Ingolstadt
"Mit viel List und Tücke haben wir es geschafft"

19.12.2011 | Stand 03.12.2020, 2:01 Uhr |

Ingolstadt (DK) Zur Eröffnung des neuen Polizeimuseums im Turm Triva sprach unser Redakteur Christian Rehberger mit dem ehemaligen Innenstaatssekretär Hermann Regensburger.

Herr Regensburger, Sie werden in Ingolstadt immer wieder als der Vater des Polizeimuseums bezeichnet. Warum haben Sie sich so dafür engagiert?

Hermann Regensburger: Das mit dem Titel kann man schon so sagen. Der Erfolg hat aber letztlich doch viele Väter. Adam Leppert, der die Sammlung in Bamberg aufgebaut hat, ist vor Jahren zu mir gekommen. Er wollte die Sachen privat verkaufen. Das war für mich die Initialzündung. Die Polizei hat einen gesellschaftlichen Auftrag, da habe ich mich intensiv bemüht, dass wir die Sammlung bekommen und auch ausstellen.

Das war viel einfacher gesagt als getan, oder?

Regensburger: Da gab es tatsächlich massiven Gegenwind aus dem eigenen Ministerium. Ein Museum sei nicht unsere Aufgabe, hieß es. Mit viel List und Tücke haben wir es trotzdem geschafft. Ein Glücksfall war, dass der frühere Museumschef Ernst Aichner auf den Zug aufgesprungen ist. Er hat auf die militärische Tradition der Polizei hingewiesen; dass sie aus der Armee hervorgegangen ist. Deshalb konnten wir die Ausstellung ans Armeemuseum angliedern. Ein komplett eigenes Museum hätten wir nie bekommen.

Seit 2002 war schon mit München schriftlich fixiert, dass die Schau in den Turm Triva kommt. Es hat aber noch bis 2011 gedauert, bis eröffnet wurde. Hatten Sie zwischenzeitlich die Befürchtung, dass es gar nichts mehr werden würde?

Regensburger: Anfangs gab es tatsächlich heftigen Widerstand in Ingolstadt, weil ein Förderverein dort sein Donaumuseum haben wollte. Aber das hat sich irgendwann gelegt. Gezweifelt habe ich aber nie, dass es was wird. Ich weiß jedoch bis heute nicht, warum es so lange gedauert hat. Da ging es zwischenzeitlich um die Sanierung und dann irgendwelche Vitrinen, die fehlten. Da kam eine Ausrede nach der anderen.

Jetzt ist das Museum tatsächlich eröffnet. Ihr erster Eindruck?

Regensburger: Ich finde es sehr gelungen. Es ist nicht, so wie einige sagten, eine Verherrlichung der Polizei. Sondern man beschäftigt sich hier vorurteilsfrei und auch durchaus kritisch mit der Polizeigeschichte in Bayern.