Hilpoltstein

"Der fränkische Rechen gehört einfach dazu"

Partei Die Franken wünscht sich Einzug in den Landtag – Doch noch stehen sie nicht einmal auf dem Wahlzettel

07.04.2013 | Stand 03.12.2020, 0:18 Uhr

Wollen mit dem fränkischen Rechen über die bayerischen Wiesen hergehen: Der Vorsitzende der Frankenpartei, Robert Gattenlöhner, Stellvertreter Andreas Brandl (in der Hocke, von links), dessen Amtskollegin Karola Kistler (links) und Schatzmeisterin Heike Fuchs. - Foto: Leykamm

Hilpoltstein (HK) Sie haben 237 Parteimitglieder und ein großes Ziel: Franken wirtschaftlich zu stärken, die Region insgesamt aufzuwerten, aber auch den Stolz der Franken auf ihre Heimat zu unterstützen. Die Rede ist von der Partei Die Franken, die bei der nächsten Landtagswahl erstmals antreten will.

Wen man Parteichef Robert Gattenlöhner aus Roth nach den Zielen seiner Partei fragt, kommt es wie aus der Pistole geschossen: „Wir brauchen eine bessere Infrastruktur in Franken. Wir müssen ausländische Firmen, die sich in Bayern engagieren wollen, nach Franken locken, um die Wirtschaft zu stärken und Arbeitsplätze zu schaffen. Wir müssen den Nürnberger Flughafen aufwerten. Und wir müssen auch kleine Ziele schaffen: Beispielsweise, dass in Franken ausgebildete Polizisten und Lehrer bei uns bleiben und wir etwas davon haben, statt dass sie ständig nach München abgezogen werden.

Doch um wirklich etwas bewegen zu können, müssen Die Franken erst einmal in den Landtag kommen. Und bis dahin ist es ein weiter Weg. Die erste Hürde, die Zulassung zur Landtagswahl, haben sie bereits hinter sich. Bevor sie auf dem Wahlzettel stehen, müssen sie allerdings noch 1270 Unterstützerstimmen sammeln. „Bei zwölf Stimmkreisen sind das pro Stimmkreis 100 und ein paar Zerquetschte – das schaffen wir“, ist sich Gattenlöhner sicher. Doch selbst, wenn die Partei auf dem Wahlzettel steht, ist damit noch kein einziger Wähler gewonnen, denn selbst in Franken kennt bislang kaum einer die Partei.

Wahlkampagnen? Fehlanzeige. „Wir haben nur zwischen 5000 und 10 000 Euro. Das reicht gerade mal für Kugelschreiber und ein paar Gummibärchen.“ Trotzdem ist der 57-Jährige zuversichtlich. „Wenn wir draufstehen, dann wählen uns auch ein paar. Die, die nicht wissen, welche Partei sie wollen und sich dann hoffentlich für eine Partei aus Franken entscheiden“, sagt er. „Die Leute gehen zum Metzger in der Region, wollen ihr Fleisch aus der Region – dann nehmen sie doch hoffentlich auch die Partei aus der Region.“

Um über die 5-Prozent-Hürde zu kommen, braucht Gattenlöhners Partei rund 490 000 Stimmen. „So viel wie wenn alle Nürnberger zur Wahl gehen und uns wählen – das ist doch nicht so viel“, sagt er gut gelaunt. Trotzdem: „Ich kann rechnen, ich bin Realist. Und ich weiß, dass es beim ersten Mal noch keiner geschafft hat“. Seine Zielvorstellung? „Bei einem Prozent kriegen wir einen Teil der Wahlkosten zurück, bei 1,25 Prozent müssen wir nächstes Mal keine Unterstützerstimmen mehr sammeln. Dann täten wir uns leichter.“

Damit bricht Gattenlöhner die realistischen Überlegungen auch schon wieder ab: „Im Kopf steht 5,x Prozent. Was wäre ich denn für ein Parteichef, wenn ich sage, dass wir die 5-Prozent-Hürde nicht hinkriegen.“ Und er träumt gleich weiter: „Vielleicht kriegen wir ja sogar drei Leute in den Landtag. Dann lässt sich doch schon etwas bewegen.“

Mit drei Landtagskandidaten? „Klar, allein dass da drei von uns hinten auf einem Bänklein sitzen, hilft uns nicht – wir können nur die großen Parteien mit Anträgen bombardieren, immer wieder auf die Situation in Franken aufmerksam machen und andere Politiker auf unsere Seite ziehen.“ Im Auge hat er da unter anderem Helga Schmitt-Bussinger. „Die interessiert sich für fränkische Themen, ich glaube, dass wir bei ihr etwas erreichen können.“

Und diese fränkischen Themen sind eben alle die, die Franken wirtschaftlich voranbringen. Eine durch und durch fränkische Partei ganz ohne Volkstümelei? „Am Tag der Franken sollte vor den fränkischen Rathäusern schon mal der fränkische Rechen gehisst werden – das gehört einfach dazu.“