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Der neue Hauptsponsor des VfB: Liqui-Moly-Inhaber Ernst Prost stellt sich vor

„Keine Eintagsfliege“

Eichstätt
erstellt am 09.07.2017 um 16:50 Uhr
aktualisiert am 15.07.2017 um 03:33 Uhr | x gelesen
Eichstätt (EK) Die Los Angeles Kings in der NHL und die Eisbären Berlin in der DEL, Star-Motorradrennfahrer Sandro Cortese oder Ratiopharm Ulm in der Basketball-Bundesliga – Liqui Moly sponsert weltweit viele Profisportteams. Und in der neuen Fußballregionalligasaison nun auch den VfB Eichstätt.
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Neue Partnerschaft: Ernst Prost (Mitte) und sein Unternehmen Liqui Moly unterstützen in den kommenden drei Jahren das Team des VfB Eichstätt in der Regionalliga Bayern. Am Wochenende stellte sich der neue Sponsor der Mannschaft vor.
Zengerle
Eichstätt

In einer Woche geht der VfB erstmals in seiner Geschichte in der vierthöchsten Deutschen Fußballliga auf Punktejagd – und erstmals auch mit dem markanten rot-blauen Logo des neuen Hauptsponsors: Liqui-Moly sponserte 2002 bis 2005 schon den damaligen Bundesligisten TSV 1860 München. Und beide Vereine treffen nun in der Regionalliga Bayern aufeinander – ein Grund mehr für Liqui-Moly-Inhaber Ernst Prost, sich beim VfB zu engagieren.

Die regionale Verwurzelung, die Freude und das Engagement der Amateursportler des VfB – das passe zu seinem Unternehmen, meint Inhaber Ernst Prost. „Das ist aber natürlich ein Geschäft“, sagt er bei der Präsentation als neuer Hauptsponsor aber ganz offen zu der Mannschaft, die in Zukunft sein Logo auf der Brust trägt. Es gehe beim Sponsoring immer darum, die eigene Marke bekannt zu machen. Und das erhoffe er sich natürlich nun durch den Deal mit dem VfB Eichstätt. Im Sport wie in der Wirtschaft gehe es immer um Erfolg. Er selbst habe als Unternehmer viele Jahre lang für den Erfolg gearbeitet. Inzwischen gehe es ihm aber mehr um Spaß, so der erfolgreiche Unternehmer. „Das Schöne ist: Wer Spaß an dem hat, was er tut, ist meist auch erfolgreich“, gibt er den Fußballern des VfB mit auf den Weg.

Fußballerisch habe er es nie über die C-Klasse hinaus geschafft. „Das hatte einen Vorteil: Wir konnten nicht mehr absteigen“, sagt Prost grinsend. Nicht abzusteigen – das haben auch VfB-Trainer Markus Mattes und sein Team als Saisonziel ausgegeben. „Gekommen, um zu bleiben“, so beschreibt Mannschaftskapitän Fabian Schäll die Mission. „Natürlich gibt es in der Regionalliga einige Mannschaften, die individuell besser besetzt sind als wir. Aber unsere Stärke ist der Zusammenhalt.“ Man freue sich natürlich ganz besonders auf die Duelle mit dem TSV 1860 München.

Ernst Prost kennt beide Vereine: Mit dem damaligen „Löwen“-Boss Karl-Heinz Wildmoser habe er die Konditionen des Sponsorvertrags mit dem damaligen Bundesligisten TSV 1860 München auf einem Bierdeckel festgehalten und per Handschlag besiegelt. Vertrauen – das sei im Wirtschaftsleben wie auch im Sport gleichermaßen wichtig. Als vor einiger Zeit bei ihm das Telefon klingelte und der Eichstätter Oberbürgermeister Andreas Steppberger anfragte, ob er sich vorstellen könne, den Regionalliganeuling aus seiner Stadt finanziell zu unterstützen, war Prost gleich interessiert – und gab bald darauf wieder sein Wort: Prost und sein Unternehmen wurden damit der vielleicht entscheidende Baustein, der noch gefehlt hatte, um den VfB finanziell regionalligatauglich zu machen. Mit einem mittleren fünfstelligen Betrag, verrät Vorsitzender Thomas Hein hocherfreut über das Engagement des Ulmer Unternehmens – zumal es „keine Eintagsfliege“ ist, wie Prost sagt: Der Vertrag geht über drei Jahre. „Aus dem sportlichen Bereich halte ich mich natürlich raus. Da sind andere zuständig und auch kompetenter als ich“, sagt er.

Die Stadt und das Altmühltal lägen ihm am Herzen, hat Prost zuvor schon den Spielern erzählt. Schon als junger Mann sei er mit seinem Motorrad regelmäßig durch das schöne Altmühltal gefahren. Auch heute kenne er noch jeden Winkel und freue sich immer wieder, zurückzukehren. Hier hat er damals das Restaurant Schönblick in den Serpentinen oberhalb Eichstätts entdeckt. Eigentlich hatte er sich dort mit jemandem verabredet, um von ihm Straußeneier zu kaufen. Das damals herabgewirtschaftete Restaurant hat er dann wenig später ebenfalls gekauft und inzwischen zu einem erfolgreichen Hotel weiterentwickelt.

Aus dem Wirtschaftsleben kennt Prost Höhen und Tiefen. Auch bei Liqui Moly habe es schwierige Zeiten gegeben, in denen er viele Jahre selbst mit seinem Vermögen für das Unternehmen gebürgt habe. Wie der VfB schwimmt auch sein Unternehmen aber schon lange auf der Erfolgswelle und erwirtschaftet heute mit 800 Mitarbeitern einen Umsatz von 500 Millionen Euro. „Ich habe einfach daran geglaubt“, sagt er. Der Erfolg hat ihm Recht gegeben.

Ob die sportliche Erfolgsgeschichte des VfB ebenfalls so weitergeht, wird man schon bald sehen: Am kommenden Samstag empfängt das Team zum Punktspielauftakt den FC Unterföhring im Liqui-Moly-Stadion. Dass man wettbewerbsfähig ist, hat die Mannschaft beim 1:1 im letzten Testspiel am Samstag gegen den Ligakonkurrenten VfR Garching unter Beweis gestellt (Spielbericht auf Seite 21) .

Dennoch will der VfB den Kader noch verstärken, ehe das Transferfenster sich im August schließt. Aktuell haben zwei defensive Nachwuchstalente aus Saarbrücken und Darmstadt ein Probetraining absolviert. Denn unter anderem in der Innenverteidigung sucht der VfB noch Verstärkungen. Ohne die Unterstützung des neuen Hauptsponsors, aber auch der vielen anderen Unterstützer wäre nicht nur das, sondern auch das „Abenteuer Regionalliga“ für die erfolgreichen Eichstätter unmöglich.

Stephan Zengerle
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