Gerolsbach

Schmuck oder Kunst?

Weihnachtlicher Nachmittag bei Pennello in Lichthausen

19.12.2017 | Stand 02.12.2020, 17:03 Uhr
"Freigeschwommen" ist der Titel dieses Bildes von Andrea Koch (r.). Es fand beim weihnachtlichen Nachmittag einen neuen Besitzer. −Foto: Böhm

Gerolsbach (SZ) Es war ein winterlich-verschneiter Nachmittag und drinnen in den Pennello-Räumen in Lichthausen funkelte es verheißungsvoll. Unter dem Titel " Kunst - Ketten - Kekse" hatte Andrea Koch in ihre Kunstschule eingeladen.

 

Neugierige, Freunde, Kunstliebhaber kamen und gingen den ganzen Tag über ein und aus, zwischendurch griff Nachbar Tom Tiefenbacher von der Musik- und Tanzwerkstatt spontan zum Hang, einem Instrument aus Stahlblech, und startete eine kleine Klangreise. Es wurden Gespräche über Kunst geführt und letzte Weihnachtsgeschenke aufgestöbert: Schmuck oder Kunst? Diese Frage mussten sich die Besucher selbst beantworten. Denn ausgestellt war beides. Viel zu entdecken gab es sowohl in der Kunstausstellung von Andrea Koch als auch in der Schmuckausstellung von Rita Mester.

Aus speziellen und immer wieder neu mit Liebe zum Detail ausgewählten Materialien stellt Rita Mester ungewöhnlichen Schmuck her, der sich hervorhebt und seinen ganz eigenen Charakter hat. Filigrane, zarte Armbänder oder opulente Halsketten - es galt lediglich zu finden, was zu einem passt.

Auch Andrea Koch zeigte einige ihrer neuen Werke, darunter ein vierteiliges Werk, das vom Besuch bei Christos "Floating Piers", einer Installation von Stegen auf dem italienischen Iseosee inspiriert ist. Besonders stolz ist Andrea Koch, dass sie einige Materialstücke des Steges ergattern konnte. Man findet diese und auch die Form des Steges in dem Bild, ebenso die Symbolik für die vielen Menschen, die zusammenkamen, das Gefühl auf Wasser zu gehen und auch die Lichteffekte, die damals, 2016, auf dem See entstanden. Das alles konnte entdeckt und erlebt werden.

Immer wieder ist es das Durchscheinen von Licht, das Andrea Koch für ihre Arbeit nutzt, sei es mithilfe transparenten Papiers oder bei den Holzskulpturen, die ebenfalls durchlässig, porös und transparent gearbeitet sind. Neu sind die Arbeiten mit Gelatinedruck auf Aquarellpapier, hier fühlt sich der Betrachter hineingezogen in das Element Wasser, die Drucktechnik gibt Raum für Mehrdimensionalität und Tiefe. Trotz der Elemente Wasser und Luft, die einen großen Platz einnehmen, bleiben die Arbeiten von Andrea Koch geerdet, ihre Materialien sind Asche, Bitumen, Rost. Das neue Pennello-Kursprogramm hing ebenfalls aus, und wer noch unentschlossen war, konnte sich beraten lassen. Buchungen sind ab sofort auf der Homepage der Kunstschule möglich.