Ingolstadt
Gute Nachrichten

Ein Comeback, zwei vielversprechende Debüts und drei Tore: 3:0 des FCI gegen Fürth macht Mut

04.02.2018 | Stand 02.12.2020, 16:51 Uhr |

−Foto: Ralf Lüger

Ingolstadt (DK) So schnell gibt sich der FC Ingolstadt nicht geschlagen. Mit einem souveränen 3:0 (1:0)-Erfolg gegen die SpVgg Greuther Fürth wahrten die Schanzer ihre Möglichkeiten im Aufstiegsrennen der 2. Bundesliga und kletterten auf Platz fünf. Der Abstand zu Relegationsrang drei beträgt noch vier Zähler.

Knapp 20 Minuten brauchten die Ingolstädter im Spiel gegen Fürth, dann war der "Ballast", wie es Trainer Stefan Leitl nannte, abgefallen: Die 2:3-Pleite aus der Vorwoche in Regensburg verschwand aus den Köpfen, stattdessen machte sich mehr und mehr Zuversicht breit, dass gegen die weitgehend ungefährlichen Fürther der erste Sieg des Jahres gelingen würde. Sonny Kittel (33. Minute), Alfredo Morales (70.) und Thomas Pledl (88.) schossen dann schließlich die Tore zu einem Sieg, der "auch in dieser Höhe verdient war", wie Leitl zurecht anmerkte.

Den entspannten Ausführungen des Cheftrainers merkte man an, wie zufrieden er mit dem Auftritt seiner Mannschaft vor 9658 Zuschauern war. "Wir haben aus dem Spiel heraus nur eine Chance der Fürther zugelassen und im richtigen Moment die Tore gemacht", erklärte der 40-Jährige. Der Lohn waren drei Punkte, mit denen die Schanzer als Fünfter aufgrund des Unentschiedens von Konkurrent Kiel (1:1 gegen Regensburg) wieder ein Stück näher an den Relegationsrang heranrückten.

Doch das war nicht das einzige Positive an diesem Spieltag. Mit Blick auf den weiteren Saisonverlauf lieferte der klare Heimsieg noch drei weitere gute Nachrichten:

 

1 Die Heimkrise ist erst einmal gestoppt: Zuvor hatten es die Ingolstädter in neun Spielen vor eigenem Publikum nur auf drei Siege und zwei Unentschieden gebracht. Eine Bilanz, mit der ein Aufstieg kaum zu realisieren sein dürfte. Gegen Fürth war das eigene Spiel "vielleicht nicht immer toll anzusehen", wie Kapitän Marvin Matip zugab, "aber wir haben unseren Matchplan durchgezogen." Und nach 258 Minuten daheim wieder ein Tor erzielt. Auch wenn sicher noch schwerere Prüfungen auf die Ingolstädter warten, dieses 3:0 war absolut verdient und sollte für die sieben ausstehenden Heimauftritte Mut machen.

 

2 Sorgenkind Kittel trifft wieder: Nach dem öffnenden Pass von Pledl spielte der hochveranlagte Blondschopf mit zwei Körpertäuschungen den Fürther Torwart und gleich drei Gegenspieler aus und erzielte das im doppelten Sinne wichtige 1:0: Zum einen wurde der Führungstreffer zum "Türöffner\" (Leitl) für das gesamte Team. Zum anderen beendete Kittel damit seine persönliche Negativserie mit zuletzt acht Spielen ohne Treffer. Für Matip keine Überraschung: "So wie Sonny im Training arbeitet, war es nur eine Frage der Zeit, bis er wieder trifft. Aber es freut mich natürlich für ihn, dass der Knoten jetzt geplatzt ist." Trainer Leitl ahnt, was dieser Treffer bei seinem effektivsten Angreifer (acht Tore, acht Vorlagen) bewirken könnte: "Im Spiel hat jeder gesehen, wie gut ihm der Treffer getan hat. Ich hoffe, dass er jetzt wieder ganz leichte Beine bekommt und einfach Spaß am Fußballspielen hat."

 

3 Die Debütanten entpuppen sich als Alternativen: Die Erwartungen an ihn waren groß, doch der erfahren Patrick Ebert blieb cool - während der 20 Minuten auf dem Feld und bei an den anschließenden Interviews: "Die Jungs wissen, dass ich einigermaßen kicken kann. Deshalb haben sie mir auch den Ball gegeben. Es hat Spaß gemacht, wieder auf dem Platz zu stehen", sprach er betont lässig in die Aufnahmegeräte. Sein Potenzial war sofort zu sehen: Geschicktes Zweikampfverhalten, Ruhe am Ball und ein schnörkelloser Abschluss machten Spaß. Konditionell ist er aber noch im Rückstand. "Das war schon okay, solange wie ich gespielt habe", meinte Ebert selbst, während Leitl ankündigte, auch weiterhin behutsam mit dem Neuzugang umgehen zu wollen. "Er musste in den letzten fünf Minuten ganz schön durchpusten, aber das ist normal." Ist Ebert fit, dürfte das am Ende gegen Fürth praktizierte 4-2-3-1 mit Ebert, Kittel und Pledl in der Offensivreihe häufiger zum Einsatz kommen.

Optimistisch stimmte auch das Debüt des jungen Maximilian Thalhammer, der Max Christiansen im Kampf um den Platz in der Startelf ausgestochen hatte. "Er ist der erste Junge aus unserem Nachwuchsleistungszentrum, der den Sprung zu den Profis geschafft hat", freute sich Leitl. Der 20-Jährige war nach seinem Debüt "für das erste Mal ganz zufrieden. Vielleicht hätten mir noch ein paar mehr Dinge gelingen können". Nicht nur Matip ist sicher: "An ihm werden wir noch viel Freude haben."