Eichstätt

Spuckattacke auf Markus Steinhöfer

Bayreuther Fans sorgen beim Spiel gegen VfB für gute Stimmung, aber auch für Hektik und Aufregung

04.03.2019 | Stand 02.12.2020, 14:30 Uhr
Unruhe wegen eines Zuschauers: VfB-Spieler Markus Steinhöfer (Mitte) beschwert sich nach der Spuckattacke beim Schiedsrichter. −Foto: Traub

Eichstätt (EK) Rund zehn Minuten nach dem Schlusspfiff durch Drittliga-Schiedsrichter Tobias Schultes hatten die allermeisten Zuschauer nach dem Heimspiel piel des VfB Eichstätt gegen die SpVgg Bayreuth das Stadionrund bereits verlassen. Die Spieler waren mit dem Auslaufen fertig oder längst in der Kabine. Trotzdem kam es auf dem Sportgelände noch zu verbalen Auseinandersetzungen und kleinen Handgreiflichkeiten. Auslöser war die Spuckattacke eines Bayreuther Zuschauers auf Markus Steinhöfer während der Partie.

VfB-Abteilungsleiter Hans Benz und Eichstätter Zeugen hatten den Übeltäter identifiziert und die anwesende Polizei verständigt. Als Steinhöfer dann dazu geholt wurde, um den Ordnungshütern den mutmaßlichen Täter zum Feststellen der Personalien sowie Erstatten einer Anzeige zu bestätigen, gingen die Schubsereien und Beschimpfungen ("Ihr Bauern seid ein Affenverein") los. Ordner und der Sicherheitsdienst mussten dazwischen gehen. Mit besonnenem Eingreifen brachten sie die aufgebrachte Stimmung schnell unter Kontrolle. Schon unmittelbar zuvor hatte es innerhalb des Bayreuther Fanblocks der "Szene 1921" eine Rauferei gegeben. Dem Vernehmen nach waren auf der Busfahrt nach Eichstätt "Fans" von Greuther Fürth mitgenommen worden, mit denen es dann anscheinend Unstimmigkeiten gab. Unter anderem wurde eine Frau in den Schwitzkasten genommen und ihr ein Bier über den Kopf geschüttet.

Zunächst hatte die schwarz-gelbe Fangruppierung aus Oberfranken ein positives Bild abgegeben. Mit Schlachtrufen, Gesängen und geschwungenen Fahnen feuerten sie ihr Team ununterbrochen an. Nach einer Viertelstunde Spielzeit brachte ein "einzelner Idiot", wie VfB-Trainer Markus Mattes mit deutlichen Worten beschrieb, "die ansonsten tollen Fans dann aber in Misskredit." Steinhöfer hatte sich direkt vor den Bayreuther "Fans" einen Zweikampf mit einem Gegenspieler geliefert - und wurde anschließend von einem Zuschauer ins Gesicht gespuckt. Zudem war deutlich zu sehen, wie er zusätzlich mit Bier bespritzt wurde. Mattes, der auf der Pressekonferenz angesichts dieser unschönen Ereignisse zunächst die sportliche Analyse wegließ, sagte: "Grundsätzlich wollen wir alle Stimmung in den Stadien und auf den Plätzen haben. Ich finde es auch toll, wenn solche Fangruppierungen die Vereine begleiten. Es ist immer die Kritik da, wenn die Gästefans dann in die ?Käfige' gesperrt werden. Aber wenn man es nicht tut und den Vereinen entgegenkommt, dann kommt so etwas heraus, wie heute geschehen. Und das tut mir wirklich leid. So etwas hat auf einem Fußballplatz nichts zu suchen." Angesichts dieser Vorfälle kann man davon ausgehen, dass der Bayerische Fußballverband (BFV) die Partie zwischen dem VfB Eichstätt und der SpVgg Oberfranken Bayreuth zukünftig als "Risikospiel" einstufen wird.

Norbert Dengler