Heideck
Flottenparade auf dem Wäschweiher

Interessengemeinschaft Deutsche Marine Weißenburg zeigt 70 Schiffsmodelle in Heideck

03.09.2018 | Stand 23.09.2023, 3:58 Uhr
Stapellauf am Wäschweiher: Michael Borne und ein Helfer lassen das Modell des US-amerikanischen Kriegsschiffs "Missouri" zu Wasser. −Foto: Peschke

Heideck (HK) Mächtige Kriegsschiffe, Kreuzer oder Flugzeugträger aus der Zeit des Ersten und Zweiten Weltkriegs begeistern seit jeher die Modellbaufans. 70 Schiffsmodelle von 41 Ausstellern konnten die Besucher am Sonntag bei der 17. Marine-Modell-Flottenparade der Interessengemeinschaft Deutsche Marine Weißenburg auf dem Heidecker Wäschweiher zu Lande und teils zu Wasser bestaunen.

Für die Weißenburger Interessengemeinschaft stellte deren Sprecher Peter Dorschner fest, dass man trotz des widrigen Wetters eine interessante Schau von historischen Schiffen vorzeigen könne. D ie Interessengemeinschaft verstehe sich als kleine Gemeinschaft von Modellbauern aus dem gesamtdeutschen Raum, die sich vorwiegend mit dem Nachbau von Marineschiffen aus der Zeit zwischen 1870 und 1945 im Maßstab 1:100 befasst.

Jedes der ausgestellten Schiffsmodelle hat seine eigene Geschichte. So erzählte Roland Faber aus Weißenburg vor dem Einsetzen seines Flugzeugträgers "Schagri-La", dass er diesen 2008 in einjähriger Bauzeit erstellte. Bei diesem Model raucht sogar der Kamin und Faber kann auch ein Nebelhorn erklingen lassen. Das Original habe einst bis zu 100 Flugzeuge an Bord gehabt. Stolz ist Faber auch auf fünf weitere Schiffsmodelle vom Frachtschiff bis zum Fischdampfer, die alle den Namen "Weißenburg" trafen.

Reinhold Häfner aus Kirchenehrenbach erzählte vom Bau des Schlachtschiffes "Tirpitz", das ziemlich baugleich mit der berühmten "Bismarck" ist. Beide Schiffe galten im Zweiten Weltkrieg als die damals weltweit größten und kampfstärksten Schlachtschiffe. Er habe an seinem Modell rund drei Jahre lang gearbeitet.

Hartmut Böhnke aus Mecklenburg-Vorpommern bemerkte, dass er den originalgetreuen Nachbau der "Hindenburg" im Maßstab 1:100 besitzt, die einst 212 Meter lang war und rund 30000 Tonnen wog. Dieses Schiff sei im Ersten Weltkrieg auf Befehl der deutschen Marine versenkt, von den Engländern wieder gehoben und dann verschrottet worden.

Rainer Ungänz aus Besigheim präsentierte den Schlachtkreuzer "Seydlitz", an dem er mit Unterbrechungen rund 20 Jahre lang gearbeitet hat. Helmut Ehrenstrasser aus München, der bereits 15 Flottenparaden hinter sich hat, stellte das Schlachtschiff "Scharnhorst" vor, das er in dreieinhalb Jahren fertigstellte. Das im Original 236 Meter lange Kriegsschiff sei bei Island von den Engländern am 26. Dezember 1943 versenkt worden.

Auch der schwere Kreuzer "Blücher" war zu sehen, den Elmar Wibner aus Altötting in fünf Jahren nachgebaut hat. Das größte Schiff der diesjährigen Flottenparade wurde aber von Michael Born aus Herne in dreieinhalbjähriger Arbeit erstellt. Das US-amerikanische Kriegsschiff "Missouri" wog im Original rund 65000 Tonnen und ist heute ein Museumsschiff auf Pearl Harbor.

Als sich der leichte Nieselregen verzogen hatte, wurden nach und nach etliche Modellschiffe in den Wäschweiher gesetzt und zogen dann ferngesteuert ihre Kreise. Peter Dorschner und Peter Behmüller teilten mit, dass der Überschuss aus der 17. Flottenparade hälftig als Spende an die Weißenburger Tafel und an den Städtischen Kindergarten in Heideck gehen wird. Beide wiesen abschließend darauf hin, dass diese Flottenparade auch künftig jeweils am ersten Sonntag im September auf dem Wäschweiher stattfinden wird.

Maximilian Peschke