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VW sieht Kernmarke wieder in der Erfolgsspur Wenig ambitionierte Renditeziele

"Trendwende geschafft"

Wolfsburg (DK
erstellt am 30.11.2017 um 22:13 Uhr
aktualisiert am 22.12.2017 um 03:33 Uhr | x gelesen
Wolfsburg (DK) Der enorm teure Diesel-Skandal zwang VW erst recht zum Sparen - dabei hatte der Autohersteller ohnehin vor, profitabler zu werden. Wichtige erste Schritte sollen jetzt gemacht sein. Aber der Balanceakt aus Renditezielen und Milliardeninvestitionen ist nicht einfach.

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Die VW-Kernmarke Volkswagen Pkw sieht sich dank früher Sparerfolge und neuer Modelle wieder in der Erfolgsspur. "Volkswagen ist auf allen seinen Kernmärkten wieder in der Offensive", sagte Markenvertriebschef Jürgen Stackmann gestern in Wolfsburg. "Mit attraktiven Modellen haben wir die Trendwende geschafft und gewinnen Marktanteile." Dabei hätten die Wolfsburger Autobauer gerade erst mit ihrer Modelloffensive begonnen, meinte der Manager.

"Unser Ziel ist es, Volkswagen zum weltweit führenden Volumenhersteller zu machen und optimal auf die Zukunft der Automobilität vorzubereiten", ergänzte Markenchef Herbert Diess. VW hatte nach dem milliardenteuren Diesel-Skandal um manipulierte Abgas-Tests unter anderem neue Modelle der im Trend liegenden Stadtgeländewagen (SUV) angekündigt, die mit höheren Preisen und höherer Ertragskraft Investitionen in Elektroautos und Fahrassistenzsysteme möglich machen sollen. In drei Jahren sollen 20 SUV-Modelle 40 Prozent der verkauften Autos ausmachen.

Im Oktober verzeichnete Volkswagen eigenen Angaben zufolge mit weltweit 550 900 Auslieferungen einen neuen Bestwert. Nach zehn Monaten liege der Absatz in diesem jahr mit kumuliert 5,04 Millionen Fahrzeugen um mehr als drei Prozent über dem entsprechenden Vorjahreswert. Für das Gesamtjahr erwartet die Marke - auch dank zehn neuer Modelle - einen neuen Absatzrekord.

Um die lange renditeschwache Kernmarke des Konzerns fit zu machen, hatte der Autobauer im vergangenen Jahr zudem den Abbau von weltweit rund 30 000 Stellen bis 2020 angekündigt, davon 23 000 in Deutschland. Das soll die Kosten ab 2020 um jährlich 3,7 Milliarden Euro senken. In dem "Zukunftspakt" getauften Programm seien bereits 1,9 Milliarden Euro an Einsparungen erreicht, im laufenden Jahr seien in Deutschland 3800 Arbeitsplätze abgebaut worden, teilte Volkswagen mit. Weil unter anderem neue Auszubildende hinzukamen, betrug das Minus in der Summe rund 1800 Stellen. Das Ziel von 9200 unterschriebenen Verträgen zur Altersteilzeit werde Ende des laufenden Jahres wohl erreicht, hieß es weiter.

Bei den Renditezielen wird Diess bislang nur etwas zuversichtlicher. Das operative Ergebnis soll 2020 zwischen 4 und 5 Prozent vom Umsatz ausmachen, bisher war lediglich die Rede von "mindestens 4 Prozent". In den ersten neun Monaten 2017 lag der Wert bereits bei 4,3 Prozent. Für das Gesamtjahr erwartet Volkswagen eine operative Rendite, "welche moderat über dem ursprünglichen Zielkorridor von 2,5 bis 3,5 Prozent liegen soll", hieß es in der VW-Mitteilung.

Marken-Finanzvorstand Arno Antlitz sprach davon, dass VW die Ertragskraft schon in den ersten zwölf Monaten des "Zukunftspakts" gestärkt habe. "Diesen Weg werden wir konsequent fortsetzen, um das Renditeniveau auszubauen und nachhaltig abzusichern - auch dann, wenn in den kommenden Jahren die Belastungen für das Erreichen strengerer CO2-Ziele und unsere Aufgaben für Zukunftsinvestitionen deutlich zunehmen werden."

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