2. Frauen-Bundesliga
Ingolstadts Trainer Catovic hadert nach dem enttäuschenden Teilerfolg bei Schlusslicht Hoffenheim

19.11.2023 | Stand 19.11.2023, 19:45 Uhr |
Sabine Kaczynski

Konnte trotz ihres Treffers nicht zufrieden sein: Pija Reiniger hatte sich mit den Zweitliga-Frauen des FC Ingolstadt bei Schlusslicht Hoffenheim mehr als nur ein 1:1 erhofft. Foto: Meyer

Im Auswärtsspiel bei Tabellenschlusslicht TSG Hoffenheim II kamen die Zweitliga-Fußballerinnen des FC Ingolstadt 04 am Sonntag nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus. Der verwandelte Elfmeter von Marie Steiner (2. Minute) und der Ausgleich durch FCI-Angreiferin Pija Reininger (7.) blieben die einzigen Treffer der Partie. Die Schanzerinnen rutschen trotz des Punktgewinns einen Platz nach unten auf Rang sieben.

Nach dem 1:0-Sieg gegen den Aufsteiger SV Weinberg am vergangenen Wochenende wollten die FCI-Frauen vor der anstehenden dreiwöchigen Ligapause unbedingt noch einmal dreifach punkten. Doch schon vor dem Anpfiff wurde klar, dass dies kein einfaches Unterfangen werden würde. Schließlich hatte sich die Zweitvertretung der TSG mit Keeperin Lina von Schrader, Mathilde Janzen und Lisann Kaut aus dem Bundesligakader verstärkt. FCI-Coach Miren Catovic änderte seine Startelf gegenüber der Vorwoche auf zwei Positionen: Im Tor übernahm Franziska Maier für Anna-Lena Daum, in der Viererkette ersetzte Lea Wolski Anna Petz.

Die Partie begann furios: Ein Pass von FCI-Verteidigerin Katharina Krist auf Samantha Stiglmair landete direkt bei einer Gegenspielerin, deren Flanke konnte zunächst von der Schanzer Defensive entschärft werden, doch beim zweiten Klärungsversuch kam Stiglmair zu spät und traf TSG-Stürmerin Steiner – Elfmeter. Die Gefoulte trat selbst an und setzte den Ball unhaltbar für FCI-Keeperin Maier an den Innenpfosten und ins Tor (2.).

Die Gäste spielten unbeeindruckt weiter und nutzten ihrerseits bereits fünf Minuten später einen Fehler der Gastgeberinnen: Reininger eroberte einen zu kurzen Pass auf Mathilde Janzen, steuerte allein aufs TSG-Tor zu und erzielte den 1:1-Ausgleichstreffer (7.). Im weiteren Verlauf taten sich die Schanzerinnen jedoch schwer, das zerfahrene Spiel zu kontrollieren. Sie leisteten sich viele Ballverluste oder Fehlpässe und offenbarten – teilweise auch ohne gegnerischen Druck – technische Defizite. Einzig die Defensive stand ordentlich. Da die FCI-Frauen ebenfalls keine Torgefahr kreieren konnten, blieb es zur Pause beim 1:1.

„Das Unentschieden ging bis dahin auf jeden Fall in Ordnung, weil wir aufgrund unserer technischen Mängel nach dem Ausgleich gar nicht mehr in den gegnerischen Strafraum vordringen konnten“, meinte FCI-Coach Catovic zur Halbzeit. Nach dem Seitenwechsel zeigte sich zunächst das gleiche Bild: Die Gastgeberinnen brachten kaum einen Angriff in die gegnerische Hälfte, aber auch die Schanzerinnen steigerten sich nicht. Catovic reagierte, brachte mit Katharina Böhm eine frische Kraft für die Defensive und beorderte gleichzeitig Lisa Ebert auf die Sechserposition. Zudem sorgte Nina Penzkofer nun für mehr Druck in der Offensive. Doch erst ab der 66. Minute, mit der Hereinnahme von Melike Pekel, erarbeiteten sich die Ingolstädterinnen auch Torchancen. Erst traf Ebert nach einem Freistoß das Außennetz (72.), dann wurde Reininger nach einer knappen Abseitsposition zurückgepfiffen (75.). Auch Penzkofer hatte zwei Möglichkeiten, die sie jedoch nicht nutzen konnte.

Bei der TSG-Abwehr schwanden nun die Kräfte, die Schanzerinnen waren in dieser Phase deutlich überlegen und schienen dem Siegtreffer nah zu sein. Doch anstatt das Spiel zu drehen, verloren die FCI-Frauen wenige Minuten vor dem Ende den Faden und machten den Gegner durch unnötige Fehler nochmal stark. Nach mehreren gefährlichen Aktionen entschärfte Maier mit einer überragenden Parade einen Torschuss, ehe Schiedsrichterin Karoline Wacker die Partie abpfiff.

„Wir sind bitter enttäuscht, die Punkteteilung fühlt sich für uns wie eine Niederlage an. Nach den Wechseln hatten wir das Spiel unter Kontrolle, aber uns haben in dieser Phase Geduld und Köpfchen gefehlt. Daher ist das Unentschieden gerecht. Vielleicht ist unsere junge Truppe noch nicht so weit, konstant ihre Leistung abzurufen“, meinte Catovic, der trotzdem mit den bisher erreichten 18 Punkten zufrieden ist.

Während der Spielpause werden die FCI-Frauen am 1. Dezember gegen den 1. FC Nürnberg ein Testspiel bestreiten. In der Liga geht es am 10. Dezember (11 Uhr) mit dem Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg II weiter.

DK


FC Ingolstadt: Maier – Wolski, Ebert, Stiglmair, Krist (76. Krist) – Reikersdorfer, Spielmann (58. Böhm) – Vidovic (58. Penzkofer), Slipcevic, Dengscherz (66. Pekel) – Reininger.
Tore: 1:0 Steiner (2./Elfmeter), 1:1 Reininger (7.). – Schiedsrichter: Wacker (Großerlach). – Zuschauer: 60.