Straubing Tighers vs ERC Ingolstadt, Eishockey, DEL, Deutsche Eishockey Liga, 1. Spieltag, 14.09.2018
Benedikt Kohl (Nr.34, ERC Ingolstadt) schlittert unter Marcel Brandt (Nr.92, Straubing Tigers) durch, Torwart Jeff Zetkoff (Nr.37, Straubing Tigers) im Tor.
Johannes Traub
Straubing
ERC-Trainer Doug Shedden hatte die beiden Stürmer Petr Taticek und Joachim Ramoser daheim gelassen. Stattdessen durften DEL-Debütant Tim Wohlgemuth und Simon Schütz – Letzterer ist eigentlich Verteidiger – in der vierten Sturmreihe ran. Ein klarer Denkzettel für die Etablierten, mit deren Leistung in der Vorbereitung Shedden überhaupt nicht einverstanden gewesen war. Dass die Panther vor 400 mitgereisten Anhängern mit einer 1:0-Führung in die erste Pause gingen, hatten sie allerdings Torhüter Timo Pielmeier und vor allem dem Torgestänge zu verdanken. Zunächst fälschte Pielmeier einen Versuch von T.J. Mulock an den Pfosten ab (6.), dann landete ein Fernschuss Marcel Brandts ebendort (14.), und schließlich setzte der Ex-Ingolstädter Kael Mouillierat den Puck noch an die Unterkante der Latte (15.). Auch beim Treffer kam dem ERC das Glück zu Hilfe: Vili Sopanens eigentlich harmloser Schuss wurde vom Straubinger Verteidiger Benedikt Schopper – ebenfalls ein ehemaliger Panther – noch abgefälscht, sodass Stanley-Cup-Sieger Jeff Zatkoff im Tigers-Tor von der Flugbahn überrascht wurde (17.).
 
Fotostrecke: Straubing Tigers - ERC 4:2

 
„Wir machen eigentlich ein gutes Spiel“, meinte Tigers-Verteidiger Marcel Brandt nach 20 Minuten. „Wenn wir so weiterspielen, wird das schon.“ Und der Straubinger ließ Taten folgen: Nachdem der ERC den Puck hinter dem eigenen Tor verloren hatte, hämmerte Brandt ihn aus zentraler Position nur 89 Sekunden nach Wiederbeginn zum 1:1 ins Netz (22.). Danach kamen die Panther zwar besser ins Spiel und verzeichneten durch Patrick Cannone (23.), Sean Sullivan (25.), Wohlgemuth (33.) und Brett Olson bei einem Unterzahlkonter (35.) durchaus gefährliche Torchancen. Doch der starke Zatkoff parierte stets ruhig und sicher, und auf der Gegenseite schlugen die spritzigeren Tigers eiskalt zu: Nach einem Puckverlust Cannones an Mike Connolly verwertete Stefan Loibl dessen Ablage routiniert zum 2:1 (38.). Noch bitterer: 2,7 Sekunden vor der zweiten Pause stellte Fredrik Eriksson nach einem Konter sogar auf 3:1, nachdem er die Scheibe im eigenen Drittel erobert hatte (40.). Pielmeier sah dabei nicht glücklich aus, ihm rutschte der Puck aus spitzem Winkel durch die Beine.
 
„Wir müssen hinten sehr viel konsequenter spielen, vorne unsere Chancen nutzen und einfach härter arbeiten“, meinte Wohlgemuth. An einem Punktgewinn durfte der ERC, der wie in der Vorbereitung kaum Torgefahr bei Gleichzahl entwickelte, im Schlussabschnitt tatsächlich noch mal schnuppern: Im Powerplay verkürzte Tyler Kelleher auf 2:3 (50.). Doch die Hoffnung währte nur kurz: Ebenfalls in Überzahl stellte Jeremy Williams den alten Abstand wieder her, der gleichzeitig der Endstand war (56.). Mit demselben Ergebnis hatte Ingolstadt schon den Saisonauftakt 2017 gegen Straubing verloren – damals in der heimischen Saturn-Arena. Dort steht am Sonntag das erste Heimspiel der Panther an: Um 19 Uhr empfangen sie die Krefeld Pinguine.  
 
Der Live-Blog zum Nachlesen.
 
Straubing Tigers: Zatkoff – Eriksson, Daschner; Schopper, Seigo; Brandt, Acolatse; Gläßl – Loibl, Connolly, Williams; Mouillierat, Laganiere, Mulock; Wruck, Brandl, Ziegler; Schönberger, Heard, Pfleger. ERC Ingolstadt: Pielmeier – Wagner, Friesen; Edwards, Koistinen; Kohl, Sullivan; Jobke – Greilinger, Olson, D‘Amigo; Kelleher, Cannone, Collins; Sopanen, Olver, Braun; Elsner, Wohlgemuth, Schütz.
Tore: 0:1 Sopanen (17.), 1:1 Brandt (22.), 2:1 Loibl (38.), 3:1 Eriksson (40.), 3:2 Kelleher (50.), 4:2 Williams (56.).
Strafminuten: 8/6. - Zuschauer: 4893.
Schiedsrichter: Hoppe/Kopitz.