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Wie sich der VfB Eichstätt vor dem Auftaktspiel heute gegen den FC Bayern München II auf die neue Spielzeit einstellt

Vorfreude auf die zweite Regionalliga-Saison

Eichstätt
erstellt am 11.07.2018 um 17:42 Uhr
aktualisiert am 27.07.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Eichstätt (EK) Der VfB Eichstätt und die Amateure des FC Bayern München eröffnen heute Abend die Saison 2018/19 der Regionalliga Bayern. Mit dem Anpfiff um 18.45 Uhr gehört die harte Schufterei während der Vorbereitung der Vergangenheit an. In der Domstadt rechnet man mit einem großen Zuschauerinteresse, auch wenn die Partie live auf Sport1 übertragen wird.
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Auf spektakuläre Situationen - hier scheitert Eichstätts Lucas Schraufstetter (Mitte) gegen den FC Ingolstadt - können sich die Zuschauer auch heute gegen die zweite Mannschaft des FC Bayern München freuen.
Auf spektakuläre Situationen - hier scheitert Eichstätts Lucas Schraufstetter (Mitte) gegen den FC Ingolstadt - können sich die Zuschauer auch heute gegen die zweite Mannschaft des FC Bayern München freuen.
Foto: Traub
Eichstätt
Die Vorbereitung

28 freie Tage waren den Fußballern des VfB nach dem letzten Punktspiel der Saison 2017/18 gegönnt. Am 9. Juni bat Trainer Markus Mattes zur ersten von insgesamt 18 schweißtreibenden und intensiven Trainingseinheiten. Zeitweise kamen Fabian Eberle, Lucas Schraufstetter und Kollegen viermal hintereinander zusammen, und immer wieder füllten Gastspieler den Kader auf. "Mit der Vorbereitung bin ich zufrieden", bilanziert Mattes und erklärt: "Die Beteiligung war gut und wir hatten zum Glück nicht viele verletzte Spieler." Bis auf Fabian Schäll (Entzündung im Mittelfuß) dürfte dem VfB-Coach zum Auftakt der gesamte Kader zur Verfügung stehen. Zur Vorbereitung gehörten neben Dauerläufen auch ein Laktattest im Reha-Zentrum Passauer Wolf sowie das Einstudieren von Pass- und Spielformen, Taktikübungen, Athletik- und Krafteinheiten. Da kamen die Spieler ordentlich ins Schwitzen.

Die Testspiele

Fünf Duelle unter Wettkampfbedingungen bestritten die Mattes-Schützlinge. Der 2:3-Auftaktpleite gegen den Bayernliga-Neuling TSV Nördlingen folgte ein 2:2-Unentschieden gegen die SpVgg Ansbach. Gegen den Südost-Landesligisten SC Eintracht Freising feierte die Truppe um Spielführer Benjamin Schmidramsl einen souveränen 5:1-Sieg. Zum Abschluss gab es noch Niederlagen gegen den Zweitligisten 1. FC Köln (2:5) und den Drittligisten TSV 1860 München (0:2). Dazwischen besiegten die "Jungs" den SV Denkendorf in einem Benefizspiel locker mit 13:1. Mattes zog aus diesen Vergleichsduellen wichtige Erkenntnisse und sagt ganz pauschal: "In der Vorwärtsbewegung war einiges gut, in der Defensive müssen wir noch an ein paar Stellschrauben drehen."

Die Zugänge

Wie bereits berichtet haben die beiden Torhüter Michael Gurski (SpVgg Unterhaching) und Jonas Herter (TSV 1860 Weißenburg) sowie Carmine De Biasi (Würzburger FV), Panagiotis Iatrou (ASV Neumarkt), Kevin Kühnlein (ASV Pegnitz) und Michael Panknin (FC Ehekirchen) den VfB verlassen. Neu hinzugekommen sind Stürmer Atdehdon Lushi (FC Pipinsried), die beiden Verteidiger Jonas Greth (TV Aiglsbach) und Jens Förtsch (FC Ingolstadt 04 II) sowie Mittelfeldspieler Marcel Schelle (SV Seligenporten). Letztgenannten sieht Mattes als Panknin-Ersatz auf der Sechserposition. "Und mit dem 18-jährigen Greth und dem 20-jährigen Förtsch haben wir zwei junge Abwehrspieler, die perspektivisch an die Mannschaft herangeführt werden sollen", so der VfB-Coach weiter. Damit sind die Transferaktivitäten aber nicht abgeschlossen, denn die Eichstätter suchen noch einen Torwart.

