Greding

Augen- und Insektenweide

Stadt Greding pflegt Blühwiesen an ausgewählten Standorten - Beitrag zum Naturschutz

24.06.2021 | Stand 28.06.2021, 3:33 Uhr
Einen Beitrag dazu, Insekten wieder mehr Lebensraum zu geben, leistet die Stadt Greding im Zusammenspiel mit dem Naturpark Altmühltal. Manfred Preischl (links) und Martin Kuttner, nehmen hier die Blühwiese an der Stadtmauer unter die Lupe. −Foto: Kempf

Greding - Das Insektensterben, überhaupt die zunehmende Reduzierung der Arten, ist seit Jahren in den Medien sehr präsent und beschäftigt viele Menschen.

Insbesondere das Volksbegehren "Rettet die Bienen" im Jahr 2019 hat hier das Bewusstsein der Bevölkerung auf besondere Weise geprägt. Dem Wunsch vieler Bürger, dem stetigen Verschwinden vieler Arten aus unserer heimischen Natur gezielt etwas entgegenzusetzen, tragen nicht nur viele Landwirte in der Region Rechnung, sondern auch zahlreiche Kommunen. Als ein effizienter Weg, dem Artensterben entgegenzusteuern, hat sich unter anderem das Anlegen und die Pflege von Blühflächen erwiesen. Solche bunten Wiesen leisten einen ebenso wichtigen wie nachhaltigen Beitrag zum Naturschutz.

Aus dieser Überzeugung heraus haben sich sich ab 2019 rund 25 Gemeinden aus dem Naturpark Altmühltal am Leader-Projekt "Der Naturpark blüht auf" beteiligt - unter ihnen auch Greding. Ziel ist es seither, öffentliche Grünflächen mit heimischem Saatgut zu Blühwiesen umzuwandeln, die Insekten reichlich Nahrung bieten. Nun, eineinhalb Jahre nach dem Start des Projekts, war es für Bürgermeister Manfred Preischl (FW) an der Zeit, sich vom fortschreitenden Erfolg der Maßnahme zu überzeugen.

Das Wachsen und Gedeihen der Blühflächen im Gebiet der Großgemeinde Greding ist vor allem einem Bauhofmitarbeiter mit ausgeprägtem "grünem Daumen" zu verdanken: Martin Kuttner. Er ist der Verantwortliche in der Stadt für das Projekt der Blühwiesen. Zusammen mit Bürgermeister Preischl machte er sich auf, die Flächen im Frühsommer zu begutachten.

Martin Kuttner nutzte bei der kleinen Stippvisite in der Natur auch die Gelegenheit, ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern. Im Herbst 2019 seien bereits die ersten Grünflächen angelegt worden, schilderte er. Als Standorte dienten ein Grünstreifen im Schatten der Stadtmauer an der Nürnberger Straße, ein weiterer oben an der Martinsbasilika und ein dritter hinter dem Tennisplatz. Im vergangenen Jahr sei sogar noch eine vierte Blühfläche am Sportplatz hinzugekommen, stellte Martin Kuttner heraus. Ebenso habe man, ergänzte der Bauhofmitarbeiter weiter, am Stadtweiher eine ganz normale Fläche einfach sich selbst überlassen. Dort sei ohne die Aussaat von Samen eine natürliche Blühfläche entstanden. Die Natur kann es also mitunter auch selbst.

Manfred Preischl, der oft und gerne mit offenen Augen in der Natur unterwegs ist, merkte an, dass seinem Empfinden nach die Blühwiesen jedes Jahr eine etwas andere Vegetation aufweisen würden. Dies konnte Martin Kuttner als Fachmann bestätigen: Die Blühwiesen verändern sich nämlich ständig. Im ersten Jahr erscheinen die einjährigen Pflanzen, wozu beispielsweise der rot blühende Klatschmohn oder die tiefblaue Kornblume, die leider vielfach aus hiesigen Fluren verschwunden ist, gehören. Im zweiten Jahr blühen dann etwa Salbei, Klappertopf, Flockenblume, Witwenblume, wilde Möhre und Natternkopf auf. Diese lassen sich an den Blühflächen an der Martinsbasilika, hinter dem Tennisplatz und an der Stadtmauer begutachten.

Preischl und Kuttner zeigten sich überzeugt davon, dass vor allem die besonders nährstoffreichen Gredinger Böden zum guten Gedeihen der Blühwiesen beitragen. Es sei jedoch von großer Wichtigkeit, erläuterte Martin Kuttner, dass man hier der Natur nicht einfach ihren Lauf lasse, sondern pflegerisch eingreife. Denn besonders das schnell wachsende Gras dürfe die besonderen Blütenpflanzen, die als Insektennahrung dienen, nicht überwuchern und somit verdrängen. Daher würden die Blühflächen zum Teil gemäht, obwohl die Blühpflanzen derzeit noch in voller Blüte stünden, erklärte Kuttner. Mit dem Mähen könne man den Blumen nämlich die Nährstoffe entziehen, weshalb der Boden nährstoffärmer werde, erklärte der Bauhofmitarbeiter. Auf diese Weise stärke man in den Folgejahren vermehrt die Blühpflanzen - und nicht das Gras.

Da die Blühflächen einen wichtigen Lebensraum für Insekten darstellen, sei es auch wichtig, dass die Areale nicht betreten würden, betonte Kuttner zum Abschluss des Rundgangs.

Bürgermeister Preischl zeigte sich sichtlich erfreut über die bunte Blütenpracht auf den angelegten Flächen und fand lobende Worte für das Engagement von Martin Kuttner und dessen Kollegen im Bauhof. Man habe mit den Blühwiesen nicht nur eine ansprechende, naturnahe Augenweide für uns Menschen im Stadtgebiet geschaffen, sagte Preischl, sondern vor allem auch einen wichtigen Lebensraum für unsere heimischen Insekten, deren Bestände sich auf dieser Basis hoffentlich weiter erholen werden.

HK