Kreisliga Ost
Toptorjäger, Tausendsassa, treue Seele: Martin Schwerdt von der SG Möning/Rohr

18.03.2023 | Stand 17.09.2023, 0:50 Uhr

Knipserqualitäten: Martin Schwerdt (rechts, hier im Testspiel gegen die SG Pavelsbach/Postbauer) weiß, wo das gegnerische Tor steht. 13 Mal traf der 32-Jährige in dieser Spielzeit bereits für den Aufsteiger aus Möning und Rohr. Foto: Hochreuther

Wenn die SG Möning/Rohr am Sonntagnachmittag um 15 Uhr in Möning mit einem Heimspiel gegen den TSV Winkelhaid in die zweite Saisonhälfte der Fußball-Kreisliga Ost startet, dann wird aller Voraussicht nach auch Martin Schwerdt auf dem Platz stehen. Weil der 32-Jährige eigentlich immer da ist – und das nicht nur als Torjäger auf dem Platz.

90 Minuten hat er geackert auf dem schwer bespielbaren B-Platz des TSV Pavelsbach an einem Sonntag in dieser Wintervorbereitung. Einen Treffer hat er beim 4:0-Sieg bei der SG Pavelsbach/Postbauer selbst erzielt, am Freitagabend zuvor waren es zwei beim 3:2-Sieg der SG Möning/Rohr gegen den TSV Greding (Bezirksliga). Und als der Großteil des Gegners und der Mitspieler bei ungemütlichen und zugigen Verhältnissen auf dem Pavelsbacher Sportgelände bereits im Kabinentrakt verschwunden ist, blickt sich Schwerdt noch einmal um und stapft auf Strümpfen Richtung Platz zurück – um seine Fußballschuhe über dem Rasen abzuklopfen.

Szenen, die verdeutlichen, dass da einerseits ein ziemlich guter Kicker ist, der aber auch abseits des Platzes mitdenkt. Wenn der Kabinentrakt in Pavelsbach einmal mehr gereinigt werden musste von Dreck und Grasbüscheln, dann jedenfalls nicht wegen Schwerdt.

Torjäger mit ganz besonderem Engagement

„Ein bisschen bin ich ja jetzt auch schon rumgekommen, aber einen wie Martin Schwerdt, den gibt es nicht so oft in einem Verein“, sagt sein Trainer anerkennend. Der gleichaltrige Manuel Fersch war es auch, der den Anstoß zu dieser Geschichte gab. Nicht, dass nicht schon hin und wieder ein Artikel über den Torjäger Schwerdt erschienen wäre. „In der Zeitung stehen immer nur seine Tore“, sagt Trainer Fersch, „aber es ist der Wahnsinn, was Martin alles macht, wie brutal engagiert er für seinen Verein ist.“

Sportlich gesehen sind es freilich die Tore, die den 32-Jährigen seit Jahren herausstechen lassen. Egal in welcher Liga, egal gegen wen: Schwerdt trifft. Mit seinen 13 Toren ist er auch nach dem Aufstieg in die Kreisliga wieder unter den Top 3 in der Torschützenliste. Auf dem Platz schätzt sein Trainer aber auch eine andere Eigenschaft. „Er könnte sich nach einem Tor auch mal vorne ausruhen, aber das macht er nie, hinten köpft er acht von zehn Ecken raus. Er arbeitet wie ein Verrückter.“

Auch als Trainer hartnäckig und erfolgreich

Und das nicht nur auf dem Platz. Schwerdt ist auch Kapitän bei der SG und bildet außerdem mit Raphael Meyer und Thomas Schmidt die Fußball-Abteilungsleitung bei der DJK-SpVgg Rohr. „Und wer kümmert sich mit um die Plätze, ist im Sportheimteam mit dabei und steht bei einem Jugendtag hinter dem Grill? Der Martin“, sagt Coach Fersch. Apropos Jugendarbeit: Acht Jahre, von der D-Jugend bis zu den Herren, hat Schwerdt durchgehend jenen Jahrgang trainiert und geformt, mit dem er mittlerweile selbst zusammenspielt. „Dieser Schwung an Jungen, der da rausgekommen ist, hat auch für unsere aktuellen Erfolge gesorgt“, betont Fersch, „und da hat Martin freilich als langjähriger Trainer einen Riesenanteil daran.“

Warum der so Gelobte das alles macht? „Weil es Spaß macht, ich gehe gerne an den Sportplatz“, sagt Schwerdt. In der F-Jugend hat der aus Ebenried, einem Gemeindeteil von Allersberg, stammende Schwerdt, der mit seiner Freundin seit rund drei Jahren in Rohr wohnt, mit dem Fußballspielen bei der DJK angefangen, in die Vereinsarbeit ist er im Lauf der Zeit quasi reingewachsen. „Wenn was ist, hilft man halt, das ist doch normal finde ich“, sagt der in Pyrbaum als Zerspanungsmechaniker arbeitende Schwerdt achselzuckend. Nun ja, ob das heutzutage alle so normal finden, sei dahingestellt.

Kein Wechsel trotz höherklassiger Angebote

Dass er durchgehend – und eigentlich komplett verletzungsfrei, wie er selbst erzählt – in Rohr beziehungsweise mittlerweile bei der seit 2015 existierenden Spielgemeinschaft mit dem FC Möning spielt, ist angesichts seiner Torjägerqualitäten wohl nicht ganz normal. „Angebote gab es schon hin und wieder von höherklassigen Vereinen, aber ich bin eben vereinsverbunden. Und auch wenn mich eine Bezirksliga mal gereizt hätte, ich habe es halt nicht gemacht.“

Und so ackert Schwerdt weiter in vielerlei Hinsicht für seinen Heimatverein Rohr und die Spielgemeinschaft. Was ihm in dieser Kreisliga-Saison sogar etwas leichter fällt. „Seitdem der Bayer Jürgen da ist, ist es für die Gegner etwas schwieriger geworden, ich bin für sie nicht mehr der einzige Fixpunkt im Spiel.“ Dafür aber wohl unverändert in seinem Verein.

HK