Freitag, 18. Januar 2019
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Eishockey: Der EC Pfaffenhofen startet am Freitag unter komplett anderen Vorzeichen in die Aufstiegsrunde als noch 2018

Vom Gejagten zum Jäger

Pfaffenhofen
erstellt am 10.01.2019 um 16:14 Uhr
aktualisiert am 15.01.2019 um 10:21 Uhr | x gelesen
Pfaffenhofen (PK) Am Freitagabend beginnt die Aufstiegsrunde zur Eishockey-Bayernliga. Der EC Pfaffenhofen peilt die sofortige Rückkehr an, will die Scharte des Abstiegs ausmerzen. Die Vorzeichen sind aus Sicht der IceHogs komplett anders als noch vor einem Jahr - trotzdem könnte es zu einem brisanten Déjà-vu kommen.
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Man sieht sich immer zweimal: In der Vorsaison mussten die Pfaffenhofener nach einer Pleite im letzten Spiel den Schweinfurtern beim Jubeln zuschauen ? damals stieg der ERV Schweinfurt durch einen Sieg in Pfaffenhofen auf, der ECP stieg ab. Nun kommt es in der Verzahnungsrunde erneut zum Duell, unter umgekehrten Vorzeichen,
Man sieht sich immer zweimal: In der Vorsaison mussten die Pfaffenhofener nach einer Pleite im letzten Spiel den Schweinfurtern beim Jubeln zuschauen ? damals stieg der ERV Schweinfurt durch einen Sieg in Pfaffenhofen auf, der ECP stieg ab. Nun kommt es in der Verzahnungsrunde erneut zum Duell, unter umgekehrten Vorzeichen,
Reichelt
Pfaffenhofen

Drei aus Acht. Die Rechnung ist eine bekannte, allerdings keine einfach zu lösende. Ab heute Abend geht es in der Verzahnungsrunde zwischen der Eishockey-Bayernliga und der Landesliga um alles. Drei Bayernligisten kämpfen gegen fünf Landesligisten um eben drei Plätze, die für die Bayernliga-Saison 2019/20 berechtigen. Für den Landesligazweiten EC Pfaffenhofen ist der sofortige Wiederaufstieg das lang-erklärte Ziel. Mit den Spielen am Freitag (20 Uhr) in Passau und am Sonntag gegen Ulm/Neu-Ulm (17.30 Uhr) fällt der Startschuss.

Die Gemütslage ist oft an Kleinigkeiten zu erkennen. Als Alexander Dost Anfang 2018 über die Verzahnungsrunde spricht, nennt er sie auch so. Der ECP-Abteilungsleiter nutzte nicht den Begriff Abstiegsrunde. Schließlich wollte man den Abstieg damals vermeiden, der ECP schaffte es nicht. In diesen Tagen bereiten sich die Pfaffenhofener wieder auf die Verzahnungsrunde vor, diesmal nennt sie Dost aber anders: Aufstiegsrunde. Nur verständlich, die Sehnsucht nach dem Aufstieg, nach der Bayernliga ist nach nur einem Jahr Abstinenz groß. Vor allem ist die Ausgangslage eine andere: Im Vorjahr gehörte der Pfaffenhofen zu den drei Bayernligisten, die sich in der Verzahnungsrunde fünf euphorischen Landesligisten entgegenstellten. Klassenerhalt, irgendwie. Heuer kommen die Pfaffenhofener mit Rückenwind. Es ist ein anderer Blickwinkel: jagen anstatt gejagt zu werden. "Grundsätzlich ist es natürlich viel schöner mit jetzt acht Siegen am Stück in die Aufstiegsrunde zu gehen", sagt Dost. Zum Vergleich: In der Vorsaison verlor der ECP vier der letzten fünf Hauptrundenspiele. "Es ist ein anderes Selbstvertrauen", gibt Dost zu. Das kann mitentscheidend sein: 2018 stiegen drei Landesligisten auf, die Bayernligisten Passau, Pegnitz und Schweinfurt sind also gewarnt. "Alle haben es sich verdient, in dieser Runde zu sein, Bayern- und Landesligisten", sagt Dost. Passau ist für ihn trotzdem der große Favorit. Der ECP-Abteilungsleiter sagt aber auch: "Es gibt keine leichten Gegner, keine Spiele, in denen wir nicht 100 Prozent geben müssen." Diese leidige Erfahrung hat der ECP schon 2018 gemacht. "Du musst jede Partie spielen wie ein Finale."

Auch in der Hauptrunde war die Konstanz ein Thema. "Die Mannschaft hat gezeigt, was sie drauf hat", sagt Dost, gibt aber auch zu: "Wir hatten auch das eine oder andere Spiel, das nicht so toll war." Die fehlende Einsatzbereitschaft über die komplette Spielzeit bemängelte Dost schon vor einigen Wochen, anschließend startete das Team die Siegesserie: "Wir sind gerüstet, müssen in diesen acht Wochen jetzt aber noch härter, noch intensiver arbeiten."

Trainer Chris Heid wird deshalb unter anderem noch im Überzahl- und Unterzahlspiel feilen. "Die Jungs sind natürlich noch nicht am Ende der Entwicklung, alle können lernen", sagt Dost.

