgemeinderats und der Kirchenverwaltung von Egweil, der Ortsbürgermeister Johannes Schneider und weitere Bistumsvertreter zusammen und beratschlagten über die Situation in Egweil. Vollnhals hatte vor zwei Wochen zu dem Gespräch eingeladen, nachdem in dem kleinen Ort an der Landkreisgrenze zu Neuburg die Wellen hochgeschlagen waren: Bischof Gregor Maria Hanke hatte wie ausführlich berichtet dem dort tätigen Kaplan Johannes Weise zum Juli gekündigt.

Dagegen hatte sich eine Protestwelle formiert, viele Gläubige wollten sich mit der Entlassung des in Egweil großteils sehr beliebten Geistlichen nicht abfinden: Mit Weise sollte auch die von ihm gegründete Gemeinschaft der "Kreuzbrüder" gehen. In einem Gespräch mit unserer Zeitung hatten Mitglieder der Initiative "Pro Weise" erklärt, dass sie sich von den drei Theologen seelsorglich sehr gut betreut fühlten. Die "Kreuzbrüder" hatten Bibelstunden angeboten, katechetische Gespräche, einen Gospelchor gegründet, waren in der Wirtschaft und hielten dort die Fastenpredigt. "Das waren Zusatzangebote", keiner habe das annehmen müssen, sagen die Unterstützer der Gemeinschaft.

Das Bistum wiederum hatte erklärt, dass es Aktivitäten der Gemeinschaft gäbe, die "Konflikte und eine Spaltung der Gemeinde provozieren". Dem Vernehmen nach geht es dabei unter anderem um die Erstkommunionvorbereitung: Die hatte der zuständige übergeordnete Nassenfelser Pfarrer Slawomir Gluchowski Kaplan Johannes Weise entzogen. In einer E-Mail, die Weise an die Erstkommunioneltern sendete und die unserer Zeitung vorliegt, erklärte er, die Kinder "zur Vertiefung der Vorbereitung zu mir und zu uns schicken zu können". Dieses Vorgehen war, so heißt es aus dem Umfeld der Bistumsleitung, mit ein ausschlaggebender Grund, Weise zu kündigen.

In dem nun stattgefundenen Gespräch wollte sich Generalvikar Vollnhals als Vertreter des Bischofs persönlich ein Bild über die Situation in Egweil machen. In einer offenen und konstruktiven Gesprächsrunde, so verlautete es aus Teilnehmerkreisen, erläuterte Vollnhals die Entscheidung des Bischofs zur Personalsituation in Egweil und schilderte auch Hintergründe.

"Die Vertreter der Pfarrgemeinde stellten umfassend die Situation vor Ort dar und berichteten die aktuellen Probleme und Fragen", sagte Bistumssprecher Martin Swientek auf Anfrage unserer Zeitung. "Für Generalvikar Vollnhals und seine Mitarbeiter in der Diözesanleitung hat das Gespräch bestätigt, dass in der Gemeinde Spaltungen und Verletzungen entstanden sind", so Swientek weiter. "Im Dienst an der Einheit, dem jeder Bischof und ebenso seine Mitarbeiter im pastoralen Dienst verpflichtet sind, müssen darum dringend Maßnahmen ergriffen werden, um die entstandenen Verwerfungen aufzuarbeiten." Es seien glaubwürdige Maßnahmen notwendig, die zur Heilung von Verletzungen, Befriedung und Wiederherstellung der Einheit vor Ort beitragen.

Ein "erster Schritt", sagte Swientek, sei nun, dass man offene Fragen möglichst zeitnah mit allen Gläubigen klären wolle. "Geplant ist eine Darstellung, mit der sich die Diözese an die Gläubigen wendet."

Wie die genau aussieht, konnte Swientek am Freitag noch nicht sagen. Fest steht allerdings, dass sie vor dem geplanten Pastoralbesuch des Eichstätter Bischofs am 26. Februar in der Pfarrgemeinde erfolgen werde.

Die von Bischof Gregor Maria Hanke angekündigte "zeitnahe Entbindung" Weises von seinen Aufgaben als Kaplan in Egweil ist indes noch nicht geklärt: Wie Swientek erklärte, gelte der 31. Juli als letzter Arbeitstag des Dominikanerpaters im Bistum. Ob er in der Zeit davor bereits zur Vorbereitung anstehender Prüfungen freigestellt werde, solle im Gespräch mit Weise geregelt werden.

Von Marco Schneider
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