Hirschberg
Bis hin zur Historie der Eisenbahn

Bei den Bildungstagen auf Schloss Hirschberg kommen ganz unterschiedliche Themen zur Sprache

12.02.2020 | Stand 23.09.2023, 10:34 Uhr
Informativ: Simon Strobel bedankt sich bei Rudolf Hager, der seinen Vortrag in einer historischen Eisenbahneruniform hielt. −Foto: Patzelt

Hirschberg - Unter dem Motto "Auszeit nach Lichtmess" hatten die Diözese Eichstätt, das Bischöfliche Ordinariat Eichstätt und die Katholische Landvolkbewegung Kreis Eichstätt zu zwei Bildungstagen ins Schloss Hirschberg eingeladen.

Das bewährte Organisatorenduo Maria Weidenhiller und Simon Strobel konnte dazu namhafte Referenten begrüßen.

So sprach unter anderem der Leiter der Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf, Otto Körner aus Meckenhausen. Er hatte das Thema "Nachhaltigkeit hat Tradition - Wird Nachhaltigkeit allein genügen? " gewählt. Es ging unter anderem um den Klimawandel, die wachsende Bevölkerung und die Energiefrage.

"Verbraucher haben Verantwortung" stellte Alois Heißenhuber am Vormittag des zweiten Tages fest. Der Referent zeigte einige Perspektiven für die Zukunft einer bäuerlichen (Kultur-)Landwirtschaft auf und informierte darüber, wie Landwirtschaft wirtschaftlich, umweltverträglich und gesellschaftlich akzeptiert gestaltet werden kann. Die Zeit des "Größer" und "Höher" sei vorbei, stattdessen müsse auf dem Acker wieder mehr Vielfalt erscheinen. "Wenn wir die derzeitigen Fruchtfolgen nicht rechtzeitig selbst erweitern, wird uns die Natur dazu zwingen", zitierte der Referent aus dem Landwirtschaftlichen Wochenblatt. Die anstehenden Konflikte würden "endlich Lösungen erfordern". Langfristig forderte Heißenhuber die Flächenbindung der Viehhaltung (Kreislauflandwirtschaft) und eine grundfutterbasierte, wiederkäuergerechte Milchkuhhaltung.

Das Nachmittagsprogramm begann mit einem Vortrag über die Geschichte der Anbindung des Altmühltals an das übrige, bis dahin vorhandene Eisenbahnnetz in Bayern, sowie mit einem Film über die letzte Fahrt eines Zuges nach Kipfenberg. Der Referent, Rudolf Hager aus Eichstätt, hatte sich dazu eigens eine historische Eisenbahnuniform angezogen. "Ferderführend für den Bau einer Bahnstrecke von Ingolstadt nach Treuchtlingen im Rahmen einer Verbindung München-Ingolstadt-Pleinfeld war der damalige Eichstätter Bürgermeister Georg Fehlner, der natürlich auch an eine Haltestelle in der Bischofsstadt dachte", wusste Hager zu berichten. Die ersten Planungen sahen fünf verschiedene Routen für diese Strecke vor, wobei allerdings Eichstätt nicht immer eingeplant war.

Nach einer persönlichen Vorsprache des Bürgermeisters bei Ihrer Majestät König Ludwig II. wurde die Trasse dann zwar näher an die Bischofsstadt herangerückt - aber an der Stadt vorbeigeführt. "Als die Strecke dann am 12. April 1870 eröffnet wurde, sind die damaligen Eichstätter Stadtväter aus Verärgerung wegen der Entfernung von sechs Kilometern zur Stadt nicht erschienen", blickte Hager zurück.

Für die Anbindung Eichstätts an die Hauptstrecke gab es aber weitere Vorstöße, die 1885 mit einer Schmalspurbahn, die zunächst in die Stadt hereingebaut und dann 1898 hinunter ins Tal bis Kipfenberg und Kinding verlängert wurde, endeten. Ein Umbau auf Normalspur erfolgte dann in den 1930er Jahren.

Am 29. Mai 1960 musste schließlich der Personenverkehr eingestellt werden. Und nachdem auch der Güterverkehr stetig zurückging, erfolgte die allerletzte Fahrt eines Zuges am 2. Juni 1973 von Kipfenberg nach Eichstätt. Über diese letzte Fahrt eines Sonderzuges nach Kipfenberg und zurück zeigte Hager einen Film.

pa

Anton Patzelt