Thalmässing

Wasser stand brusthoch auf der Straße

Nach Gewitter über dem Auer Berg schwillt Rinnsal zum Strom an - Großeinsatz in Lohen

11.06.2021 | Stand 14.06.2021, 3:33 Uhr
Unter Wasser gesetzt hat ein kleines Rinnsal den Ort Lohen. −Foto: Feuerwehr

Thalmässing - Nicht nur in Allersberg, sondern auch im Süden des Landkreises hat am Donnerstag das Unwetter gewütet. Innerhalb kürzester Zeit ist ein kleiner Bach, der von Dixenhausen in Richtung Lohen führt, so stark angeschwollen, dass er als reißender Fluss in dem kleinen Ort ankam. Und auf seinem Weg hat der Strom alles mitgerissen, was ihm im Weg stand oder lag.

"Brusthoch ist das Wasser in der Straße gestanden", berichtet Annette Gleich von der Feuerwehr in Lohen. Und diese gewaltigen Wassermassen hatten eine ungeheure Kraft: Sie hebelten die Tore der Gemeinschafts-Maschinenhalle aus, so dass die Sitzgarnituren der Feuerwehr weggeschwemmt wurden. Auch ein zwei Meter hoher Holzstapel konnte der Wucht nicht standhalten, geriet in Schieflage und kippte um. Selbst die gemauerten Säulen eines Gartenzauns gaben nach und kippten auf die Straße. Ein Güllefass wurde ebenso mitgerissen wie unzählige Ster gespaltenes Holz.

"Genau über dem Auer Berg ist ein starkes Gewitter heruntergekommen", sagt Kreisbrandinspektor Egbert Petz, der in Vertretung seines Gredinger Kollegen den Einsatz leitete. Neben den Feuerwehren aus Lohen, Offenbau, Thalmässing und Greding wurden auch die Ortsverbände des Technischen Hilfswerks (THW) aus Hilpoltstein und Roth alarmiert, um der Überschwemmung Herr zu werden.

Schon am Wochenende hatte es stark geregnet und Überschwemmungen gegeben. "Da war die Strecke von der Kammühle bis Untermässing betroffen", berichtet der Offenbauer Kommandant Martin Enzenhöfer. "Jetzt geht es von Lohen bis Untermässing - und es ist doppelt so viel."

Wer einen Vergleich für dieses Hochwasser finden will, braucht schon ein gewisses Lebensalter. "Meine Eltern haben 1954 geheiratet und da gab es kein Weiterkommen, weil alles überschwemmt war", erzählt Erwin Schneider. Beim Namen des Bachs, der das Unheil am Donnerstagabend angerichtet hat, muss der aus Lohen stammende Thalmässinger Kreisbrandmeister aber passen. "Das ist doch gar kein richtiger Bach, so klein wie der ist."

Als das Wasser langsam abläuft, werden die Schäden allmählich sichtbar und vor allem der Dreck, der zurückgeblieben ist. Damit dieser nicht zu einer festen Masse antrocknet, unterstützen die Feuerwehrleute die Anwohner beim Saubermachen und spritzen mit sauberem Wasser den Schlamm weg.

Das Gewitter hinterlässt aber auch an anderen Stellen im südlichen Landkreis seine Spuren: Manche Brücken sind nicht mehr passierbar, weil sie überflutet sind. Die Wiesen stehen knietief unter Wasser und auch die Staatsstraße von Thalmässing nach Kleinhöbing ist teilweise überschwemmt. Zwischen Schwimbach und Dixenhausen gibt eine Straßenböschung nach und rutscht teilweise auf die Fahrbahn. In Thalmässing können die Gullys die Wassermassen nicht mehr fassen, so dass kleine Seen auf der Straße entstehen. Erschwerend kommt dazu, dass viele Autos und auch große Lastzüge die Autobahn verlassen haben und auf ihrer Fahrt durch den Landkreissüden die Aufräumarbeiten behindern.

HK

Andrea Karch