FC Ingolstadt 04 - Hamburger SV
Großer Kampf: Der FC Ingolstadt (hier liegend Almog Cohen) wehrte sich gegen den HSV (Lewis Holtby, links) nach Kräften.
Armin Weigel (dpa)
Ingolstadt

Roberto Pätzold hatte zwar während der Woche Änderungen in der Formation angedeutet. Mit einer derart durcheinander gewürfelten FCI-Formation hatte aber wohl niemand gerechnet. Der Interimstrainer für ein Spiel drehte die Ingolstädter Aufstellung nach dem 0:2 in Dresden auf links. Für Keeper Philipp Heerwagen, Phil Neumann (Rotsperre), Kapitän Marvin Matip, Lucas Galvao, Paulo Otávio und Konstantin Kerschbaumer starteten Faijan Buntic (Tor), Jonatan Kotzke, Marcel Gaus, Georgios Pintidis, Sonny Kittel und der spätere Torschütze Fatih Kaya. Weniger wild ging es beim HSV zu. Nach dem Remis gegen Union Berlin brachte Coach Hannes Wolf lediglich Verteidiger Robert Bates für Léo Lacroix.


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Die ersten 20 Minuten der Partie sind schnell erzählt. Der HSV war fast dauerhaft in Ballbesitz, konnte sich aber kaum Chancen herausspielen. Entweder agierte der Tabellenführer zu behäbig oder sie scheiterten an der dicht gestaffelten Defensive der Schanzer. Um einen Abschluss von Hamburgs Hee Chan Wang in relativer Nähe zum FCI-Tor zu verhindern, entschied sich Benedikt Gimber nach 27 Minuten für ein Foul, das Schiedsrichter Tobias Reichel (Sindelfingen) auch ahndete. Routiner Aaron Hunt ließ sich die Möglichkeit nicht nehmen und zirkelte den Ball für Buntic unhaltbar zur 1:0-Gästeführung ins Tor (28.).

Fotostrecke: FCI gegen HSV
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Der Rückstand lockte die Schanzer ein wenig aus der Deckung. Die Vorstöße blieben zunächst jedoch ungefährlich. Zudem hatten die Hausherren Glück, dass ein schöner Schlenzer von Bakery Jatta aus 20 Metern nur an die Latte klatschte - 0:1 zur Pause. Eine Änderung gab es schon vor dem Anpfiff zum zweiten Durchgang: Die Fanszenen legten den bundesweit organisierten Stimmungsboykott bei. Ab Minute 46 herrschte im Audi-Sportpark vor und dank 13.500 Zuschauern richtige Fußballatmosphäre. 

Der Liveblog des Spiels zum Nachlesen.

Neu bei den Schanzern im Spiel war Thorsten Röcher. Er kam für den bereits verwarnten Stefan Kutschke. Den ersten offensiven Akzent setzte jedoch Osayamen Osawe. Er stellte HSV-Keeper Julian Pollersbeck mit einem Kopfball vor eine harte Probe (46.). Es war die bis dato beste - weil einzige - Torgelegenheit für die Gastgeber. Ehe der FCI richtig Schwung nehmen konnte, schlugen die Hamburger im Stile eines Aufstiegsaspiranten eiskalt zu und markierten durch Hwang, der vor Buntic die Nerven behielt, das 0:2 (51.). Die Vorentscheidung? Von wegen! Drei Minuten später köpfte Kaya eine Freistoßflanke Kittels wuchtig ein. Die Schanzer waren wieder im Spiel.

Kaya ging nach einem gelungenen Debüt unter Applaus vom Feld (66.), für ihn kam Darío Lezcano. Wenige Augenblicke später vergab Khaled Narey nach einer schönen Einzelaktion die große Chance zum 3:1 für die Gäste. FCI-Keeper Buntic zeigte beim einem Schuss von Douglas Santos sein Können und parierte den strammen Abschluss sehenswert zur Ecke (71.). Die Schanzer mühten sich redlich, doch die engagierte und weitgehend konzentrierte Defensivleistung ging zu Lasten der offensiven Durchschlagskraft. Das Allheilmittel dagegen: Freistöße. Eigentlich. Doch Kittel vergab aus 18 Metern kläglich (77.). Der letzte Wechsel der Schanzer war verletzungsbedingt. Für Pintidis kam Kerschbaumer (82.). Am knappen, aber verdienten Auswärtssieg der Hamburger, änderte auch das nichts mehr. Durch das 1:2 bleibt der FC Ingolstadt mit bislang nur einem Saisonsieg Tabellenletzter der Zweiten Bundesliga.

Die Hanseaten müssen am Freitag wieder ran. Im heimischen Volkspark empfangen sie den SC Paderborn (18.30 Uhr). Die Schanzer treten einen Tag später beim SV Darmstadt an (13 Uhr) - dann mit Jens Keller als neuem Trainer.

Stimmen

Roberto Pätzold (Interimstrainer FCI): "Die erste Halbzeit war der HSV sehr dominant. Wir haben zunächst nicht in unser Umschaltspiel gefunden. Später wurde es besser. Unsere Standards wurden gefährlicher. Unterm Strich gewinnt der HSV verdient."

Hannes Wolf (Trainer HSV): "Es war wie erwartet sehr schwer. Wir gehen durch einen Top-Freistoß in Führung. In der zweiten Halbzeit hat der FCI hohes Pressing gespielt. Bei hohen Bällen hatten wir Probleme."

Almog Cohen (FCI): "Die Hamburger haben es super gemacht im ersten Durchgang. Dann haben wir sie besser in den Griff bekommen. Aber es hat nicht gereicht." 

Rick van Drongelen (HSV): "Klar, es war ein Arbeitssieg. Aber den nehmen wir natürlich gerne mit."

Die Pressekonferenz nach dem Spiel



 FCI-Einzelkritik folgt