Parsberg
"Meilenstein für die gesamte Region"

Technologiecampus Parsberg-Lupburg offiziell seiner Bestimmung übergeben

03.06.2019 | Stand 02.12.2020, 13:49 Uhr |
Schlüsselübergabe für den Technologiecampus: Nach nicht einmal zweijähriger Bauzeit wurde die Kooperationseinrichtung der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH) und der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) fertiggestellt. −Foto: Sturm

Parsberg (swp) Parsberg ist seit Freitag Hochschulstandort. An diesem Tag fand dort die symbolische Schlüsselübergabe für den Technologiecampus Parsberg-Lupburg statt, eine Kooperationseinrichtung der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH) und der Technischen Hochschule Deggendorf (THD).

"Wer hätte das noch vor wenigen Jahren geglaubt?", freute sich der Parsberger Bürgermeister Josef Bauer (CSU) bei der Schlüsselübergabe an Präsident Peter Sperber von der THD und Professor Wolfgang Baier von der OTH. Bauer sprach von einem "Meilenstein" für die gesamte Region. "Dass hier auf dem flachen Land von Seiten der Hochschulen ein Technologiecampus mit Leben erfüllt wird, funktioniert nur, wenn der Freistaat die Voraussetzungen schafft, die wirtschaftliche Entwicklung nicht ausschließlich in den Ballungszentren zu fördern", so Bauer. Das alleine reiche jedoch nicht. "Mut, politischer Weitblick, strukturiertes kommunalpolitisches Handeln über die Grenzen einzelner Gemeinden hinaus und die dafür erforderlichen Umsetzer sind notwendig." Bauer erinnerte daran, dass das Projekt in einer rekordverdächtigen Zeit umgesetzt wurde: "Im Juni 2017 hat der Stadtrat mit einem einstimmigen Beschluss dieses Technologiezentrum befürwortet, im März 2018 war Spatenstich. So hat es nicht einmal zwei Jahre gedauert um aus einem unbebauten Maisfeld einen Hochschulstandort zu machen."

Die Gesamtkosten für das Gebäude liegen laut Bauer bei rund sechs Millionen Euro. Der Markt Lupburg beteilige sich daran mit 750000 Euro. Das neu geschaffene Gewerbegebiet rund um den Campus mit einer Fläche von zirka 80000 Quadratmetern werde zur wirtschaftlichen Entwicklung beitragen. "Digitalisierung, Materialinnovation und die Verarbeitung moderner Werkstoffe in digitalisierter Fertigungsumgebung, eine hervorragende Infrastruktur mit Autobahnanschluss, den Zugverbindungen zu den Zentren Regensburg und Nürnberg und selbstverständlich mit schnellen Glasfaseranschlüssen, werden dazu beitragen, dass die Region Parsberg/Lupburg profitiert", war er sich sicher. Bauer wies ferner darauf hin, dass auch das künftige digitale Gründerzentrum Parsberg im Campus-Gebäude Räume beziehen und den Existenzgründern unter die Arme greifen werde. Vielen Sponsoren sei es zu verdanken, dass dies alles möglich wurde.

Einer der Firmenchefs, die sich in dem Gründerzentrum engagieren, ist der geschäftsführende Gesellschafter der Firma Dehn und Söhne aus Neumarkt, Philipp Dehn. Er überreichte dem Bürgermeister den Schlüssel zu einer von seiner Firma gespendeten, 25000 Euro teuren Drehmaschine.

Finanzminister Albert Füracker (CSU) hat maßgeblichen Anteil an der Entstehung des Campus. Dafür gab es ein dickes Lob von vielen Seiten. Er selbst sagte: "Was hier entsteht, das ruft bei mir Stolz hervor. Jetzt ist es notwendig, das Gebäude mit Leben zu erfüllen. Ich hoffe, dass nachfolgende Generationen einmal die Ernte von dem einfahren können, was wir heute säen und feststellen werden, dass die Entscheidung für den Technologiecampus eine richtige und zielorientierte war."

Landrat Willibald Gailler (CSU) erinnerte daran, dass es vieler guter Umstände bedurft habe, dass der Landkreis den Zuschlag für diese wichtige und zukunftsweisende Einrichtung bekommen habe. "Wirtschaftsreferent Michael Gottschalk und ich waren oft unterwegs, um die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen. Und wir haben uns bewusst für den Standort entschieden, nicht zuletzt wegen des Schulzentrums und der guten Verkehrsanbindung."

Hochschulpräsident Sperber zeigte sich überzeugt, dass die Zusammenarbeit der beiden Hochschulen Erfolg bringen werde und die regionale Wirtschaft unterstützen könne, damit die Region auch weiterhin prosperiere. Professor Baier von der OTH Regensburg ergänzte: "Der Campus ist ein Paradebeispiel für die Zusammenarbeit der öffentlichen Hand mit der Wissenschaft und der Wirtschaft. Wir sind glücklich, an diesem Standort unsere Bemühungen um Zukunftstechnologien fortsetzten zu können." Der Lupburger Bürgermeister Manfred Hauser (CSU) gab sich überzeugt, dass mit dem Campus weitere qualifizierte Arbeitsplätze im Raum Parsberg/Lupburg entstehen werden. Architekt Franz Seitz blieb es schließlich vorbehalten, die Campus-Schlüssel zu überreichen.