Ingolstadt

Team Amsel steht bereit

Naturfreunde aus Ingolstadt wollen ihren Favoriten zum Vogel des Jahres 2021 machen - Abstimmung im Internet

16.10.2020 | Stand 02.12.2020, 10:20 Uhr
Einsatz für die Amsel: Rudi Wittmann (von links) Benedikt Siegel, Manfred Walthier, Iryna Rakitchenkova, Gitta und Rudi Knorr sowie Hans Mayer vom Landesbund für Vogelschutz in Ingolstadt rufen zur Wahl des Vogel des Jahres auf. −Foto: Eberl

Ingolstadt - Seit einem halben Jahrhundert wird regelmäßig der "Vogel des Jahres" gekürt.

Bisher haben der Naturschutzbund (Nabu) und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) entschieden, welche Art mit diesem Titel bedacht wird. Erster Vogel des Jahres war der Graureiher, heuer ist es die Turteltaube.

Zur 50. Auflage sind alle Vogelfreunde eingeladen, den Titel für das Jahr 2021 per Abstimmung zu vergeben. Auf der Seite www. vogeldesjahres. de ist jeder aufgerufen, seine Stimme abzugeben. "Bis zum 15. Dezember werden aus insgesamt 307 Vogelarten die Top-Ten-Kandidaten ermittelt", teilt der Nabu mit. "Hierbei stehen alle in Deutschland brütenden sowie die wichtigsten Gastvogelarten des Landes zur Auswahl. Die zehn von der Bevölkerung meist nominierten Vogelarten gehen dann ab dem 18. Januar ins finale Rennen um den Titel. "

Die Ingolstädter Ortsgruppe des LBV wirbt für die Amsel als Vogel des Jahres 2021. In einer internen Abstimmung hat sie sich mit 40 Prozent gegen den Eichelhäher, die Mönchsgrasmücke, die Blaumeise und den Grünfink durchgesetzt, berichtet Vorsitzender Rudi Wittmann. Die Idee zur Amsel-Kampagne sei der Truppe im Corona-Lockdown gekommen, während dem sich die Mitglieder immer wieder zu virtuellen "Vogelhaustalks" zusammengeschalten haben. Die "Ingolstädter Amselflüsterer", wie sie sich mittlerweile nennen, gehen die Sache mit viel Spaß an, betonen aber auch, dass die Wahl zum Vogel des Jahres durchaus einen ernsten Hintergrund hat. "Vögel geben gute Hinweise auf den Zustand der Natur", erklärt Wittmann. Das gelte auch für die Amsel. "Wir haben uns deswegen bewusst für diesen populären Vogel entschieden, den viele kennen", ergänzt Rudi Knorr. Die Bestände des vermeintlich häufigen Vogels sind akut bedroht, berichten die Experten. "Das afrikanische Usutu-Virus hat sich aufgrund der Klimaveränderung in ganz Deutschland ausgebreitet und viele Amseln sind an dieser Virus-Pandemie gestorben", so Wittmann. "Aufgrund der Klimaveränderung kommt es sehr häufig zu trockenen und heißen Sommern, die Amseln verdursten und finden nicht mehr ausreichend Nahrung in und auf den ausgetrockneten Böden. " Amseln ernähren sich im Frühjahr und Sommer meist von Würmern, Schnecken und Insekten. Der allgemeine Rückgang der Insektenbestände macht sich auch am Nahrungsvorrat der Amseln bemerkbar.

Für die Amsel spricht auch, dass sie einfach zu beobachten ist, erklärt Gitta Knorr. Wer eine Vogeltränke oder ein Futterhäuschen aufstellt, bekommt sie immer wieder zu Gesicht. "Auch Kinder können so schnell einen Zugang finden. " Vielleicht stimmen sie ja dann auch auf vogeldesjahres. de/vorwahl/Amsel/ für den Ingolstädter Kandidaten.

DK

Johannes Hauser