Montag, 24. September 2018
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Lorenz Knöferl hat sein erstes Länderspiel in der deutschen U16-Auswahl bereits hinter sich

Nationalspieler aus Alberzell

Gerolsbach
erstellt am 14.09.2018 um 23:19 Uhr
aktualisiert am 14.09.2018 um 23:33 Uhr | x gelesen
Gerolsbach (SZ) Lorenz Knöferl aus Alberzell hat das geschafft, wovon viele Fußballer in seinem Alter träumen: Er ist seit kurzem ein deutscher Nationalspieler. Zwar erst in der U16 - doch wenn der Weg des Talents vom TSV 1860 München so weitergeht, steht ihm eine aussichtsreiche Karriere bevor.
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Den Adler auf der Brust: Lorenz Knöferl.
Den Adler auf der Brust: Lorenz Knöferl.
M. Vogt
Gerolsbach
Zum Abschied gibt Michael Koppold dem Chef des Hauses, Franz-Xaver Maurer, noch ein Versprechen mit auf dem Weg: Sollte Lorenz Knöferl einmal den Sprung in den Profifußball geschafft haben, werde man im Restaurant "Zum Mugl" eine Autogrammstunde durchführen. Die Chancen dazu stünden gut, sagt Koppold. Er muss es wissen. Der Berater-Routinier aus Langenmosen hat schließlich viele Talente vor der großen Karriere spielen sehen: Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, und so weiter, und so weiter. So gut wie der "Lenzi" sei in diesem Alter jedoch keiner von ihnen gewesen. Sagt zumindest Koppold.
Lorenz Knöferl sitzt ebenfalls auf der Terrasse des Gerolsbacher Lokals - vor einem Teller Spaghetti - und hört sich solche Aussagen ganz entspannt an. Aufgeregt wirkt der 15-Jährige überhaupt nicht. Eher abgeklärt und selbstbewusst. Nicht einmal, als er vergangene Woche kurz vor seinem ersten Länderspiel gestand war, sei er besonders nervös gewesen, betont er. "Aber natürlich ist es etwas ganz Besonderes, wenn die Hymne gespielt wird, wenn man sich dann den Trainingsanzug auszieht und das Spiel beginnt", sagt der Alberzeller.

Eine Überraschung war die Nominierung für Knöferl, der einst in Hilgertshausen mit dem Fußballspielen begonnen hatte und seit der U12 für die Münchner Löwen kickt, nicht. Schon nach den Auftritten zuvor war das Feedback positiv gewesen: zunächst beim Länderpokal in Duisburg, dann beim Sichtungslehrgang der Nationalmannschaft in Kaiserau. In Ober-Grafendorf bei St. Pölten durfte er dann, bei der deutschen 2:3-Niederlage gegen Österreich, sogar 71 Minuten lang von Beginn an ran - auf der Spielmacherposition. Es wird wohl nicht Knöferls letztes Länderspiel gewesen sein, denn Trainer Christian Wück ist beeindruckt von den Qualitäten des Löwen-Talents.
Dabei ist Knöferl der einzige Spieler im Kader, der von einem Drittligisten kommt - zugleich der einzige aktuelle deutsche Nationalspieler vom TSV 1860 München und selbstverständlich auch der einzige Alberzeller, der den Adler auf der Brust trägt. Die Stärken des 15-Jährigen, der Weltmeister Kylian Mbappé als sein derzeit größtes Vorbild nennt? "Schnelligkeit, eine gute Spielübersicht - und er ist vor allem beidfüßig", sagt Koppold. Das einzige Problem sei der Papa, "der ihn gerne zum FC Gerolsbach schicken würde", so der Berater lachend. Natürlich stimmt das so nicht, denn Markus Knöferl - früher selbst Spieler und Trainer, unter anderem in Aresing und Gerolsbach - ist neben Talent und Ehrgeiz des Sohnes ein ganz wichtiger Faktor für dessen Karriere.

Um 5.20 Uhr läutet täglich der Wecker in Alberzell - dann führt der Weg nach München, wo Knöferl senior arbeitet, der Bub trainiert und zur Schule geht. Nach einem kompletten Tagesprogramm kehren die Beiden meistens erst gegen 21 Uhr wieder nach Hause zurück. Seit diesem Jahr hat Knöferl zudem ein Zimmer beim TSV 1860, sodass er nach den Trainingseinheiten auch in München bleiben könnte. Freizeit bleibt kaum.
Ein Aufwand, der sich irgendwann lohnen soll. 2019 plant Lorenz Knöferl seinen Schulabschluss, danach möchte er sich komplett auf den Fußball konzentrieren. "Mit 17 oder 18 in Richtung Profigeschäft orientieren", so sein Ziel. Dazu müsste der Blondschopf, der in dieser Saison als 15-Jähriger in die U17 der Löwen hochgezogen wurde, möglichst in der Bundesliga spielen. "Das Wichtigste für ihn ist Spielpraxis auf höchstem Niveau", betont Koppold. Große Vereine haben bereits angeklopft. Ein Wiederaufstieg der Sechziger in die Bundesliga ist Pflicht, ansonsten würde Knöferls Weg vermutlich woanders weiterführen. Ein Weg, der aus dem talentierten Alberzeller in jedem Fall einen Fußballprofi machen soll.
Matthias Vogt
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