Nürnberg

Ein Cocktail unter Palmen

Mit dem Stadtstrand kehrt mitten in Nürnberg wieder Urlaubsstimmung ein

29.04.2018 | Stand 02.12.2020, 16:29 Uhr
Freut sich auf viele Besucher in den nächsten Monaten: Einer der "Erfinder" des Stadtstrands, Lorenz Kalb. −Foto: Pelke

Nürnberg (DK) Seit acht Jahren stellen fünf Schausteller mit viel Aufwand den Stadtstrand auf der Insel Schütt in Nürnberg auf die Beine. Seit dem Wochenende hat die Freiluftbar wieder täglich geöffnet - und das fast drei Monate lang. Bis zum 22. Juli stehen 1500 Liegestühle und 50 Palmen auf dem 4000 Quadratmeter großen Gelände für die Gäste bereit.

Vor neun Jahren hatte Lorenz Kalb, der sich als Schausteller in Nürnberg einen Namen gemacht hat, zusammen mit vier Kollegen aus der Volksfestbranche die Idee zum Strandfeeling in der Stadt. Zum Start des Beach-Events im Jahr 2010 hätte er sich nicht vorstellen können, welche Ausmaße die Strandparty im Herzen der fränkischen Metropole einmal annehmen wird. "Wir haben uns das damals wesentlich einfacher vorgestellt. Wir wollten ein bisschen Sand hinschmeißen, ein paar Liegestühle darauf stellen und dazu ein paar Getränke verkaufen. Kein Mensch hat diesen Aufwand von heute im Kopf gehabt", erinnert sich Kalb an die Anfangszeit zurück.

Allein die 600 Tonnen weißer Sand werden in 40 Lastwagen-Ladungen angekarrt. Die Palmen werden sogar aus Spanien nach Nürnberg gebracht. Der Stadtstrand hat heute knapp drei Monate am Stück täglich geöffnet. Unter dem Motto "Sommerurlaub in der Heimat" werden sogar Fitness- und Gesundheitskurse wie in der Ferienanlage am Mittelmeer angeboten. Neben Yogastunden und Zumbakursen gibt es auch ein Beachvolleyball-Feld mit olympischen Ausmaßen, das wie die Kurse kostenlos für die Besucher zur Verfügung steht. Dazu gibt es zahlreiche Veranstaltungen - vom Poetryslam bis zur Flirtparty. Natürlich darf auch eine Modenschau mit Bikini-Schönheiten nicht fehlen.

Das Strandvergnügen kostet keinen Eintritt. Dafür liegen die Getränkepreise wohl deutlich über dem ortsüblichen Niveau in der Altstadt. Einige Besucher beschweren sich im Internet über teilweise "gesalzene" oder sogar "unverschämte" Preise. Immerhin gibt es täglich bis 19 Uhr eine "Happy Hour". Werbefrei ist der Stadtstrand nicht. Viele Firmen aus der Region nutzen den Stadtstrand als Reklameplattform. Wörtlich darf man das mit dem Strand natürlich auch nicht nehmen. Das Meer wird beispielsweise durch einen kleinen Pool ersetzt. In dem knietiefen Wasser kann man nicht wirklich schwimmen - aber sich dafür an der Poolbar wie im Urlaub fühlen und beim Sonnenbaden die Füße im Wasser abkühlen. Immerhin ist das Flussufer der Pegnitz nicht weit. Citymanager Reto Manitz lobt das Engagement der fünf Schausteller. "Der Stadtstrand bringt viel junges Publikum in die Stadt." Die Massenveranstaltung werde mit viel Liebe und Qualität gemacht. Allerdings findet Manitz, dass es in der Innenstadt neben Großevents auch Platz für authentische und familiäre Veranstaltungen mit weniger Aufwand geben müsse. Positiv findet er, dass es den Machern nicht nur ums Geldverdienen geht. "Wir sind mit Sicherheit der schönste Stadtstrand in dieser Größenordnung in Deutschland", ist sich Lorenz Kalb sicher.

In Kürze wird auch der Donaustrand in Ingolstadt wieder eröffnen, wie die Organisatoren auf Facebook mitteilen. Das genaue Datum steht noch nicht fest. Alle Infos rund um den Nürnberger Stadtstrand sowie zu sämtlichen Veranstaltungen dort gibt es im Internet unter www.sommer-in-der-city.com.

Nikolas Pelke