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Schon vor über 30 Jahren Umgehungsstraße versprochen

28.08.2013 | Stand 02.12.2020, 23:44 Uhr

Zur DK-Serie „Die Wucht des Wandels“ und dem Abschnitt über die Verkehrssituation in Ingolstadt:

Nach 40 Jahren des Überlegens fällt den Herren im Rathaus ein, man könnte doch eine direkte Busverbindung vom Klinikum nach Haunwöhr über die Staustufe installieren. Im Tiefbauamt hängt ein Stadtplan von der Staustufe, auf dem ganz klar ersichtlich ist, dass alle Widerlager zur Erweiterung der Staustufe um eine zusätzliche Fahrspur von Anfang an vorhanden waren. Damit wäre die Erweiterung jederzeit möglich.

Aber beim Bau der Staustufe gab der Beton- und Kieswerkbesitzer Weinzierl keinen Zentimeter seines Grundes her, somit war die Staustufe als Donaubrücke gestorben; man kann ja keinem Parteispezl den Grund und Boden wegnehmen. Einen normalen Bürger hätte man zum Wohle aller enteignet. Als Dank dafür, dass er den erweiterten Brückenbau und die Anbindung Haunwöhrer Straße/Baggersee/Friedrichshofen verhindert hat, hat ihm die Stadt Ingolstadt sein an eine verwahrloste Geisterstadt erinnerndes Gelände kurz darauf für 17 Millionen Mark abgekauft. Dem Parteibuch sei Dank.

Den Friedrichshofenern hat man schon vor über 30 Jahren eine Umgehungsstraße versprochen. Beim Bau des Klinikums hatte es geheißen, die Levelingstraße werde bis zur Kreuzung Friedrichshofener Straße/ Ochsenmühlstraße/Alte Kriegsstraße fortgesetzt, da sonst die Sanitätsfahrzeuge bei der Fahrt durch Friedrichshofen zu viel Zeit verlieren würden.

Kaum war das Klinikum fertig, hieß es aus dem Rathaus, die Levelingstraße könne man nicht verlängern, da der Verkehr für die Patienten zu laut wäre. Den Anwohnern der Friedrichshofener Straße kann man den Lärm aber schon seit über 30 Jahren zumuten: Tag und Nacht Lkw-Verkehr, Kolonnen von Berufspendlern und tagtäglich Autoschlangen vor der Haustür.

Verwunderlich ist nur, dass die Stadt Ingolstadt noch nicht verklagt wurde, da die Sanitätsfahrzeuge mehr Zeit brauchen, da sie Schleichwege durch Friedrichshofen fahren müssen.

Nicht einmal eine Schallschutzwand wird den Anwohnern der Friedrichshofener Straße von den Rathausherren zugestanden. O-Ton Rathaus: „Wenn die eine Schallschutzwand wollen, sollen sie die gefälligst selber bezahlen, wir nicht.“ Arroganter geht es nicht!

Da haben es die Anwohner der Gerolfinger Straße schön ruhig. Kaum dass die Levelingstraße nicht mehr weiter gebaut wurde, ist Ferdinand Piëch, damals Audi-Chef, in die Gerolfinger Straße gezogen. Da ihm der Verkehr zu laut war, wurde die Gerolfinger Straße für den Lkw-Durchgangsverkehr gesperrt, den Beziehungen sei Dank.

Dass die Anwohner der Friedrichshofener Straße zu Berufsverkehrszeiten eine halbe Ewigkeit brauchen, um mit ihren Autos ihre Grundstücke verlassen können, ist den Herren im Rathaus genauso egal, sie wohnen ja nicht dort.

Und diese Zustände in der Friedrichshofener Straße werden sich auch in nächster Zeit nicht ändern. Der Oberbürgermeister ist sowieso gegen eine Umgehungsstraße in Friedrichshofen, die anderen Rathausherren haben kein Interesse an einer Änderung, denn dies kostet nur Geld, und sie haben nichts davon.

Man hat überlegt, die Schlosslände zu untertunneln, weil man auf einer Länge von 500 Metern die Donau nicht sieht. In Wirklichkeit bemühen sich wahrscheinlich Stadträte, OB und Rathausangestellte um die Untertunnelung, weil sie dann fünf Minuten länger Pause hätten, da die Überquerung der Schlosslände wegfällt und sie schneller wieder an ihren Arbeitsplatz im Rathaus währen.

Herbert Zengerle,

Friedrichshofen