Schrobenhausen

"Der Literat unter den Evangelienschreibern"

Der Heilige Lukas gab die meisten Nachrichten über das Leben Mariens preis und galt als Kaplan der Gottesmutter

17.10.2017 | Stand 02.12.2020, 17:20 Uhr

Als Evangelist, Arzt, Maler und Patron der Künstler zeigt die Darstellung in Brunnens Kirche den Heiligen Lukas. - Foto: Speiseder

Schrobenhausen (SZ) Lukas kommt von Lux - das Licht. Lukas wird allgemein als Patron der Ärzte und Künstler verehrt. Dargestellt wird er mit dem Stier, zuweilen mit einem geflügelten Stier, das ist das Symbol für das von ihm verfasste Evangelium.

Das Stiersymbol gilt auch als Zeichen eines der "Vier mächtigen Wesen der Apokalypse". Es gilt aber auch als Symbol des Alten Bundes, des Bundes, in dem das Tieropfer im Mittelpunkt der Verehrung und Anbetung stand. Lukas wird wie alle Evangelisten mit einem Buch abgebildet, seit dem Mittelalter als Maler, der die Mutter Gottes malt. Eine der berühmtesten Darstellungen dieser Art findet sich in der Alten Pinakothek in München. Sie stammt von Rogier von der Weyden.

Lukas entstammt einer angesehenen Familie in Antiochien und war, wie der Heilige Paulus sagt, von Beruf Arzt (Kolosserbrief 4,14). Der Heide Lukas soll um das Jahr 43 nach Christus zum Christentum gefunden haben. Er hat Barnabas und Paulus in seiner Heimat beim Predigen gehört, fand Gefallen an der neuen Botschaft, die in einer neuen Weise von der Würde des Menschen sprach, und beschloss, Paulus zu folgen. So reiste er mit Paulus von Troas nach Philippi, predigte mit ihm zusammen in Jerusalem und blieb an seiner Seite auch in Rom, als Paulus in Gefangenschaft geriet.

Das bestätigt Paulus auch im zweiten Timotheusbrief: "Lukas ist allein bei mir!" (Tim. 4.11). Quellen zufolge hat Lukas nach dem Martyrium des Heiligen Paulus in Kleinasien und Achaia gelebt. Als Bischof von Theben soll er um das Jahr 63 im Alter von 84 Jahren gestorben sein. Andere Quellen berichten, dass er in Patras den Märtyrertod erlitten hat.

Es könnte Paulus selber gewesen sein, der den gebildeten Lukas veranlasste, ein Evangelium zu schreiben. In seiner Einleitung schreibt Lukas selbst über den näheren Beweggrund, der zur Abfassung des Evangeliums führte. "So habe ich mich entschlossen, allen Ereignissen von ihren ersten Anfängen an sorgfältig nachzugehen und sie für dich, lieber Theophilus, der Reihenfolge nach niederzuschreiben, damit du dich überzeugen kannst von der Zuverlässigkeit des Unterrichts, den du empfangen hast!" Die Anrede Theophilus - zu Deutsch Gottesfreund - spricht jeden an, der sich mit der Botschaft des Jesus von Nazareth auseinandersetzen will. Anliegen des Lukasautors ist es, vor allem für Nichtchristen, die Heiden, zu schreiben.

Von allen ihm zugänglichen Quellen holte sich Lukas Informationen, von der Mutter des Heilands ließ er sich erzählen und wusste darum auch, dass bereits Markus und Matthäus über Jesus ein Werk verfassten. Sein Evangelium bringt die meisten Nachrichten über das Leben Mariens. Im Mittelalter bezeichnete man daher Lukas als den "Kaplan der lieben Gottesmutter". Darin liegt wohl auch der Grund für die Legende, Lukas sei der Maler des ersten Marienbildes gewesen. Daher ist nachvollziehbar, dass Lukas auch das Patronat der Künstler und für die Kunst allgemein zukommt.

Die Reliquien des Heiligen Lukas wurden im Jahre 357 aus Theben in Böotien nach Konstantinopel, dem heutigen Istanbul, gebracht, wo sie in der Apostelkirche beigesetzt wurden. Reliquien liegen auch in Padua, sein Kopf im russisch-orthodoxen Panteleimon-Kloster auf dem Berg Athos.