Pfaffenhofen

Ein hübscher Meistersänger

<DK-XY_trifft>UNSERE VÖGEL:</DK-XY_trifft> Der Gesang des Buchfinks ist ein markanter Bestandteil unseres Frühlings

10.12.2020 | Stand 14.12.2020, 3:34 Uhr
Der Buchfink ist neben der Amsel der häufigste Brutvogel in unserer Vogelwelt. −Foto: Sturm, LBV

Pfaffenhofen - Sie sitzen in Bäumen, fliegen durch die Luft und manche besuchen auch die aufgestellte Futterhäuschen in den Gärten oder auf den Balkonen. Die Pfaffenhofener Kreisgruppe des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) stellt in einer Artikelreihe, die wir in loser Folge veröffentlichen, heimische Vögel vor. Der LBV möchte damit den Menschen die Natur ein bisschen näherbringen.

"Wo ein Baum ist, da ist ein Buchfink" - dieses Sprichwort deutet allein schon auf die Häufigkeit des Buchfinken hin. Von der Anzahl der Brutvögel kann dabei nur die Amsel mithalten. Beide Arten liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die größte Häufigkeit in unserer Vogelwelt.

Auch wenn nicht jeder den Vogel bei dessen Anblick bestimmen kann, der Gesang des Buchfinken ist ab Ende Februar ein sehr markanter Bestandteil unseres Frühlings. Der Gesang war es auch, der diese Art bei Vogelfreunden sehr beliebt machte. Es gab regelrechte Wettbewerbe, welcher Vogelzüchter den besten Sänger in seinem Käfig hatte. Als typischer Waldvogel hat er vor allem in baumbestandenen Landschaftsformen seinen Verbreitungsschwerpunkt.

Er fehlt aber auch in keinem gut mit höheren Gehölzen ausgestattetem Siedlungsbereich. Nur in der ausgeräumten Agrarlandschaft und in zu offenem Gelände fehlen ihm die geeigneten Brutplätze. Auch von monotonen, von Steingärten geprägten Neubausiedlungen, hält die Art Abstand. Das Nest wird beim Buchfinken in der Regel vom Weibchen allein gebaut. Es befindet sich meist in größerer Höhe in einer Astgabel, angelehnt an den Baumstamm. Somit ist es auch bei noch nicht geschlossener Belaubung gut verborgen. Äußerlich fällt das Nest durch die Verwendung von Spinnweben und Flechtenstückchen auf. Erstere dienen auch zur Verankerung an den Ästen. Die Bebrütung der meist fünf Eier beginnt Ende April oder Anfang Mai. Nachdem die Jungen ausgeflogen sind und der Gesang im Juli verstummt, fallen die Buchfinken erst wieder im Spätherbst und Winter auf. Durch ihre halb schreitende, halb hüpfende Fortbewegung am Boden, und ihren relativ langen Schwanz sind sie an den Wintervogelfütterungen leicht zu erkennen. Die vor allem ab dem Spätwinter leuchtende Bauch-Brustpartie der Männchen ist ein sicheres Erkennungszeichen. Die Art kommt vor allem im Winterhalbjahr recht häufig vor, dabei gesellen sich nordische Buchfinken, oft in Gesellschaft des Bergfinken, zu unseren Vögeln hinzu. Der Name Buchfink deutet auch auf die bevorzugte Nahrung dieser Finken hin. Es sind bei uns vor allem die Früchte der Rotbuche, welche in fruchtreichen Mastjahren riesige Schwärme dieser Vögel auch in unseren Landkreis locken. Schon von weitem erkennt man Buchfinkenschwärme an ihrem wellenartigen Flug und ihre oberseits weißen Flügelbinden. Alles in allem ist dieser hübsche Meistersänger eine optische und akustische Bereicherung unserer Natur. Der Buchfink hat keine unerfüllbaren Lebensraumansprüche und lässt sich daher auch fast überall beobachten. Dazu braucht es praktisch nur eine schöne Futterstelle in einem naturnahen Garten mit einigen natürlich gewachsenen größeren Bäumen. Der Buchfink lässt sich also in unmittelbarer Nähe unserer Häuser fördern und beobachten. Selbst eine coronabedingte Quarantäne kann uns letzten Endes dieses Naturerlebnis nicht verwehren.

PK

Dorothee Bornemann