Rettete die Löwen 2015 in der Relegation: Kai Bülow (Mitte) schoss in der Nachspielzeit den umjubelten Siegtreffer für die Löwen. Nun trifft der ehemalige 1860-Profi mit Hansa Rostock auf seinen Ex-Klub.
Rettete die Löwen 2015 in der Relegation: Kai Bülow (Mitte) schoss in der Nachspielzeit den umjubelten Siegtreffer für die Löwen. Nun trifft der ehemalige 1860-Profi mit Hansa Rostock auf seinen Ex-Klub.
Gebert/dpa
München
Der 2:1-Siegtreffer in der Nachspielzeit gegen Holstein Kiel vom Juni 2015 ist schon jetzt eines der legendärsten Sechzger-Tore, zumindest in der jüngeren Vergangenheit. Eines, das die Münchner damals noch vor dem Abstieg in die 3. Liga bewahrt hatte. Weil es zwei Jahre später, als Bülow beim 0:2 gegen Regensburg als Kapitän auf dem Platz stand, aber bekanntlich nicht mehr so gut ausging, wurde das Löwen-Elend 2017 doch noch Realität. Bülow wechselte anschließend nach Karlsruhe, dann zurück in seine Heimat, und trifft an diesem Samstag (14 Uhr) zum ersten Mal nach seiner Münchner Zeit auf den Ex-Verein.

Der gebürtige Rostocker spielt seit dieser Saison wieder für den FC Hansa, den er 2010 in Richtung München verlassen hatte. Mehr Profispiele als für seinen Heimatklub hat Bülow in sieben Jahren für die Löwen absolviert, weshalb er München auch als seine "zweite Heimat" bezeichnet. Während bei den Löwen in dieser Zeit traditionell viel Chaos herrschte, sich Trainer, Sportdirektoren, Präsidenten und Spieler die Klinke in die Hand gaben, war der Defensivspezialist eine der wenigen Konstanten. Immer wieder mal aussortiert, nie aufgegeben. "Ein ganz angenehmer Mensch und ein super Teamspieler", sagt Löwen-Trainer Daniel Bierofka über den 32-Jährigen, mit dem er selbst noch im Mittelfeld zusammengespielt hatte. Auch Bülow hat die Zeit bei den Sechzigern trotz einiger Rückschläge in "rundum positiver Erinnerung", wie er selbst betont. Das Tor gegen Kiel sei natürlich auch bei ihm besonders hängengeblieben. Aber auch viele andere Spiele, die Unterstützung der treuen und zahlreichen Löwen-Fans und das allgemeine Leben in der Stadt München. In ein paar Spielen wurde Bülow auch von Interimstrainer Bierofka gecoacht. "Schon damals hat man gesehen, dass er ein sehr guter Trainer werden wird", sagt der Rostocker jetzt.

Heute Nachmittag stehen sich die beiden dennoch auf unterschiedlichen Seiten gegenüber. Es ist das erste Mal überhaupt, dass Bülow in seiner Karriere auf einen Ex-Verein trifft. Natürlich sei es deshalb ein "besonderes Spiel" für ihn. Aber eben auch eines, das er mit dem FC Hansa unbedingt gewinnen möchte. Genauso wie Bülow die Löwen als "ambitionierten Verein" einstuft, weiß auch Bierofka, dass Hansa "klare Ambitionen formuliert hat, aufzusteigen. " Aktuell liegt Rostock einen Zähler hinter den Löwen zurück.

Die müssen am Samstagnachmittag auf Sascha Mölders verzichten. Den Stürmer plagen Knieprobleme. "Er hat es in der vergangenen Woche probiert, aber es macht einfach keinen Sinn", sagt Bierofka. Zum Duell Bülow gegen Mölders kommt es im Ostseestadion also nicht. Im Mai 2017 standen die beiden gemeinsam auf dem Platz, als der TSV 1860 aus der 2. Liga abstieg.