Die Titelfavoriten

Die 18 Trainer der Regionalliga Bayern sind sich nahezu einig und heben vor allem den FC Bayern München II und den 1. FC Schweinfurt auf den Schild des Meisterschaftsfavoriten. Die beiden Teams, die schon am Ende der vergangenen Spielzeit nur dem souveränen Meister und Drittliga-Aufsteiger TSV 1860 München den Vortritt lassen mussten, werden nach Meinung der Experten den Titel unter sich ausmachen. Während der neue FCB-Trainer Holger Seitz die Favoritenrolle annimmt ("Wir wollen Meister werden"), gibt sich Ex-Profi Timo Wenzel, der in Schweinfurt die Nachfolge von Gerd Klaus (jetzt Sportlicher Leiter) angetreten hat, etwas zurückhaltender: "Wir wollen eine gute Rolle spielen und streben einen Platz unter den ersten vier Vereinen an." Dass eine andere Mannschaft in das Titelrennen eingreifen kann, glauben nur wenige Trainer. Lediglich der SV Wacker Burghausen, Aufsteiger SV Viktoria Aschaffenburg und die zweite Mannschaft des 1. FC Nürnberg wurden je einmal als mögliche Außenseiter im Meisterschaftskampf genannt. Für den Eichstätter Trainer Markus Mattes führt die Meisterschaft ebenfalls nur über die "kleinen" Bayern. "Wenn die Sechzger durch ihren Zwangsabstieg im Vorjahr nicht dabei gewesen wären, dann wäre der FCB II schon damals Meister geworden. Jetzt wollen sie den Aufstieg in die Dritte Liga mit aller Macht schaffen. Sie haben zwar einige Abgänge zu verkraften, aber nicht an Qualität verloren. Auch den 1. FC Schweinfurt 05 habe ich ganz oben auf dem Zettel", sagt der 42-Jährige.

Das Saisonziel

Nach Platz sieben in der Premierensaison strebt der VfB Eichstätt erneut den Klassenerhalt an. "Alles andere wäre vermessen. Wir dürfen uns von dem guten Abschneiden im Vorjahr nicht blenden lassen. Wir sind der kleinste Verein der Liga und haben den geringsten Etat. Wir wissen, was uns erwartet und dementsprechend werden wir Spiel für Spiel angehen", sagt Mattes und meint: "Wir müssen die Lücken nach den vielen Abgängen schnell schließen und erwarten deshalb eine schwierige Saison."

Der Auftaktgegner

Der Top-Meisterschaftsfavorit FC Bayern München II gibt gleich am ersten Spieltag seine Visitenkarte in der Domstadt ab. "Wir freuen uns riesig auf dieses Kräftemessen. Es ist dem gesamten Verein eine Ehre, dass wir das Eröffnungsspiel bekommen haben. Das ist nicht selbstverständlich und schon etwas Außergewöhnliches", sagt Mattes, der seine Truppe für dieses ungleiche Duell sehr gut vorbereitet sieht. Gegen den TSV 1860 München hatte man in der Vorwoche bei der Generalprobe den perfekten Testspielgegner. Denn ähnlich wie die Löwen sind auch die Bayern eine sehr spielstarke und taktisch gut ausgebildete Mannschaft mit schnellen Außenbahnspielern. In einen Konter - wie bei der 2:3-Niederlage vor einem Jahr, als Niklas Dorsch in der ersten Minute der Nachspielzeit traf - werden die Eichstätter nicht mehr laufen. "Wir haben uns weiterentwickelt. In dieser Art und Weise wird uns das mit Sicherheit nicht mehr passieren", sagt Mattes.

Der damalige Siegtorschütze Dorsch ist inzwischen zum Zweitligisten 1. FC Heidenheim gewechselt. Darüber hinaus gelang einigen weiteren Spielern aus dem letztjährigen Amateur-Kader der Sprung in den bezahlten Fußball. In die Bundesliga wechselten Leo Weinkauf (Hannover 96) und Felix Götze (FC Augsburg). Timothy Tillman (1. FC Nürnberg) und Marco Friedl (Werder Bremen) gingen auf Leihbasis in Liga eins. Milos Pantovic (VfL Bochum) und Manuel Wintzheimer (Hamburger SV) sind neben Dorsch in die Zweite Liga gewechselt. Marco Hingerl spielt künftig für den Drittligisten SG Sonnenhof Großaspach. Die hohe Qualität der Talent-Ausbildung des FCB wurde in diesem Sommer ganz besonders unter Beweis gestellt: Denn mit Franck Evina, Adrian Fein, Ron-Thorben Hoffmann, Lukas Mai, Meritan Shabani hat der deutsche Rekordmeister gleich ein Quintett mit Profiverträgen ausgestattet. "Dass in den vergangenen Monaten so viele Talente einen Profivertrag erhalten haben, zeigt, wie gut die Nachwuchsförderung beim FC Bayern München funktioniert und wie gut wir unsere Talente ausbilden. Ich hoffe sehr, dass der eine oder andere sich ganz oben etablieren kann", sagte FCB-Sportdirektor Hasan Salihamidzic.

Mit Kwasi Okyere "Otschi" Wriedt, der in der zurückliegenden Spielzeit 21 Treffer erzielte, wird sogar ein Nationalspieler mit in die Domstadt reisen. Der 24-jährige Torjäger debütierte vor rund drei Monaten für Ghana und kam in den Freundschaftsspielen gegen Japan und Island zum Einsatz.

Das Eröffnungsspiel

Die Verbandsspitze des Bayerischen Fußballverbandes (BFV) um den Präsidenten Dr. Rainer Koch hat ihr Kommen zugesagt. Zudem werden vor dem Anpfiff alle Mannschaften der Regionalliga Bayern mit Vereinsvertretern und Trikots vorgestellt. "Dieses Spiel wird nicht nur aus sportlicher Sicht eine große Herausforderung für unsere ?Jungs', sondern auch eine logistische für den Verein. So eine Chance für ein Eröffnungsspiel bekommt man nur selten", sagt Abteilungsleiter Hans Benz. Die Fans werden gebeten, rechtzeitig anzureisen und den Parkplatz am Volksfestplatz zu nutzen. Der Verein weist darauf hin, dass das Mitbringen von Rucksäcken aus Sicherheitsgründen verboten ist. Für die Bewirtung ist in gewohnter Manier gesorgt.
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