Das Gegenteil von Minimalismus
„Mob Wive“-Ästhetik: Föhnfrisur und Faux Fur im Trend

13.03.2024 | Stand 23.04.2024, 18:40 Uhr

„Mob Wive“-Ästhetik: Föhnfrisur und Faux Fur im Trend - Auffälliger Style: Pelzmantel und große Sonnenbrille sind typisch für den „Mob Wives“-Trend. - Foto: Oleksandra Troian/Westend61/dpa

Voluminöse Frisuren, rote Lippen, große Sonnenbrillen und viel Bling-Bling: Das ist jetzt häufiger zu sehen. Experten erklären, was dahintersteckt.

„Mob Wife-Ästhetik“: Besonders in sozialen Medien ist der Begriff präsent. Zu sehen dazu unter anderem: große Sonnenbrillen, großer Goldschmuck, Animal-Prints und Vintage Pelzmäntel oder Faux Fur, also falscher Pelz. 

Inspiriert ist der „Mob Wife-Maximalismus“, so schreibt es das Modemagazin „Glamour“, von der Interpretation von Mafia-Frauen in Filmen der 90er-Jahre: Sharon Stone in „Casino“ oder Lorraine Bracco in „Goodfellas“ etwa. 

Die sogenannte „Mob Wive“-Ästhetik: Ein Kontrast zu all den cleanen und zurückhaltenden Looks, die in den vergangenen Jahren omnipräsent waren. Carl Tillessen vom Deutschen Mode-Institut (DMI) nennt den viral gegangenen Style dann auch das erste große Modephänomen in dieser neuen Richtung. Er sagt: „Wirklich auf der Höhe ist Mode nur, wenn sie auch mit Ambivalenzen spielt, geschmacklichen und moralischen.“

Dunkler Lippenstift und voluminöse Haare

Und das Motto bei diesem Modetrend lautet: Alles, was nicht minimalistisch ist, ist angesagt. Mehr sein darf es also auch beim Haarstyling und beim Make-up: dunkler Lippenstift und voluminöse Föhnfrisuren gehören dazu. Aber auch große Taschen und auffällige Logos. Dazu Lederkleider und laut „FashionUnited“ der „ideale Einteiler, der unter einem Pelz- oder Ledermantel getragen werden kann“: ein eng anliegender Catsuit.  

Arnold Gevers, Professor an der AMD Akademie Mode & Design in Berlin, sagt: „Eigentlich ist es ein Trend, der so eine bestimmte Form der Weiblichkeit feiert, und vor allem eine Referenz einer bestimmten Form von Luxus, von Bling-Bling, von New Money.“ Es brauche also Mut zum Großen, zu mehr als mehr. 

Und wie geht es weiter damit? „Ich glaube der Trend ist jetzt stark und kurz, weil er so viel Aufmerksamkeit bekommt und so viel darüber gesprochen wird“, sagt Gevers. Wer mitmachen will, sollte sich also womöglich sputen - und bevor es warm wird noch mal den Kunstpelz Fur rausholen.

© dpa-infocom, dpa:240313-99-326779/2