Ingolstadt

Politiker am Adlmannsberg

Tierschutzverein hofft im Streit um Tierheim auch auf Vertreter von Parteien

28.06.2019 | Stand 02.12.2020, 13:38 Uhr
An dem umstrittenen Zufahrtsweg informierte Gerd Schmidt, Vorsitzender des Tierschutzvereins Neuburg-Schrobenhausen (von rechts), die tierschutzpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Ruth Müller, den Eichstätter Kreisvorsitzenden der AfA, Wolfgang Löffler, Gaimersheims Bürgermeisterin und Bezirksrätin Andrea Mickel sowie weitere Gäste. −Foto: Schmidl

Ingolstadt (nos) Seit Langem liegen der Tierschutzverein Neuburg-Schrobenhausen und sein Vorsitzender Gerd Schmidt, die ein Grundstück am Adlmannsberg zwischen Etting und Wettstetten geerbt haben und dort ein Tierheim einrichten wollen, mit zwei benachbarten Landwirten und einigen ebenso angrenzenden Schrebergartenbesitzern im Clinch (wir berichteten mehrfach).

Längst auch vor Gericht.

Nachdem Schmidt vor mehreren Wochen bereits Vertreter mehrerer Medien vor Ort informiert hatte, ging er nun erneut in die Offensive und lud Vertreter aller Parteien ein, sich am Adlmannsberg ein Bild zu machen und sich mehr als bisher für den Tierschutz einzusetzen. Am Freitag machte die SPD nun den Anfang, bereits an diesem Sonntag folgt Die Linke.

Neben Gaimersheims Bürgermeisterin und Bezirksrätin Andrea Mickel und dem Eichstätter Kreisvorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) war auch Ruth Müller, tierschutzpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, gekommen. Sie lobte Schmidts Einsatz und sagte: "Sie kommen ja schließlich auch einem Verfassungsauftrag, nämlich dem Tierschutz, nach. " Das 8000 Quadratmeter große Gelände nannte sie einen "Traum für Tiere" und zeigte sich "erschüttert", dass es solche Widerstände gegen die Tierheimpläne geben könne, gerade kurz nach dem erfolgreichen Volksbegehren für Artenvielfalt. Man sehe, so Müller, dass es neben Personal und Räumen nach wie vor an Akzeptanz gegenüber dem Tierschutz fehle. Aber: "Man darf nicht nur unterschreiben und denken, die anderen werden es schon machen. "

Einen Mitstreiter hat Schmidt in Karl Ettinger, Vorsitzender des Tierschutzvereins Ingolstadt, gefunden. Er würde ein Tierheim am Adlmannsberg begrüßen, denn davon würden auch die Ingolstädter profitieren, wenn dort etwa sonst nicht mehr vermittelbare Tiere untergebracht werden könnten, so Ettinger.

Schmidt will jedenfalls bis zuletzt um das Tierheim kämpfen und meinte: "Auch wenn, wie schon geschehen, Gerichte gegen uns entscheiden, ist das nicht das Ende. " Mitte Juli steht nun ein Verwaltungsgerichtstermin vor Ort an.