Eichstätt

Bald "Einfach so" einkaufen

"Unverpackt Eichstätt" startet große Crowdfunding-Aktion - Ladeneröffnung im Frühjahr geplant

24.01.2020 | Stand 02.12.2020, 12:07 Uhr
Freuen sich auf die Eröffnung des neuen Unverpackt-Ladens: Silke Beck (links) und Martina Schmidt, Vorstandsmitglieder der Genossenschaft Unverpackt Eichstätt e.G., im zukünftigen Ladengeschäft in der Westenstraße. −Foto: Kusche

Eichstätt - "Einfach so" - diesen Namen wird das neue Ladengeschäft in der Westenstraße tragen, in dem ab März/April der erste "Unverpackt-Laden" einziehen wird. Mit großem Elan führen die Vorstandsmitglieder der Genossenschaft "Unverpackt Eichstätt" zusammen mit vielen Unterstützern die umfassenden Renovierungs- und Vorbereitungsarbeiten für die Eröffnung durch. Parallel startete diese Woche eine große Crowdfunding-Aktion, mit der der finanzielle Start des Unverpackt-Ladens gesichert werden soll.

Noch stehen Silke Beck und Martina Schmidt, neben Petra Schmidt und Paola Vannucci beide Vorstandsmitglieder der "Unverpackt Eichstätt e.G.", zusammen mit ihrem zukünftigen Vermieter Markus Markert in einer ziemlich wüsten Baustelle. Doch das wird sich in den nächsten Wochen schnell ändern. Denn für den neuen Laden steht dank intensiver Planungen und Vorarbeiten und vor allem vieler Helfer alles schon bereit. Der Name steht, ein Logo ist kreiert, über 50 Spender aus Glas und Edelstahl für die verschiedenen unverpackten Verkaufsprodukte sind bestellt, darüber hinaus sind Kasse, Waage, Getreidemühle, Kaffeemaschine, Waschbecken, Kühlgeräte und Gemüseregale in Planung. "Dort kommt eine kleine Kaffee-Ecke hin", schwärmt Schmidt und zeigt auf die Schaufensterseite, an der ein kleiner Tresen mit Sitzgelegenheiten eingeplant ist. Auch das passende Kuchenregal lässt sich schon erahnen.


Dass das Team der "Unverpackt"-Genossenschaft so zielstrebig und nach Plan der Eröffnung des Ladens entgegenschauen kann, verdanke es einer unerwartet großen Helferschar, die fast täglich weiterwachse, so Beck und Schmidt: "Wir sind absolut überwältigt von der Unterstützung, die wir in den letzten Monaten in jeder Hinsicht bekommen haben." Seit Herbst 2019 und der Gründung der Genossenschaft seien Tag für Tag Hilfsangebote eingetroffen - von Mitarbeit an der Baustelle und Möbelbau über eine wunderschöne alte Theke und Regale als Geschenk bis hin zu Grafikdesign, Flyer-Anfertigung, Filmdrehen, Kuchenbacken und ehrenamtlicher Mitarbeit. "Da verwirklicht sich für uns tatsächlich der Genossenschaftsgedanke, den wir uns vorgestellt und gewünscht haben - ein Laden von Bürgern für Bürger", freut sich Silke Beck, die die Idee eines Eichstätter Unverpackt-Ladens seit Anfang 2019 verfolgt hatte.

112 Mitglieder zählt die Genossenschaft, deren offizieller Eintrag ins Genossenschaftsregister bereits vollzogen ist. Mit einem Anteil von 200 Euro konnte jeder Bürger ab November Mitglied der "Unverpackt e.G." werden; im Durchschnitt erwarben die Mitglieder sogar 1,7 Anteile, berichtet Schmidt. Doch dieses Geld reicht natürlich nicht, um den Laden in der Westenstraße starten zu können: "Daher haben wir uns für eine Crowdfunding-Aktion entschieden, mit der wir die erste Warenausstattung für den Laden vorfinanzieren können." Auf die Internetplattform "startnext" hat das Unverpackt-Team einen kleinen Film der Eichstätterin Inka Lezius über ihr Projekt gestellt. Darüber hinaus finden sich eine Beschreibung ihrer Herzensangelegenheit "Unverpackt" und der verschiedenen Unterstützungsmöglichkeiten, mit der jeder Helfer "Kunde der ersten Stunde" werden könne, so Beck. So können Unterstützer der Crowdfunding-Aktion als Gegenleistung für ihr eingezahltes Geld ein passendes "Dankeschön" aussuchen. "Somit ist das Crowdfunding eine Art Vorverkauf", erläutert Schmidt. Besonders froh zeigen sich Schmidt und Beck über die Unterstützung des Crowdfundings durch einen großen überregionalen Getränkeproduzenten, der am Ende der Aktion, am 1. März, noch einmal 25 Prozent der eingegangenen Geldbeträge ergänzt.

Bis dahin wollen die Vorstandsmitglieder zusammen mit ihrer großen "Baugruppe" ehrenamtlicher Helfer die Renovierungsarbeiten möglichst weit vorangebracht haben, um den Eröffnungstermin März/April fest im Blick zu lassen. Daneben gibt es für das Vorstandsteam viele weitere Herausforderungen zu stemmen: Wöchentliche Vorstandssitzungen, dazu gemeinsame Sitzungen mit dem Aufsichtsrat, um alle Entscheidungen abzustimmen: "Das geht nie unter vier Stunden", sagt Schmidt lachend. Doch die Vorfreude auf den neuen Laden und die Umsetzung ihres Herzenswunschs lässt die viele Arbeit zum Vergnügen werden: "Wir sind voller Elan und Optimismus, weil die Vorarbeiten so positiv laufen", betonen Beck und Schmidt unisono.

Die Crowdfunding-Aktion ist bereits angelaufen und wird bis zum 1. März 2020 fortgesetzt. Unter dem Link www.startnext.com/unverpackt-eichstaett kann der neue Laden mit verschiedenen Geldbeträgen unterstützt werden. Aktuelle Infos sowie Beitrittserklärungen für die Genossenschaft gibt es auch auf Instagram und der Homepage www.unverpackt-eichstaett.de.

EK


 

 

Dagmar Kusche