Ingolstadt

Ein Abend für die Nächstenliebe

Paddy Kelly begeistert mit spirituellem Konzert in der Piuskirche und unterstützt damit Projekte der Caritas

11.06.2012 | Stand 03.12.2020, 1:24 Uhr

Liturgische Lieder für die gute Sache: Paddy Kelly möchte mit seiner Agape-Tour dem „materiellen und spirituellen Hunger in der Welt entgegenwirken“. Pro Karte fließen zehn Euro in Caritas-Projekte. Sein Konzert am Sonntag in St. Pius bejubelten 600 Fans. - Foto: Bonifatiuswerk

Ingolstadt (DK) Der Andrang ist enorm: Bereits eine Stunde vor dem Konzert warten Fans von Paddy Kelly aus ganz Bayern und sogar darüber hinaus in einer langen Schlange vor der Kirche St. Pius. Rund 600 überwiegend junge Besucher füllen sie kurz darauf voll aus.

Alle haben schon allein mit ihrem Kommen etwas im Sinne der Nächstenliebe getan: Sie tragen dazu bei, hungernden Menschen zu helfen. Zehn Euro von jeder Eintrittskarte kommen Projekten des Hilfswerkes der deutschen Caritas „Caritas international“ in Äthiopien zugute.

Dort hatte Kelly im März Initiativen von Caritas international im Kampf gegen den Hunger besucht. Um die Liebe geht es dem irisch-amerikanischen Sänger, einstiges Mitglied der Pop- und Folkband The Kelly Family, auch grundsätzlich in dem vom Bonifatiuswerk unterstützten liturgischen Konzert, das er als einen Abend der Agape (griechisch: Liebe) gestaltet.

Beim Eröffnungslied „Voice divine“ sitzen die Zuhörer noch still und andächtig in den Kirchenbänken – gespannt darauf, was sie wohl erwartet. Ab seinem zweiten, sehr bekannten Lied „Pray Pray Pray“ steht der Großteil der Fans schon – meist mit den Händen über dem Kopf klatschend. Nicht nur in seinen Liedern, sondern auch in kurzen Interviews mit Konzertbesuchern sowie Bemerkungen während des Programms bringt Paddy Kelly dem Publikum verschiedene Facetten der Liebe näher. Auf manche wirken seine Texte vielleicht teilweise als ein zwar amüsanter, aber auch verwirrender Schnelldurchgang durch das Thema: von simpler Party über Verständnis, Hingabe, Treue, „Zukunft miteinander gestalten“, bis zur Liebe zu Jesus Christus.

Doch zunächst lassen sich ohnehin alle von Kellys Stimme und der Kunst seiner Band mit guten Musikern aus vielen Ländern begeistern. Spätestens mit den drei Abschlussliedern „I am the Light of the World“, „Agape“ und „Abba! Father!“, zu denen Kerzenlichter hundertfach in der Piuskirche brennen, gelingt es Kelly dann, religiösen Tiefgang zu ermöglichen.

Viele bleiben daher auch noch zur Gebetsnacht mit dem Sänger, der schon einmal in einem Kloster gelebt hat. Da wandert zuerst ein von ehemaligen litauischen Straßenkindern hergestelltes großes Kreuz über die Hände der Betenden durch die gesamte Kirche. Später werden einige darauf ihre Sorgen und Anliegen schreiben. Der Pfarrer von St. Pius, Martin Geistbeck, trägt eine Monstranz mit dem von den katholischen Christen verehrten Leib Christi zum Altar. Viele bringen sodann ihre Kerze dorthin, während Kelly immer wieder „O adoramus te, Domine“ intoniert – und viele Gläubige stimmen mit ein.

Geistbeck steht für Beichtgespräche zur Verfügung und ein Ehepaar für Menschen, die sich einmal anders aussprechen wollen. Erneut gibt Kelly das Lied „Agape“ zum besten und schließt damit sein liturgisches Konzert ab. Er wird vielen sicher ein persönliches Erlebnis der Gottes- und Nächstenliebe ermöglicht haben – zumindest aber den besinnlichen Ausklang eines schönen Sonntagabends.