Ingolstadt
Die Jahrhundert-Tragödie

"Bayern und der Erste Weltkrieg": Tagung des Armeemuseums dauert noch bis Samstag

21.11.2013 | Stand 02.12.2020, 23:24 Uhr |

Großes Interesse: Vor zahlreichen Zuhörern begann gestern im Neuen Schloss die Tagung »Bayern und der Erste Weltkrieg« - Foto: Brandl

Ingolstadt (DK) Eine wissenschaftliche Tagung „Bayern und der Erste Weltkrieg“ begann am gestrigen Donnerstag im Neuen Schloss. Bis Samstag beschäftigen sich namhafte Experten mit dem Thema. Auch interessierte Bürger sind willkommen.

Es sei „ein großes Thema“ und dabei „kein zufälliges Thema“. Nicht „irgendeine Sache“, sondern ein Ereignis mit „großer Bedeutung in der europäischen Geschichte“. Mit diesen Worten führte Ansgar Reiß, Leiter des Bayerischen Armeemuseums, gestern vor rund 200 Zuhörern – darunter zahlreiche Ehrengäste der Stadt, der Bundeswehr sowie aus Bildung und Kultur – in die Tagung ein, die in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildung organisiert wurde.

Das Symposium wirft seine Schatten voraus auf das kommende Jahr, in dem sich der Ausbruch des Ersten Weltkrieges zum 100. Mal jährt. Mit einem vielstimmigen Programm werden 2014 auch die Stadt Ingolstadt und das Bayerische Armeemuseum dieser großen Jahrhundert-Tragödie Europas gedenken.

Denn 100 Jahre Erster Weltkrieg, das ist auch für die Schanz ein besonderes Thema, heißt es seitens des Armeemuseums. Die ehemalige Landesfestung des Königreichs Bayern musste sich zwar nicht unmittelbar verteidigen, aber sie war ein wichtiges Zentrum zur Versorgung der Armee an der Front. Menschen und Güter in zuvor undenkbarer Masse wurden dorthin geschickt. Zurück kamen Verwundete und  Gefangene. Hunger machte sich breit, und die Nachricht vom Tod geliebter Menschen war allgegenwärtig.

Insgesamt forderte der erste globale Krieg der Menschheitsgeschichte 17 Millionen Todesopfer, sagte Harald Parigger, Direktor der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildung in seinem Grußwort. Parigger vertrat den aus Termingründen verhinderten Staatsminister Ludwig Spaenle. Der Erste Weltkrieg – zugleich letzter Krieg der königlich bayerischen Armee – sei auch nicht detailliert im Bewusstsein der Menschen verankert, sein Bild nach außen von Klischees geprägt, so Parigger weiter. Mit ein Grund dafür seien auch die starken Spuren der Nazi-Diktatur. Außerdem verleihe das Fehlen von Zeit- und Augenzeugen dem Ereignis eine besondere historische Tiefe, wie es Ansgar Reiß bereits zuvor in seiner Rede formulierte.

Diese historische Tiefe verdeutlichen noch bis einschließlich Samstag zahlreiche Dozenten in ihren Vorträgen. Den Anfang machten am Donnerstag Dieter Storz, Oberkonservator am Armeemuseum und Günther Kronenbitter von der Universität Augsburg. Storz setzte sich in seinem Vortrag mit Bayern in der Militärverwaltung des Kaiserreichs auseinander, Kronenbitter referierte zum Thema „Bayern und der Kriegsausbruch“.

Interessierte Bürger sind heute und morgen eingeladen, die Vorträge mit anschließenden Diskussionsrunden zu besuchen. Veranstaltungsort ist der Fahnensaal im Neuen Schloss. Beginn ist jeweils um 9 Uhr. Die Tagungsgebühr beträgt fünf Euro.