Schrobenhausen
Harfenklänge für das Goachat

Aktionsbündnis organisierte Konzert unter freiem Himmel: Musik und Geschichten entführten rund 20 Gäste in die Welt der Elfen

02.09.2019 | Stand 23.09.2023, 8:24 Uhr |
Konzentriert spielte Renate Schwäricke ihre Harfe, die in der freien Natur einfach mystisch klingt. Im Goachat unter den Buchen gleich neben der Paar hatten sich am Samstag die Zuhörer auf Decken und Stühlen niedergelassen und lauschten entspannt den Harfenklängen und elfenhaften Gedichten und Geschichten. −Foto: Budke

Schrobenhausen (SZ) Eine wundervolle Stunde zum Entspannen und Träumen bot Renate Schwäricke den gut 20 Erwachsenen und Kindern, die am Samstagnachmittag bei fast 30 Grad der Einladung des Aktionsbündnisses "Rettet das Goachat" gefolgt waren. Unter den großen Buchen gleich neben der Paar ließen sich die Zuhörer auf mitgebrachten Decken und Stühlen nieder und lauschten den Harfenklängen und Elfengeschichten, die Renate Schwäricke stimmungsvoll präsentierte.

"Das Goachat habe ich von Anfang an ins Herz geschlossen", gestand Schwäricke zur Begrüßung. Als gebürtige Berlinerin ist sie an der Spree aufgewachsen und sieht die Verbindung: "Das Paartal mit dem natürlich-mäandrierenden Gewässer ist eine ganz besondere Flusslandschaft." Das Goachat war eines der ersten Dinge, die sie in Schrobenhausen kennengelernt habe, blickt sie zurück und drückt ihre Verbundenheit zu der Landschaft aus. Weil sie auf ihre Weise etwas für den Erhalt tun möchte, hatte sie die Idee zu der Harfen- und Elfenstunde.

Bevor sie am Samstag das erste Lied spielte, betonte Schwäricke, dass sie eine Laienspielerin ist: "Ich spiele erst seit vier Jahren und bitte sie, Fehler zu verzeihen." Damit hatte das Publikum überhaupt kein Problem, die meisten der kurzen Stücke klappten ohnehin tadellos, wirkten sehr stimmungsvoll und gaben dem Treffen in der Natur etwas beinahe Mystisches.

Renate Schwäricke spielte einige kurze Übungsstücke und Lieder, die speziell für die Harfe komponiert wurden. Manche Melodie war bekannt, andere kamen den Zuhörern bekannt vor - vielleicht, weil im Zusammenspiel mit den sanften Tönen des Blätterdaches, den Rufen der Vögel und leisen Stimmen vorübergehender Spaziergänger alles zu einem weichen Hörerlebnis verschmolz. Mit dem Stück "Die Elfe und der Frosch" von Christoph Pampuch begann das kleine Konzert, das sich zu einer Reise durch Europa entwickelte, denn die folgenden Lieder kamen unter anderem aus Skandinavien, Schottland, Irland und Frankreich. Abwechselnd zur Harfenmusik las Renate Schwäricke mit weicher Stimme Gedichte und Geschichten vor, die Elfen zum Thema hatten. Wie die Musik stammten auch die Texte aus vielen verschiedenen Ländern, wie etwa Irland oder Lettland.

Auch zwei Gedichte von Heinrich Heine waren dabei - "Die Elfen" und "Dämmernd liegt der Sommerabend" waren manchem Literaturfreund vielleicht sogar bekannt. Viel wichtiger war jedoch, dass sich die Bilder der Lieder und Texte perfekt in die Natur im Goachat übertragen ließen: Die badenden Elfen etwa aus dem Heine-Gedicht wären gleich nebenan in der Paar vorstellbar gewesen.

Das war überhaupt das Besondere an diesem kleinen Konzert: Die Harfe klingt in der Natur einfach sehr mystisch und lädt alle Zuhörer zum Träumen ein. Gebannt lauschten Kinder und Erwachsene der Musik und den Lesungen. Wann bekommt man heute noch die Gelegenheit, sich Märchen vorlesen zu lassen? So schloss mancher die Augen, spürte das Laub, die warme Luft, die leichte Brise und ließ sich in die Welt tanzender Elfen entführen. So meinte Renate Schwäricke am Ende des Programms: "Wenn Elfen irgendwo leben könnten und wenn wir an sie glauben könnten, dann doch hier, oder?!" Damit kam sie zurück zu ihrer Motivation, warum sie diese Harfen- und Elfenstunde vorbereitet hatte: "Wo man solche Geschichten an sich heranlassen kann, wo man im Nebel spazieren gehen und Träumen nachhängen kann?solche Orte brauchen wir - auch dafür ist es wichtig, dass wir solche Gebiete wie das Goachat haben!"

Die Zuhörer bedankten sich für diese wundervolle Idee mit viel Applaus und dem Wunsch nach einer Zugabe, den Schwäricke gern erfüllte: Mit dem sanften Schlaflied "Petite Berceuse" von Alphonse Hasselmans ließ sie die kleine Runde nochmals träumen.

Wer die Geschichten und Gedichte nachlesen möchte, findet diese in dem Sammelband "Feen Märchen", der von Sabine Lutkat herausgegeben wurde. Weitere Infos zu Veranstaltungen des Aktionsbündnisses sind im Internet auf der Homepage www.rettet-das-goachat.de notiert.

Heidrun Budke