Doppelsieg vor eindrucksvoller Kulisse: Beim 24-Stunden-Rennen in Dubai machten zwei Audis den Sieg unter sich aus.
Doppelsieg vor eindrucksvoller Kulisse: Beim 24-Stunden-Rennen in Dubai machten zwei Audis den Sieg unter sich aus.
Audi
Dubai
Zum zweiten Mal seit 2016 siegte in der Wüste ein Audi: Das deutsche Team Car Collection Motorsport sorgte mit den Audi-Werksfahrern Christopher Haase und Frédéric Vervisch, dem Amateurfahrer Dimitri Parhofer sowie dem niederländischen Jungtalent Rik Breukers für den ersten Sieg des aktualisierten Audi R8 LMS bei einem 24-Stunden-Rennen. Das belgische Team WRT, das das Rennen in Dubai 2016 gewonnen hatte, komplettierte diesmal den Doppelerfolg mit Rang zwei.

Das "Dubai Autodrome" wurde im Oktober 2004 eröffnet. Anfangs träumten die Streckenbetreiber von der Formel 1, aber schon bald lief ihnen die weit eindrucksvollere Anlage auf der Insel Yas Marina im benachbarten Emirat Abu Dhabi den Rang ab. Die Strecke in Dubai zeigt schon deutliche Gebrauchsspuren, Fahrertrainings und Produktpräsentationen sind mittlerweile die wichtigste Einnahmequelle. Sportliches Highlight ist das jährliche 24-Stunden-Rennen, das seit 2006 von einer niederländischen Agentur ausgerichtet wird und mittlerweile zusammen mit den Wettbewerben auf dem Nürburgring und in Spa zu den Klassikern im GT-Rennsport gehört.

Mit 74 Autos am Start war es auf der Strecke diesmal nicht mehr so voll als in jenen Jahren, in denen sich der Veranstalter noch über 90 Fahrzeuge freute, aber dennoch ist die Verkehrsdichte beim 24-Stunden-Rennen in Dubai größer als auf jeder anderen Strecke. "Schwieriger als auf dem Nürburgring und in Spa, denn du bist ständig beim Überholen, hast nie eine Verschnaufpause", urteilt Audi-Werksfahrer Christopher Haase. Das Starterfeld der Klasse A6 für GT-Autos nach dem weltweiten GT3-Reglement umfasste acht Audi R8 LMS, allesamt in der für dieses Jahr neue "Evo"-Ausführung. Die Konkurrenz bestand aus Teams mit Chevrolet, Ferrari, Lamborghini, Mercedes-AMG, Nisan und Porsche. In der TCR-Tourenwagenklasse war Audi mit fünf RS 3 LMS von Kundenteams vertreten, die es gegen Cupra, Honda und Volkswagen aufnahmen.

Im Zeittraining sicherte sich das österreichsche Team GRT mit dem Lamborghini Huracán, in dem auch der gebürtige Ingolstädter Christian Engelhart zu den Fahrern gehört, die Pole-Position. Bereits in der ersten Rennstunde jedoch wurde das Lamborghini-Team in Führung liegend unverschuldet in eine Kollision verwickelt, der Aufhängungsschaden sorgte für einen Verlust von mehreren Runden, den das Team trotz beachtlicher Aufholjagd nicht mehr wettmachen konnte. So fuhr der Lamborghini auf Rang vier ins Ziel.

Schon in der ersten Stunde setzte sich der Audi des Car Collection-Teams erstmals in Führung und wechselte sich dort in den ersten beiden Renndritteln boxenstoppbedingt einige Male mit wenigen Konkurrenten ab. In der 16. Stunde jedoch übernahm der R8 mit der Startnummer 88 endgültig das Kommando und blieb bis zum Fallen der Zielflagge vorne. "Das Team hat einen perfekten Job gemacht", lobte Audi-Werksfahrer Frédéric Vervisch die Mannschaft von Peter Schmidt aus Walluf im Rheingau, die in Dubai den ersten 24-Stunden-Sieg in der Pro-Klasse feiern konnte. Der erst 20 Jahre junge Niederländer Rik Breukers fuhr neuneinhalb Stunden und hatte einen maßgeblichen Anteil an den Erfolg. Das Team MS7 by WRT mit den Audi-Werksfahrern Christopher Mies und Dries Vanthoor sowie dem Niederländer Michael Vergers und Saud Fahad Al Saud aus Saudi-Arabien kam mit einer Runde Rückstand als Zweiter ins Ziel. Mit den Teams Attempto Racing und BWT Mücke Motorsport auf den Plätzen fünf und sechs schafften es vier Audi-Teams unter die ersten Sechs.

In der TCR-Klasse sah es lange Zeit nach einem überlegenen Sieg für das belgische Audi-Kundenteam AC Motorsport aus, bis eine Kollision am Vormittag zu Beschädigungen an der Karosserie führten, die wiederum einen Kabelbrand zur Folge hatten. Bestes Audi-Team in der TCR-Klasse war die französische Mannschaft TFT-Cogemo-TLRT auf Platz vier, das belgische Team mit dem ehemaligen Radprofi Tom Boonen kam noch auf Rang fünf ins Ziel.