Wolnzach

Nur noch ein Haufen Stahl und Beton

Einmaliges Schauspiel: Autobahnbrücke zwischen Wolnzach und Mainburg ist gefallen

07.04.2019 | Stand 02.12.2020, 14:15 Uhr
Die Trümmer fielen auf ein Kiesbett, das zuvor zum Schutz der Fahrbahn aufgeschüttet worden war. Nach rund zwei Stunden war die Brücke Geschichte. −Foto: Trouboukis

Wolnzach (WZ) Fünf Bagger haben in der Nacht auf Sonntag die Autobahnüberführung Oberlauterbach-Wolfertshausen zu einem Haufen aus rund 500 Kubikmetern Beton und 20 Tonnen Betonstahl gemacht: Nach akribischer Vorbereitung begann der eigentliche Abbruch gegen 23 Uhr - und gegen 1 Uhr war die Brücke nur mehr ein staubiger Haufen, der mittlerweile schon wieder sauber aufgeräumt ist.

"Wir haben tatsächlich einige Zaungäste." Baurat Michael Aigner verweist mit einer Handbewegung hinauf in den bewaldeten Hang, den man über Feldwege vom Wolnzacher Ortsteil Oberlauterbach aus erreichen kann. Kein Wunder. Denn was für ihn und seine Kollegen von der Autobahndirektion Südbayern Routine ist - der Abbruch dieser Brücke oder "Überführung", wie sie korrekterweise heißt , ist heuer schon die vierte im Dienstbereich der Direktion - ist doch auch ein einmaliges Ereignis. "Natürlich ist jede Baustelle anders", so der Baurat. Und ein Schauspiel ist es allemal und immer wieder.

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Bereits Mitte März begannen die Vorbereitungen, die Baustelle wurde hergerichtet, um einen möglichst reibungslosen Ablauf gewährleisten zu können. Denn der eigentliche Abbruch der Brücke aus dem Jahr 1944 mit ihrem für damalige Zeiten typischen mit Ziegelmauerwerk und Granitplatten verkleidetem Unterbau erforderte eine Vollsperrung der Autobahn A93 zwischen Wolnzach und Mainburg ab Samstagabend, 19.30 Uhr, der Verkehr wurde durch Wolnzach abgeleitet. Von da ab zählte jede Stunde: Zunächst wurde unter der Brücke zum Schutz der Fahrbahn ein Fallbett aus Kies aufgeschüttet, dann begannen drei Bagger, das Bauwerk Stück für Stück aufzunagen, während zwei weitere das gefallene Material an Ort und Stelle zerkleinerten.

"Die Baggerführer sind ein eingespieltes Team", so Baurat Michael Aigner - und das konnte man sehen. Denn nach rund zwei Stunden war die alte Brücke Geschichte, Laster rückten an, um tonnenweise Bauschutt abzutransportieren.

Eine weitere Vollsperrung wird es in der Nacht von 6. auf 7. Juli geben: Dann werden die vier Spannbeton-Fertigteile für die neue Brücke eingehoben. Sie wird nur mehr einen Mittelpfeiler haben.

Karin Trouboukis