Ingolstadt
Hallo, Herr Kaiser

14.03.2011 | Stand 03.12.2020, 3:03 Uhr |

Vive l’impereur! – Es lebe der Kaiser: 200 Jahre nach Napoleons Ingolstadt-Visite am 18. April 1809 ritt Peter Mauerer in der Rolle des Franzosen mit großem Gefolge ins Neue Schloss ein.? Arch - foto: Herbert

Ingolstadt (DK) Fest stand es schon lange, seit gestern ist es besiegelt: Die Landesausstellung des Hauses der Bayerischen Geschichte zum Thema "Napoleon in Bayern" findet 2015 im Neuen Schloss statt.

Ob das dafür saniert wird, verriet Kunstminister Wolfgang Heubisch nicht, er nährte aber Hoffnungen. Er ist der oberste Schlossherr und hielt dort gestern zum ersten Mal Hof: Der Freidemokrat Wolfgang Heubisch, Staatsminister für Kunst und Wissenschaft. Vor der Vertragsunterzeichnung im Schönen Saal des alten Herzogssitzes nutzte OB Alfred Lehmann die gute Gelegenheit, auf den hohen Sanierungsbedarf des arg angejahrten Zeughauses hinzuweisen. "Es ruft nach Restaurierung!" Und ließe sich doch wunderbar wieder in Betrieb nehmen.

Tatsächlich steht noch nicht fest, wo genau im Schloss die Schau über den Kaiser zu sehen sein wird. Im Pallas müsste dafür die Dauerausstellung weggeräumt werden. Die seit den Siebzigern anvisierte Sanierung des Zeughauses würde den Freistaat allerdings eine Menge Geld kosten. Und so legte sich Heubisch in der heiklen Finanzierungsfrage noch nicht fest, nährte aber (elegant verklausuliert) Hoffnungen, die seine Ingolstädter Zuhörer genau verstanden. Das Schloss sei eines der schönsten in Bayern und deshalb ein "Pfund, mit dem man wuchern sollte". Zudem, fügte der FDP-Minister süffisant hinzu, verfüge die Stadt "in der bayerischen Staatsregierung ja über eine gewisse Lobby".

Und so legte sich wiederum Lehmann bei der Frage nach einem möglichen kommunalen Beitrag nicht fest. Erst mal abwarten, sagte er sinngemäß, wie viel München springen lasse.

Richard Loibl leitet das Haus der Bayerischen Geschichte, das die Ausstellung mit 1,5 Millionen Euro realisiert. Gestern im Schloss übernahm er die Rolle des Herolds: "Drei starke Partner helfen zusammen", verkündete er. Und nicht zu vergessen: "Wir werden 2015 ein Feuerwerk abbrennen, wie es Bayern noch nicht gesehen hat!"