Auch personell ist noch mit einer Verstärkung zu rechnen. Dost ist derzeit in Gesprächen. Klar ist: "Der Schuss muss sitzen. Wenn jemand kommt, dann nur, wenn er auch wirklich eine Verstärkung ist." Dazu wäre der Konkurrenzkampf nochmal angeheizt. Matthias Pfab hat sich dagegen aus persönlichen Gründen zurückgezogen. Unterstützung von weiteren ausländischen Spielern wird es nicht geben, der Bayerische Eishockey-Verband hat die Selbstbeschränkung der Bayernligisten auf zwei ausländische Spieler genutzt und diese auch in den Durchführungsbestimmungen für die Verzahnungsrunde verankert. "Es wird diesen Wahnsinn, den ehrlicherweise auch wir im Vorjahr mitgemacht haben, nicht mehr geben", erklärt Dost. Sollten in einem Spiel mehr als zwei ausländische Spieler eingesetzt werden, wird es eine negative Spielwertung geben. So hat es der Verband angekündigt.

Neben den Bayernligisten Passau, Pegnitz und Schweinfurt trifft der ECP auf den EV Moosburg, der in derselben Landesligastaffel wie der ECP auf Rang vier kam. Außerdem qualifizierten sich Burgau, Ulm/Neu-Ulm und Fürstenfeldbruck in der zweiten Landesligastaffel. "Wichtig ist es vor allem, dass wir unsere Heimstärke fortsetzen. Wir müssen jedes Heimspiel gewinnen, das sind wir den Fans schuldig", sagt Dost. 2018 gab es nur eine Heimniederlage in der gesamten Verzahnungsrunde, die war aber umso bitterer. Am 11. März 2018 siegte der ERV Schweinfurt in Pfaffenhofen und feierte den Aufstieg, der ECP stieg ab. Brisant: Zu genau diesem Duell kommt es im letzten Saisonspiel erneut. "Wir hoffen, dass wir bis dahin schon durch sind", sagt Dost. "Aber wenn es nicht so ist, dann haben wir noch eine Rechnung offen." Was passiert, wenn der Aufstieg nicht gelingt, sagt Dost: "Damit beschäftigen wir uns nicht." Alles, was jetzt zählt, ist eben die Verzahnungsrunde. Besser gesagt - Aufstiegsrunde.

nDie Spiele der IceHogs:

Freitag, 11. Januar, 20 Uhr: EHF Passau - ECP

Sonntag, 13. Januar, 17.30 Uhr: ECP - Devils Ulm/Neu-Ulm

Freitag, 18. Januar, 19.30 Uhr; EV Pegnitz - ECP

Sonntag, 20. Januar, 17.30 Uhr: ECP - EV Moosburg

Freitag, 25. Januar, 20 Uhr: EV Fürstenfeldbruck - ECP

Sonntag, 27. Januar, 17.30 Uhr: ECP - ESV Burgau

Freitag, 1. Februar, 20 Uhr: ERV Schweinfurt - ECP

Freitag, 8. Februar, 20 Uhr: ECP - EHF Passau

Sonntag, 10. Februar, 18 Uhr: Devils Ulm/Neu-Ulm - ECP

Freitag, 15. Februar, 20 Uhr: ECP - EV Pegnitz

Sonntag, 17. Februar, 17.15 Uhr: EV Moosburg - ECP

Freitag, 22. Februar, 20 Uhr: ECP - EV Fürstenfeldbruck

Sonntag, 24. Februar, 18 Uhr: ESV Burgau - ECP

Sonntag, 3. März, 17.30 Uhr: ECP - ERV Schweinfurt
 

Schwerer Auftakt in Passau

Pfaffenhofen (oex) Gleich zum Auftakt der Aufstiegsrunde müssen die IceHogs heute  (20 Uhr) bei den Passau Black Hawks antreten, als Neunter der Vorrunde bestplatzierter Bayernligist in dieser Runde. Am Sonntag (17.30 Uhr) erwartet der ECP dann den VfE Ulm/Neu-Ulm zum ersten Heimspiel. Passau gilt als klarer Favorit im Duell gegen die IceHogs, die ohne großen Druck nach Niederbayern reisen und eigentlich nur positiv überraschen können. Ein Großteil der Passauer Mannschaft ist den Pfaffenhofenern noch aus der Vorsaison bekannt. Topscorer Petr Sulcik ist derzeit verletzt, wird vom Neuzugang Martin Zahora aber bestens vertreten. Recht wenig bekannt ist dagegen vom VfE Ulm/Neu-Ulm,  der  sich in der Landesliga-Staffel 2 ähnlich souverän durchsetzte wie die IceHogs und die Vorrunde auf dem dritten Tabellenplatz abgeschlossen hat.  Sollte sich niemand mehr krank melden, steht ECP-Coach Chris Heid für die schweren Aufgaben der gesamte Kader zur Verfügung. Lediglich Michael Welter wird in Passau wegen einer Sperre fehlen, ist dann aber gegen Ulm wieder spielberechtigt.

Kevin Reichelt
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