Dollnstein

Skepsis gegenüber Kostenschätzung

Lebhafte Diskussion bei Bürgerversammlung in Dollnstein über anstehende Sanierung der Papst-Viktor-Straße

28.01.2016 | Stand 02.12.2020, 20:16 Uhr

Die Dollnsteiner sorgen sich, ob es beim Ausbau der Papst-Viktor-Straße bei den anvisierten Kosten bleibt - oder ob es am Ende Überraschungen geben könnte. ‹Œ Arch - foto: Bartenschlager

Dollnstein (EK) Beherrschendes Thema bei der Bürgerversammlung in Dollnstein war die bevorstehende Sanierung der Papst-Viktor-Straße und der Reichenaustraße. Viele Anwohner fürchten, dass die Kosten, zu denen sie herangezogen werden, aus dem Ruder laufen könnten.

Zum Thema "Umgestaltung des Marktplatzes beziehungsweise Papst-Viktor-Straße" stellte Monika Seywald vom Ingenieurbüro Dömges und Partner sowie dem Ingenieurplaner UTE aus Regensburg den derzeitigen Planungsstand vor.

Zunächst wird heuer der Straßenbau mit Gehwegbau in der Papst-Viktor-Straße durchgeführt, im Anschluss soll im Frühjahr 2017 der Ausbau der Reichenaustraße folgen. Die Ausbaukosten für den Straßenkörper trägt das Staatliche Bauamt Ingolstadt, für den Gehweg ist die Kommune zuständig. Die Anlieger haben einen finanziellen Anteil gemäß der gemeindlichen Straßenausbaubeitragssatzung zu tragen. Nach Abzug der Anliegerbeiträge erhält die Gemeinde für den Mehraufwand im Rahmen der Städtebauförderung eine finanzielle Beteiligung der Regierung von Oberbayern an den Kosten in Höhe von 60 Prozent als Zuschuss.

In der Diskussion war immer wieder bei Bürgern die große Sorge herauszuhören, ob es nicht wieder zu großen Kostenüberschreitungen kommen werde. Walter Bernecker formulierte es drastisch: "In den letzten Jahren sind alle Baumaßnahmen astronomisch überzogen worden. Das beste Beispiel ist der Burgsteinweg oder auch die Burg." Bürgermeister Wolfgang Roßkopf wies darauf hin, dass diese Maßnahmen nicht in seine Amtszeit fielen. Auf konkrete Nachfrage von Alois Eder, was auf die einzelnen Anwohner bei der nun anstehenden Straßensanierung zukomme, führte Roßkopf aus, dass die errechneten anteiligen Kosten nach der Straßenausbaubeitragssatzung der Marktgemeinde auf diejenigen Grundstückseigentümer umgelegt werden, die einen Vorteil von der Baumaßnahme haben werden. Prasch beruhigte die Bürger, indem er anmerkte, dass die Preise auf der Basis ähnlicher Ausschreibungsergebnisse basieren und Preissteigerungen mit eingerechnet seien.

Besonderes Augenmerk legte Bürgermeister Wolfgang Roßkopf auf die Entwicklung der Baumaßnahme Altmühlzentrum, die mit der Vergabe an das Planungsbüro Häffner & Feulner im Jahr 2004 begonnen worden war und mit der Einweihung im Mai 2015 zum Abschluss gebracht werden konnte. Roßkopf führte an, dass sich beim Projekt "Sanierung der Burgstallungen" mit Errichtung des Altmühlzentrums" Gesamtausgaben von insgesamt 3,66 Millionen Euro ergeben haben. Dabei legte er nochmals die einzelnen Zuschussgeber offen und berichtete, dass der Gemeindeanteil für das Gesamtprojekt 999 000 Euro beträgt.

In Obereichstätt erinnerte der Bürgermeister an zwei große Baumaßnahmen, die im vergangenen Jahr ebenfalls ihren Abschluss gefunden haben: den Brückenbau sowie die Fertigstellung des Feuerwehrhauses. Besonders der Brückenbau sei aus verkehrstechnischer Sicht nicht immer unproblematisch gewesen, da die Bürger Behinderungen und Umleitungen in Kauf nehmen mussten. Roßkopf bedankte sich bei der Feuerwehr Obereichstätt für die enorme Eigenleistung im Kontext des Neubaus des Feuergerätehauses sowie dem Schützenverein für die Umgestaltung des Vorplatzes. Ein weiteres Thema war die Neugestaltung der Kinderspielplätze in Ried und Eberswang sowie die Sanierung des Spielplatzes in Obereichstätt mit Errichtung einer Boccia-Bahn. Die Einweihung der beiden Spielplätze in Ried und Eberswang ist im zeitigen Frühjahr vorgesehen. Die Maßnahmen kosteten knapp 30 000 Euro.

Natürlich stand auch das Thema "Asyl" auf der Agenda des Bürgermeisters. Derzeit sind 70 Flüchtlinge untergebracht: 30 in Dollnstein, 34 in Breitenfurt und sechs Personen in Obereichstätt. In Obereichstätt werden zusätzlich nun einige weitere Flüchtlinge hinzukommen, die im ehemaligen Gasthof Kammerbauer Unterschlupf finden werden.

Der Mietvertrag zwischen dem Landratsamt und dem Eigentümer läuft seit 15. Januar. Entgegen den bisherigen Informationen wurden die Unterbringungszahlen für dieses Gebäude nach unten korrigiert. Maximal 43 Asylbewerber sollen diese Unterkunft beziehen können. Derzeit werde noch die Brandschutzsituation geprüft.

Roßkopf wies auf die teilweise sehr mangelhafte Parkkultur hin, die nicht selten dazu führe, dass oftmals der Winterdienst beeinträchtigt sei und ganze Straßenzüge nicht geräumt werden könnten. Dieser Punkt wurde auch in der Bürgerversammlung in Dollnstein sehr lebhaft diskutiert. Der Rathauschef appellierte nochmals eindringlich an alle Halter, die Fahrzeuge zumindest so zu parken, dass der Winterdienst problemlos erfolgen kann. Die Gehwege sind laut der gemeindlichen Verordnung für die Reinigung von Straßen und Wegen an Werktagen ab 6 Uhr, an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen ab 8 Uhr bis abends um 20 Uhr von Schnee und Eis zu räumen.