FC Ingolstadt nach der Auftaktniederlage:
Offensiv geht noch wenig, defensiv passt zumindest die Struktur

07.08.2023 | Stand 12.09.2023, 23:57 Uhr |

Schockmoment kurz vor Spielende: Maximilian Thiel (links) trifft zum 1:0-Sieg für Aue. FCI-Verteidiger Mladen Cvjetinovic und Torwart Marius Funk können den Schuss nicht mehr verhindern. Foto: Bösl

Niederlagen sind immer dumm. In einem Saisonauftaktspiel noch einmal etwas mehr. Und das Zustandekommen im Fall des FC Ingolstadt, der am Sonntagabend im Drittliga-Duell beim FC Erzgebirge Aue in der Schlussminute das 0:1 kassierte, ganz besonders. 89 Minuten lang hielt die neuformierte Abwehr der Schanzer, ehe Linus Rosenlöcher ungehindert flanken durfte, Steffen Meuers an sich verunglückter Fallrückzieher quer durch den Strafraum hoppelte und der gerade erst eingewechselte Maximilian Thiel abstaubte – ein Stimmungskiller für Trainer Michael Köllners Team, das nun bis zum ersten Heimspiel am 19. August gegen den Halleschen FC dieses Negativerlebnis mitschleppen muss.

Kein Geburtstagsgeschenk für FCI-Sportdirektor Grlic

Trotz der Enttäuschung über den Spielausgang wollte Köllner nicht zu kritisch mit seinem Team umgehen. „Wir haben grundsätzlich gut verteidigt, aber wir waren einmal unaufmerksam. Das ist schade, weil wir drauf und dran waren, hier einen Punkt mitzunehmen“, meinte der FCI-Coach, dessen Team es verpasste, Geburtstagskind Ivica Grlic – der FCI-Sportdirektor wurde 48 – ein sportliches Geschenk zu machen.

Am ehesten hätte dies Daouda Beleme gelingen können. Die 22-jährige Leihgabe des Hamburger SV verbuchte die beste Torchance für die Schanzer, als er nach einer Flanke von Yannick Deichmann im Strafraum frei zu Abschluss kam, sein Schuss jedoch über den Querbalken flog. Da waren bereits 85 Minuten gespielt. „Wir haben viele Möglichkeiten ausgelassen, entweder mit dem letzten Pass, oder weil wir nicht die nötige Kaltschnäuzigkeit im Sechzehner an den Tag gelegt haben“, analysierte Köllner.

Offensiv ließ der FCI noch viele Wünsche offen. David Kopacz, der für die kreativen Momente zuständig sein sollte, zeigte einige gute Ansätze, agierte aber häufig auch zu ungenau und nicht entschlossen genug. Dazu konnte sich Mittelstürmer Pascal Testroet zu selten in Szene setzen, auch klappte die Kommunikation zwischen ihm und Jannik Mause nicht immer. Letzterer hätte einmal besser selbst abschließen können, Testroet rechnete nicht mit einem Zuspiel – die im Ansatz gefährliche Aktion verpuffte. So ging das wechselseitig einige Male. Und auch der Lucky Punch nach dem Rückstand, als der 19-jährige Michael Udebuluzor noch zwei Kopfballmöglichkeiten hatte, wollte nicht gelingen.

FCI-Keeper Funk: Wir müssen das Spiel zu Null beenden

Ohne den Gegentreffer kurz vor Schluss wären die Gäste wohl hochzufrieden gewesen. Die Abstimmung im neuen Defensivverbund passte weitgehend, und Torwart Marius Funk rettete einige Male bei Distanzschüssen und verhinderte vor allem gegen den durchgebrochenen Sean Seitz (42. Minute) mit einer Klasseparade einen Rückstand. „Am Ende müssen wir das Spiel zu Null beenden, um zumindest einen Punkt mitzunehmen. So ein später Gegentreffer ist natürlich immer extrem bitter“, klagte daher auch der FCI-Keeper, der im letzten Auswärtsspiel der Vorsaison in Aue (3:0) ohne Gegentor geblieben war.

Test gegen den FSV Zwickau, Pokalspiel beim SV Manching

Immerhin bestätigte der erste Spieltag in der 3. Liga die zuvor getätigten Prognosen. Fünf von zehn Partien endeten unentschieden, was für die Ausgeglichenheit der Konkurrenten spricht, keiner der vier Aufsteiger verlor, und Dynamo Dresden gelang mit dem 3:1-Sieg gegen Zweitliga-Absteiger Arminia Bielefeld ein erstes Ausrufezeichen. Der FCI muss nun die Länderspielpause nutzen, um sich für die Heimpremiere gegen den Halleschen FC in Schwung zu bringen. Im Testspiel gegen den Regionalligisten FSV Zwickau (Donnerstag, 19 Uhr) und Toto-Pokalspiel (15. August, 17 Uhr) gegen den Bezirksligisten SV Manching können die Schanzer weiter an ihren offensiven Abläufen feilen, um ihre Torgefahr zu steigern.

DK