Ingolstadt
Da haben wir den (Obst-)Salat

08.05.2011 | Stand 03.12.2020, 2:51 Uhr |

Mit Experimenten an Obst und Gemüse fand Christopher Ruzok heraus, welche Einflüsse und Reaktionen zerteiltes Obst braun werden lassen. Die Jury lobte neben der Arbeit an sich auch die "klare und einfache Sprache", mit der der Abiturient seine Arbeit verfasst hat. - Foto: Rössle

Ingolstadt (DK) Warum wird aufgeschnittenes Obst und Gemüse braun? Mit dieser Frage hat sich Christopher Ruzok ein knappes halbes Jahr in seiner Facharbeit auseinandergesetzt. Das machte der Schüler des Apian-Gymnasiums so gut, dass er von der Ingolstädter Altherrenvereinigung (AHV) den Abiturpreis erhielt.

Auch selbst isst Christopher Ruzok gerne Obst. "Am liebsten Bananen und Äpfel – aber nur grüne", sagt er. Die Einleitung seiner Facharbeit "Enzymatische Bräunung von Obst und Gemüse" ist daher ein Rezept für einen Obstsalat. Es endet damit, die Früchte mit Zitronensaft zu beträufeln und kalt zu stellen. Was nun aber hinter diesen Tipps steckt, die jede Hausfrau kennt, aber keiner hinterfragt, wollte der Abiturient in verschiedenen Experimenten herausfinden. Darunter zum Beispiel: Welchen Einfluss hat die Temperatur und welchen die Säure der Frucht? Welche Rolle spielen die luftdichte Verpackung des Obstes, der pH-Wert oder der Vitamin C-Gehalt?

Das Thema auf der Liste seines Chemielehrers hat Christopher bei der Auswahl seines Facharbeitsthemas sofort interessiert: "Zum einen ist es alltagsnah, zum anderen konnte ich dabei Theorie und Praxis gut miteinander verbinden", begründet er seine Entscheidung. Nervig seien bei der Durchführung der Experimente allerdings seine stets anwesenden, kleinen Begleiter gewesen: "Die Fruchtfliegen haben schon gewusst, dass es bei mir immer was gibt."

Einen kleinen Teil seines Preisgeldes in Höhe von 500 Euro investiert Christopher, der zudem noch Regionalsieger von "Jugend forscht" ist, nun erst einmal in eine Party. Den Rest spart er: "Zum Studieren braucht man ja auch noch was." Vor einer Woche hat er in Erlangen mit seinem Medizintechnik-Studium begonnen.

Der Abiturpreis der AHV ehrt jedes Jahr eine der überzeugendsten und leistungsstärksten Facharbeiten, die von Abiturienten der fünf Ingolstädter Gymnasien verfasst wurden. Die Auszeichnung, die laut Präsident Uwe Handke den akademischen Nachwuchs fördern soll, wurde gestern im Garten des Deutschen Medizinhistorischen Museums verliehen. Für die Jury, bestehend aus der ehemaligen Museumsleiterin Christa Habrich, Alt-Oberbürgermeister Peter Schnell und AHV-Mitglied Walter Zander, war die Entscheidung nicht gerade leicht – musste sie doch aus den recht unterschiedlichen Bereichen "Sprachen mit Deutsch und Kunst", Naturwissenschaften mit Mathematik" und "Gesellschaft, Recht, Religion" die herausragendste Arbeit finden. Die vierte Verleihung findet übrigens bereits im Juli statt. Dann nämlich, wenn die Absolventen des G8-Jahrgangs ihr Abitur in der Tasche haben werden.