Dietfurt

Beten als Weg zu Gott und zu den Menschen

Prälat Christoph Kühn predigt bei zweiter Ölbergandacht Eindrücke aus Indien – Großes Lob für Dietfurt

24.02.2013 | Stand 03.12.2020, 0:28 Uhr

Das Gebet führt zur Gemeinschaft mit Gott und bringt Menschen einander näher: Prälat Kühn bei der Ölbergpredigt. - Foto: abh

Dietfurt (grb) Mit dem Thema „Bitten und Beten. Wege zu Gott – Wege zum Menschen.“ befasste sich Prälat Christoph Kühn bei der zweiten Dietfurter Ölbergandacht, die sehr gut besucht war.

Er sagte „das Gebet ist die Hinwendung des Herzens zu Gott“. Eingangs sprach Pater Raphael Konrad. Er gab seiner Freude Ausdruck, dass Prälat Kühn, seit September vergangenen Jahres auch Domkapitular in Eichstätt, als Fastenprediger gekommen war, trotz seiner vielen anderen Aufgaben. Kühn betonte, dass er zum ersten Male und gerne nach Dietfurt gekommen sei. Er war überrascht, dass sich an einem Werktagnachmittag so viele Menschen Zeit genommen hatten, um zu beten, zu betrachten und das Wort Gottes zu hören. Unter den Besuchern waren auch Gläubige von Pfarreien, in denen Kühn vor Jahren Kaplan war.

Kühn nahm den Entschluss eines Milliardärs, der sich vor wenigen Tagen aufgrund der Hoffnungslosigkeit seiner gesundheitliche Lage das Leben genommen hat, zum Anlass für die Frage, an wen oder was Menschen glauben, die sich das Leben nehmen? Man müsse davon ausgehen, dass sie seelisch krank, ohne Hoffnung und verzweifelt seien. Die beste Antwort auf Ausweglosigkeiten des menschlichen Lebens ist das Gebet, so. Kühn. Er verwies auf das Matthäus-Evangelium, in dem es heißt „Bittet, dann wird euch gegeben; Sucht, dann werdet ihr finden.“

Prälat Kühn ermunterte zum Gebet. Beten wolle aber auch gelernt sein. Die Fastenzeit als Schule des Betens sollte man nützen, um im Glauben und in der persönlichen Gottesbeziehung zu wachsen. Gemäß dem französischen Schriftsteller Georges Bernanos, der schon den Wunsch zu beten als Gebet bezeichnete, solle dieser Wunsch in den Menschen lebendig bleiben. Weil es für Beten keine Technik gebe, dürfe man auf „Hilfsmittel“ zurückgreifen, dazu gehörten der Rosenkranz.

Die Hochform des Betens sei aber die Mitfeier der Eucharistie beim Besuch der Gottesdienste. Zum richtigen Mitfeiern der Heiligen Messe brauche man Glaube, Ehrfurcht und Gottesliebe. Dazu sagte Mutter Teresa „Euer Leben muss geworben werde um die Eucharistie. Richtet Eure Augen auf ihn, der das Licht ist.“ Die Schwestern von Mutter Teresa verinnerlichen diese Worte. „Dies erlebte ich in Indien“, sagte Kühn. Er war kurz vor seinem Besuch in Dietfurt als Diözesanbeauftragter für die Weltkirche aus Indien zurückgekommen.

Dort habe er nicht nur erfahren, wie das Gebet in eine innige Gemeinschaft mit Gott hineinführte, sondern auch, wie nahe das Beten die Mutter-Teresa-Schwestern zu den Menschen führe. Prälat kühn wünschte: „Mögen auch wir in der Fastenzeit erfahren, dass das Gebet ein sicherer Weg zu Gott ist und uns gleichzeitig in die Mitte des Menschseins führt.“

Nach dem Ölbergspiel besuchte Christoph kühn die Verantwortlichen und ließ sie wissen, dass ihn die Andacht und das dazu gehörende Ölbergspiel tief beeindruckte. Er ermunterte die Arbeitsgruppe, die Tradition aufrecht zu erhalten. Ein besonderes Lob hatte er für Karl Mayerhöfer als Christussänger und Paul Sessler, der zum ersten Male den Engel sang, übrig. Pater Raphael Konrad dankte dem Prediger und überreichte ihm kleine Erinnerungen, dazu gehörte auch eine CD vom Dietfurter Männerchor, unter anderem mit den Gesängen der Ölbergandacht.

Die nächste Ölbergandacht ist am Donnerstag. Sie beginnt wie immer um 13 Uhr, um 13.30 Uhr hält Pater Cornelius Bohl aus München, Provinzial der Deutschen Franziskaner die Fastenpredigt. Um 14 Uhr gibt es wieder das Ölbergspiel.

Gruppen, die zur Ölbergandacht kommen möchten, sollten sich mit dem Kloster, Telefon (0 84 64) 65 20 in Verbindung setzen.