Karlshuld

Gemeinsame DU-Liste für den Kreistag

Wählervereinigungen aus Schrobenhausen und Karlshuld arbeiten zusammen - Fraktionsstärke als Ziel

20.03.2019 | Stand 02.12.2020, 14:24 Uhr
Erstes Treffen: Die DU Schrobenhausen und die DU Karlshuld wollen in einem Jahr gemeinsam bei der Kreistagswahl antreten. −Foto: Janda

Karlshuld/Schrobenhausen (DK) Die DU Karlshuld und die DU Schrobenhausen machen bei der Kreistagswahl in einem Jahr gemeinsame Sache. Bei einem ersten Treffen am Dienstagabend einigten sich die beiden Gruppierungen auf eine Zusammenarbeit auf einer Liste. Klares Ziel: Fraktionsstärke im Kreistag.

Es wird noch viele Treffen und intensive Gespräche geben. Das ist den Vertretern der beiden Wählergemeinschaften nach dem ersten Austausch in Karlshuld klar. Im Kern sind sich die Verantwortlichen allerdings einig über das Ziel, ab Mai 2020 als eigenständige Fraktion, also mit mindestens drei Kreisräten, im Gremium vertreten zu sein. "Wir sollten in die Offensive gehen", betonte Wolfgang Tarnick, Vorsitzender der erst im Januar gegründeten Vereinigung Die Unabhängigen (DU) Karlshulder. Das sehen auch die künftigen Partner aus Schrobenhausen so. "Wir werden alles tun, um gemeinsam ein gutes Wahlkonzept zu erarbeiten", erklärte Josef Dietenhauser, seit 2008 einziger Kreisrat der DU Schrobenhausen.

Obwohl es die Gruppierung in der Spargelstadt bereits seit 1995 gibt, treffen sich nun zwei Partner auf Augenhöhe - zumindest was die Mitgliederzahl betrifft. Denn beide zählen derzeit jeweils 35 Mitglieder; in Karlshuld ist nach der Neugründung laut Tarnick aber nach wie vor ein reges Interesse bei den Bürgern zu spüren. "Wir wachsen nach wie vor stetig", sagt er nach gerade einmal zwei Monaten. Die gemeinsame Kreistagsliste wird dennoch unter Regie der Schrobenhausener laufen. Denn dort ist aus Sicht der Karlshulder die nötige Erfahrung aus mehreren Wahlkämpfen vorhanden. Im Gegenzug freuen sich die neuen Partner um DU-Chef Gerhard Beck über den frischen Wind aus dem Donaumoos. Josef Dietenhauser will auch nicht ausschließen, dass die angestrebte Kooperation weitere Partner auf den Plan ruft.

Aktuell ist er als Einzelkämpfer im Kreistag Teil der Ausschussgemeinschaft, der auch die Grünen mit drei und die FDP mit zwei Sitzen angehören. "Denn die Kleinen sollten zusammenhalten", erklärte der Schrobenhausener, der sich im Oktober über die Freie Liste Oberbayern auch um einen Sitz im Bezirkstag beworben hat und mit seinem Abschneiden durchaus zufrieden ist. "Obwohl ich immer wieder ausgebremst werde, lasse ich mich nicht rausbringen", erklärte er zur Arbeit im Kreisgremium und auch im Schrobenhausener Stadtrat, wo er ebenfalls einziger Vertreter der DU ist.

Dass beide Vereinigungen bei der Kommunalwahl mit eigenen Bürgermeisterkandidaten liebäugeln, gilt mittlerweile als offenes Geheimnis. Nähere Aussagen dazu gab es bei dem Treffen, zu dem rund 16 Mitglieder gekommen waren, allerdings nicht. "Wir sind noch am Überlegen", hieß es dabei von Schrobenhausener Seite. "Wir wollen definitiv etwas bewegen", betonte Tarnick für die Karlshulder, deren Ziel eine starke vierte Fraktion im Gemeinderat ist. "Die anderen haben durchaus Respekt vor uns", erklärte der ehemalige SPD-Politiker, der durch seinen Wechsel mittlerweile Einzelkämpfer im Karlshulder Gremium ist.

Dass ein möglicher nächster Schritt die Gründung eines eigenen DU-Kreisverbands ist, liegt auf der Hand. Doch zum jetzigen Zeitpunkt käme das zu früh, wie beide Seiten betonten. Ausschließen wollten sie einen festen Zusammenschluss in einigen Jahren allerdings nicht. Bis dahin soll nun zunächst die Liste für den Kreistag entstehen. Gemeinsame Ziele gibt es ebenfalls schon, unter anderem der Erhalt und die Stärkung des Kreiskrankenhauses in Schrobenhausen. Auch vom Kampf der dortigen DU für einen gerechten Hochwasserschutz und den Umgehungsring für die frühere Kreisstadt ließen sich die Karlshulder berichten. Wie genau die Liste aussehen wird - ob bunt gemischt oder paritätisch besetzt -, ist ebenfalls noch offen. Das wird unter anderem ein Thema für die künftigen Treffen sein. Formale Beschlüsse sollen ebenfalls noch folgen.

Falls die Wähler mitspielen, könnte die DU in einem Jahr zurück zu alter Stärke finden. Immerhin stellte die Vereinigung Mitte der 1990er-Jahre sowohl in Neuburg als auch in Schrobenhausen den Rathauschef. In der Kreisstadt schloss sich die DU allerdings 2001 mit dem Bürgerblock zu den heutigen Freien Wählern zusammen, deren Kandidat Hans Günter Huniar in der Folge allerdings dem heutigen OB Bernhard Gmehling (CSU) unterlag. In Schrobenhausen zählte der ehemalige Bürgermeister Josef Plöckl, der von 1996 bis 2005 im Amt war, sogar zu den Gründungsmitgliedern - bis zu seinem Wechsel zu den Christsozialen.

Stefan Janda