Ingolstadt
Das Comeback naht

06.08.2010 | Stand 03.12.2020, 3:47 Uhr |
ERC-Stürmer Patrick Buzas. −Foto: Bösl

Ingolstadt (DK) Auf dem Papier sind es neun Neuzugänge, mit denen der ERC Ingolstadt in die neue Saison in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) startet. Einen Neustart wagt aber auch Patrick Buzas. Der ehemalige Augsburger verpasste verletzungsbedingt die komplette vergangene Saison.

Der Panther mit der Rückennummer 21 zählt mal wieder zu den letzten. Während das Vormittagstraining offiziell längst vorbei ist, übt die Youngsterfraktion des ERC noch unbeirrt Torschüsse. Stephan Daschner (22 Jahre), Dominic Walsh (21), Andre Huebscher (21) und eben Buzas (23) macht diese Extraschicht offenbar viel Spaß, denn immer wieder hallt lautes Lachen durch die Halle.

Die Stimmung ist gut nach der ersten Woche der Vorbereitung, das bestätigen Spieler und Trainer unisono. Bei Buzas dürfte die Freude am größten sein, denn der Stürmer darf endlich wieder ohne Einschränkungen über das Eis flitzen. "Mir geht es total gut. Nichts tut mir weh. So kann es weitergehen", sagt er. Vor Beginn der vergangenen Saison hatte ihn ein schwerer Autounfall außer Gefecht gesetzt. Lange Zeit stand sogar ein mögliches Karriereende im Raum. Eine Verletzung an den Halswirbeln machte Buzas zum Stammgast auf der Tribüne.

Gegen Ende der vergangenen Spielzeit unternahm Buzas seine ersten Gehversuche auf dem Eis, nun hat er den nächsten Schritt gemacht. "Endlich sitze ich wieder mit der Mannschaft in der Kabine. Dafür habe ich ein Jahr lang hart gearbeitet", freut sich der gebürtige Augsburger. Zuspruch erhält er von seinem Vorgesetzten. "Es freut mich, dass er wieder da ist. Bisher hat Butschi einen starken Eindruck hinterlassen, wenn man bedenkt, dass er ein Jahr lang weg war", erklärt Trainer Greg Thomson.

Die Freude ist Buzas fast bei jeder Aktion anzumerken. Immer wieder huscht ihm in den kurzen Trainingspausen ein Lächeln über die Lippen, wenngleich die Übungen seine Kollegen und ihn des öfteren nach Luft schnappen lassen. "Konditionell passt es, nur taktisch habe ich noch ein paar Defizite", sagt Buzas. Natürlich hofft er, den Sprung in die Stammformation zu schaffen. Unter Druck setzten will er sich indes nicht. "Ich bin über jede Minute froh. Klar will ich endlich zeigen, was ich kann. Aber ich muss auch Geduld haben", lautet seine Vorgabe.

Gut möglich, dass Buzas auch ein paar Mal in der Zweiten Liga beim Kooperationspartner Landshut ran muss. Für die Cannibals hat er nämlich eine Förderlizenz bekommen. Das bestätigte Sportdirektor Jim Boni dem DK. "Wenn die Trainer meinen, dass ich dort spielen soll, dann werde ich das natürlich tun", sagt der ehemalige Nationalspieler. "Ich werde aber alles dafür tun, dass ich mich in der DEL beweisen kann."

Extraschichten nach dem Training sind ein guter Weg, um dieses Ziel zu erreichen. Es wäre der letzte Schritt auf dem Weg zum Comeback.